Legal aid cannot be granted for a standalone reinstatement motion

BGH IV ZR 491/15Bgh / IV. Zivilkammer11.08.2016Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court of Justice denied the applicant legal aid and counsel for a reinstatement motion, holding that legal aid under § 114 ZPO cannot be limited to a standalone motion that is not a separate procedural stage. It also rejected the applicant’s auditory complaint under § 321a ZPO because no hearing-right warning duty existed in this context and the panel had already considered the arguments raised in the legal-aid request. The recusal motion against Judge Mayen was dismissed as abusive and inadmissible because no facts suggesting bias were shown.

Omnilex-Regeste

§ 114 ZPO; legal aid may be granted only for the entire legal pursuit within a procedural stage, not for a standalone motion for reinstatement in the previous position. A separate assessment of prospects independent of the main proceedings must be possible; where this is lacking, legal aid is excluded. Reinstatement proceedings do not give rise to separate fees, which confirms their ancillary nature (consid. 1). § 321a ZPO; no duty to issue a warning regarding missing prospects for an intended legal remedy arises merely because legal aid for a non-admission complaint is refused, if the court has examined the submissions and found them unpersuasive (consid. 2). A recusal request is inadmissible when it is abusive and does not allege objective circumstances capable of supporting bias from personal relations or the subject matter (consid. 3).

Gesamter Gesetzestext

BGH — IV ZR 491/15, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2016-08-11

Aktenzeichen: IV ZR 491/15

ECLI: ECLI:DE:BGH:2016:110816BIVZR491.15.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 114 ZPO, § 321a ZPO

Vorinstanz: vorgehend BGH, 22. Juli 2016, Az: IV ZR 491/15vorgehend KG Berlin, 6. Oktober 2015, Az: 7 U 181/14vorgehend LG Berlin, 16. Oktober 2014, Az: 6 O 210/10

Spruchkörper: 4. Zivilsenat

Titelzeile

Prozesskostenhilfe: Bewilligung für einen Wiedereinsetzungsantrag; Hinweispflicht für mangelnde Erfolgsaussicht der Rechtsverfolgung bei Ablehnung der Bewilligung für eine Nichtzulassungsbeschwerde

Tenor

Die Anträge der Antragstellerin, ihr Prozesskostenhilfe für einen Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gewähren und einen Notanwalt für dieses Verfahren zu bestellen, werden abgelehnt.

Die Anhörungsrüge gegen den Senatsbeschluss vom 22. Juli 2016 wird auf Kosten der Antragstellerin zurückgewiesen.

Das Ablehnungsgesuch der Antragstellerin vom 14. Juli 2016 gegen die Vorsitzende Richterin am Bundesgerichtshof Mayen wird verworfen.

Gründe

1 1. Die Bewilligung von Prozesskostenhilfe nur für einen Verfahrensantrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand ist im Gesetz nicht vorgesehen. Prozesskostenhilfe darf vielmehr nach § 114 ZPO nur für die gesamte Rechtverfolgung oder Rechtsverteidigung bewilligt werden. Darunter ist, wie sich aus § 119 Satz 1 ZPO ergibt, der "Rechtszug" zu verstehen (Zöller/Geimer, ZPO, 31. Aufl. § 114 Rn. 4; OLG Köln, MDR 1988, 588). Der Begriff Rechtszug ist kostenrechtlich gemeint, nämlich jeder Verfahrensabschnitt, der besondere Kosten verursacht und für den noch nicht geprüft werden konnte, ob die Rechtsverfolgung oder -verteidigung genügend aussichtsreich und nicht mutwillig ist (vgl. Zöller/, ZPO 31. Aufl. § 119 Rn. 1; BGH FamRZ 2004, 1707 unter II 4). Voraussetzung ist immer, dass eine gesonderte, von der Beurteilung des Hauptverfahrens unabhängige Prüfung der hinreichenden Erfolgsaussicht möglich ist (OLG Köln aaO). Dies ist bei einem Wiedereinsetzungsantrag nicht der Fall. Die Wiedereinsetzung löst auch keine besonderen Gebühren aus (Zöller/Geimer, ZPO 31. Aufl. § 119 Rn. 30). Da der Antrag aussichtslos ist, kommt auch die Bestellung eines Notanwalts nicht in Betracht.

2 2. Die Anhörungsrüge der Antragstellerin nach § 321a ZPO gegen den Senatsbeschluss vom 22. Juni 2016 ist jedenfalls unbegründet. Eine Hinweispflicht betreffend die mangelnde Erfolgsaussicht für die beabsichtigte Rechtsverfolgung besteht im Falle der Ablehnung eines Prozesskostenhilfeantrags für eine beabsichtigte Nichtzulassungsbeschwerde nicht. Der Senat hat das Vorbringen der Antragstellerin in dem Prozesskostenhilfegesuch einschließlich der Rügen einer Verletzung des Anspruchs auf Gewährung rechtlichen Gehörs geprüft und für nicht durchgreifend erachtet. Von einer weiteren Begründung wird abgesehen.

3 3. Das Ablehnungsgesuch der Antragstellerin ist rechtsmissbräuchlich und damit unzulässig. Bei der Ablehnung eines Richters müssen ernsthafte Umstände angeführt werden, die die Befangenheit des einzelnen Richters aus Gründen rechtfertigen, die in persönlichen Beziehungen dieses Richters zu den Parteien oder zu der zur Verhandlung stehenden Streitsache stehen (BGH, Beschluss vom 5. Dezember 2012 - XII ZB 18/12 m.w.N., juris). Solche Umstände zeigt die Antragstellerin nicht auf.

Felsch Harsdorf-Gebhardt Lehmann

Dr. Brockmöller Dr. Bußmann

Schlagwörter

legal aidreinstatementauditory complaintrecusalprospects of successprocedural stagecourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether legal aid may be granted only for a reinstatement motion

Extrahierter Entscheid

Legal aid cannot be granted only for a reinstatement motion because legal aid under § 114 ZPO covers the entire legal pursuit in a procedural stage, and a reinstatement motion is not a separate stage.

Extrahierte Begründung

A separate assessment of prospects independent of the main proceedings must be possible; this is not the case for reinstatement, which also does not trigger separate fees.

Kernrechtsfrage

Whether a lawyer must be appointed for the reinstatement proceedings

Extrahierter Entscheid

No appointment of a lawyer was warranted because the legal aid request had no prospects of success.

Extrahierte Begründung

Without admissible legal aid for the motion, the request for counsel necessarily fails as well.

Kernrechtsfrage

Whether the auditory complaint under § 321a ZPO was well-founded

Extrahierter Entscheid

The auditory complaint was unfounded.

Extrahierte Begründung

No duty to warn existed regarding the lack of prospects for the intended legal pursuit when legal aid for a non-admission complaint was refused; the panel had considered the applicant's arguments and found them unpersuasive.

Kernrechtsfrage

Whether the recusal motion against Judge Mayen was admissible

Extrahierter Entscheid

The recusal motion was rejected as abusive and therefore inadmissible.

Extrahierte Begründung

No serious circumstances indicating bias from personal relations or relations to the dispute were shown.

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