Admissibility of complaint against BGH value assessment

BGH IV ZR 430/15Bgh / IV. Zivilkammer06.07.2016Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The plaintiff sought to challenge the BGH's own determination of the amount in dispute in a non-admission complaint case concerning an estate partition claim. The Senate held that a complaint against a BGH value assessment is inadmissible under the GKG and can only be treated as a reconsideration request, which failed on the merits. Applying §§ 47 and 48 GKG together with § 3 ZPO, the court confirmed that the value of the inheritance partition claim depends on the claimant's economic interest in the partition plan. The assessment of up to EUR 700,000 was therefore upheld.

Omnilex-Regeste

§ 68 Abs. 1 S. 5, § 66 Abs. 3 S. 3 GKG; Zulässigkeit der Beschwerde gegen die vom BGH festgesetzte Streitwertfestsetzung; Maßgeblichkeit des wirtschaftlichen Interesses bei der Erbteilungsklage. Eine gegen die Streitwertfestsetzung des Bundesgerichtshofs gerichtete Beschwerde ist unzulässig und nur als Gegenvorstellung zu behandeln. Der Streitwert des Rechtsmittels bestimmt sich nach den Anträgen des Rechtsmittelführers (§ 47 Abs. 1 S. 1 GKG); bei der Erbteilungsklage ist er regelmäßig nach dem Interesse des Klägers an dem Auseinandersetzungsplan gemäß § 48 Abs. 1 S. 1 GKG, § 3 ZPO zu bemessen. Beschränkt sich der Streit auf einzelne Positionen des Plans, kommt es auf den wirtschaftlichen Vorteil an, den der Kläger gerade aus diesen Punkten erlangt. Die Beurteilung der Vorinstanzen ist hierfür unbeachtlich (consid. 2-3).

Gesamter Gesetzestext

BGH — IV ZR 430/15, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2016-07-06

Aktenzeichen: IV ZR 430/15

ECLI: ECLI:DE:BGH:2016:060716BIVZR430.15.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 47 Abs 1 S 1 GKG, § 48 Abs 1 S 1 GKG, § 66 Abs 3 S 3 GKG, § 68 Abs 1 S 5 GKG, § 3 ZPO

Vorinstanz: vorgehend KG Berlin, 23. Juli 2015, Az: 22 U 96/14vorgehend LG Berlin, 2. April 2014, Az: 38 O 373/11

Spruchkörper: 4. Zivilsenat

Titelzeile

Streitwertfestsetzung: Zulässigkeit der Beschwerde gegen die Festsetzung durch den BGH; Streitwert für Erbteilungsklage

Tenor

Die als Gegenvorstellung anzusehende Streitwertbeschwerde des Klägers gegen die Streitwertfestsetzung im Senatsbeschluss vom 13. Januar 2016 wird zurückgewiesen.

Gründe

1 Eine Beschwerde gegen die Streitwertfestsetzung durch den Bundesgerichtshof ist unzulässig (vgl. § 68 Abs. 1 Satz 5 i.V.m. § 66 Abs. 3 Satz 3 GKG). Sie ist jedoch als Gegenvorstellung anzusehen (Senatsbeschluss vom 21. November 2006 - IV ZR 143/05, FamRZ 2007, 464 Rn. 1 m.w.N.). In der Sache hat diese keinen Erfolg.

2 Gemäß § 47 Abs. 1 Satz 1 GKG bestimmt sich der Streitwert im Rechtsmittelverfahren nach den Anträgen des Rechtsmittelführers. Im Verfahren über die Beschwerde gegen die Nichtzulassung des Rechtsmittels ist Streitwert gemäß § 47 Abs. 3 GKG der für das Rechtsmittelverfahren maßgebende Wert. Unbeachtlich ist danach für die Streitwertfestsetzung, ob sich die Instanzgerichte - wie der Kläger meint - in ihren Entscheidungen nicht oder nur unzureichend mit den jeweiligen Anträgen und dem klägerischen Vorbringen auseinandergesetzt haben.

3 Der Streitwert ist mit bis 700.000 € zutreffend bestimmt. Dies entspricht dem Wert des mit der Nichtzulassungsbeschwerde weiterverfolgten Hauptantrags. Den Streitwert für die Erbteilungsklage (Zustimmung zu einem Erbauseinandersetzungsplan) bemisst der Bundesgerichtshof regelmäßig gemäß § 48 Abs.1 Satz 1 GKG, § 3 ZPO nach dem Interesse des Klägers an dem Auseinandersetzungsplan (Senatsbeschluss vom 3. Februar 1993 - IV ZR 246/92, BGHR ZPO § 546 Abs.1 Beschwer 3; BGH, Urteil vom 17. Oktober 1996 - IX ZR 37/96, NJW 1997, 188 unter 2; jeweils m.w.N.). Diese Grundsätze gelten auch dann, wenn sich - wie hier - ein Miterbe gegen einen Auseinandersetzungsplan eines Testamentsvollstreckers wendet (vgl. OLG München BayObLGR 1995, 142 unter 2). Beschränkt sich der Streit auf einzelne Punkte des Auseinandersetzungsplans, ist der wirtschaftliche Vorteil maßgebend, den sich der Kläger mit Blick auf diese Punkte verspricht (vgl. OLG Bremen OLGR 2004, 134, 135). Der Hauptantrag des Klägers ist zwar auf Auseinandersetzung des gesamten Nachlasses gerichtet, inhaltlich hat die Nichtzulassungsbeschwerde aber lediglich dessen Bewertung mit Blick auf fünf Positionen beanstandet, deren Wert zusammengerechnet 151.562,70 DM + 682.107,44 DM + 779.551,45 DM + 725.000 DM + 312.500 DM = 2.650.721,59 DM entsprechend 1.355.292,43 € ergibt. Das dahinter stehende wirtschaftliche Interesse des Klägers beträgt gemäß seinem hälftigen Erbteil 677.646,22 €, was der Gebührenstufe bis 700.000 € entspricht.

Felsch Harsdorf-Gebhardt Dr. Karczewski

Lehmann Dr. Bußmann

Schlagwörter

value in disputeinheritance partitionnon-admission complaintreconsideration requesteconomic interestadmissibilitycourt fees

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether a complaint against the BGH's own value assessment is admissible.

Extrahierter Entscheid

A complaint against the Federal Court of Justice's value determination is inadmissible; it is treated only as a request for reconsideration.

Extrahierte Begründung

Sections 68(1) sentence 5 and 66(3) sentence 3 GKG exclude such a complaint. The court nevertheless examines it as a Gegenvorstellung, but it has no merit.

Kernrechtsfrage

Whether the litigation value for the inheritance partition claim was set too low.

Extrahierter Entscheid

The value was correctly set at up to EUR 700,000, based on the economic interest pursued with the challenged points of the estate division plan.

Extrahierte Begründung

For an inheritance partition claim, value is determined under §§ 47(1) sentence 1, 48(1) sentence 1 GKG and § 3 ZPO by the appellant's interest in the partition plan. Only five valuation items were disputed; their combined value and the claimant's half-share led to the threshold up to EUR 700,000.

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