Cost order after partial limitation of prosecution

BGH 3 StR 54/16Bgh / III. Strafkammer31.05.2016Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court partly limited the proceedings in four indictment counts to commercial receiving stolen goods because the Regional Court had omitted the separately charged instigation-to-theft allegations, which were part of the same procedural acts. In the remaining scope, the defendant's revision against the Düsseldorf Regional Court judgment was rejected as unfounded. The Court also ordered that the costs and necessary expenses relating to the abandoned instigation-to-theft allegations in those four counts be borne by the state treasury, while the defendant bears the remaining costs of the appeal.

Omnilex-Regeste

§ 154a StPO, § 349 Abs. 2 StPO, § 53 StGB; limitation of prosecution and costs after partial finality of the judgment. If, in counts charged in alternative or cumulative concurrence, proof is lacking as to all offenses alleged in the indictment, the court must in principle either acquit or, with the required consent, limit the prosecution to part of the accusation under § 154a StPO. A cost order concerning the excluded part is generally barred by the provisional nature of the limitation; however, it is permissible where the judgment simultaneously becomes final for the remaining part through dismissal of the revision. Then the costs and necessary expenses attributable to the eliminated allegations may be imposed on the state treasury, while the appellant bears the remaining appellate costs (consid. 2, 4).

Gesamter Gesetzestext

BGH — 3 StR 54/16, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2016-05-31

Aktenzeichen: 3 StR 54/16

ECLI: ECLI:DE:BGH:2016:310516B3STR54.16.1

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 154a StPO, § 260 StPO, § 53 StGB

Vorinstanz: vorgehend LG Düsseldorf, 31. August 2015, Az: 14 KLs 4/14

Spruchkörper: 3. Strafsenat

Titelzeile

Revision in Strafsachen: Kostenentscheidung nach Beschränkung der Strafverfolgung und Revisionsverwerfung im Übrigen

Tenor

  1. Das Verfahren wird in den Fällen 7, 9, 33 und 35 der Anklageschrift auf den Vorwurf der gewerbsmäßigen Hehlerei beschränkt; die in diesen Fällen jeweils auf den Vorwurf der Anstiftung zum Diebstahl entfallenden Kosten des Verfahrens und die dem Angeklagten insoweit entstandenen notwendigen Auslagen trägt die Staatskasse.

  2. Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Düsseldorf vom 31. August 2015 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils aufgrund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat.

  3. Der Beschwerdeführer hat die verbleibenden Kosten seines Rechtsmittels zu tragen.

Gründe

1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen gewerbsmäßiger Hehlerei in sechs Fällen, Anstiftung zum Diebstahl in zwei Fällen sowie Anstiftung zum versuchten Diebstahl zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Dagegen wendet sich der Beschwerdeführer mit seiner auf die Rüge der Verletzung formellen und materiellen Rechts gestützten Revision. Das Rechtsmittel führt in dem aus der Entscheidungsformel ersichtlichen Umfang zur Beschränkung des Verfahrens; im Übrigen ist es unbegründet im Sinne von § 349 Abs. 2 StPO.

2 Die auf die Sachrüge veranlasste umfassende materiellrechtliche Überprüfung des Urteils hat zum Schuld- und Strafausspruch keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben. Indes hat das Landgericht in den Fällen 7, 9, 33 und 35 der Anklageschrift versäumt, sich mit den als tatmehrheitlich zu den Delikten der gewerbsmäßigen Hehlerei angeklagten und mit diesen eine prozessuale Tat bildenden Vorwürfen der Anstiftung zum Diebstahl auseinanderzusetzen. Ist ein Nachweis nicht wegen aller Delikte möglich, die nach der Anklage in Tatmehrheit (§ 53 StGB) begangen sein sollen, muss grundsätzlich freigesprochen werden (vgl. BGH, Beschluss vom 13. Januar 2016 - 5 StR 485/15, juris Rn. 4; Meyer-Goßner/Schmitt, StPO, 59. Aufl., § 260 Rn. 13 mwN auch zu den Ausnahmen). Mit Zustimmung des Generalbundesanwalts beschränkt der Senat daher das Verfahren in diesen Fällen gemäß § 154a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, Abs. 2 StPO jeweils auf den Vorwurf der gewerbsmäßigen Hehlerei.

3 Auf die "Rüge nach § 349 Abs. 2, 338 Ziff. 7/8; 203; 260 Abs. 1, 4 StPO" kommt es damit nicht mehr an. Die Rüge der Verletzung von § 257c Abs. 4 und 5, § 273 Abs. 1a StPO ist aus den in der Antragsschrift des Generalbundesanwalts dargelegten Gründen unzulässig.

4 Die auf die Vorwürfe der Anstiftung zum Diebstahl in den Fällen 7, 9, 33 und 35 entfallenden Kosten des Verfahrens und die dem Angeklagten insoweit entstandenen notwendigen Auslagen waren der Staatskasse aufzuerlegen. Zwar ist bei einer Beschränkung der Strafverfolgung gemäß § 154a StPO wegen des vorläufigen Charakters dieser Entscheidung eine Kostenentscheidung grundsätzlich ausgeschlossen. Dies gilt aber nicht, wenn - wie hier - gleichzeitig mit der Beschränkung der Strafverfolgung auf einzelne Teile der Tat das Urteil durch Verwerfung der Revision über die von der Beschränkung nicht betroffenen Teile rechtskräftig wird (BGH, Beschluss vom 15. Juni 1993 - 4 StR 287/93, BGHR StPO § 154a Kostenentscheidung 1).

| Becker | | RiBGH Hubert befindet sich im Urlaub und ist daher gehindert zu unterschreiben. | | Gericke | | --- | --- | --- | --- | --- | | | | Becker | | | | | Spaniol | | Tiemann | |

Schlagwörter

revisionpartial limitationreceiving stolen goodscost allocationprocedural unitappeal dismissal

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the proceedings should be limited in cases 7, 9, 33 and 35 to commercial receiving stolen goods

Extrahierter Entscheid

Yes. The proceedings were limited to the charge of commercial receiving stolen goods in those cases.

Extrahierte Begründung

The Regional Court had failed to address the separately charged instigation to theft, which formed a procedural unit with the receiving-stolen-goods offenses. Because proof was not possible for all offenses alleged in concurrence, the prosecution was limited under § 154a StPO with the consent of the Generalbundesanwalt.

Kernrechtsfrage

Whether the defendant's revision against the Regional Court judgment was well founded

Extrahierter Entscheid

No. The review disclosed no legal error to the defendant's detriment.

Extrahierte Begründung

The Court's full review of the conviction and sentence found no error on the merits; the remaining complaints were either irrelevant after the limitation or inadmissible.

Kernrechtsfrage

Who bears the costs and necessary expenses attributable to the dropped instigation-to-theft charges in the limited cases

Extrahierter Entscheid

The state treasury bears those costs and necessary expenses.

Extrahierte Begründung

Although cost allocation is generally excluded after a limitation under § 154a StPO because of its provisional character, an exception applies where the judgment becomes final as to the unaffected parts through dismissal of the revision.

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