Revision rejected; no substantial cooperation under BtMG

BGH 5 StR 215/16Bgh / Criminal Chamber 507.06.2016Dismissed

Zusammenfassung

The Federal Court of Justice rejected the defendant's revision against the Leipzig Regional Court judgment. It held that the trial court's failure to expressly consider § 31 BtMG did not warrant reversal, because the defendant's statements about the separately prosecuted J. did not amount to substantial cooperation. The relevant facts were already supported by independent evidence, especially telecommunications surveillance and observations. The defendant had to bear the costs of the appeal.

Regest

§ 31 BtMG; substantial cooperation as a ground for mitigation of the sentencing range: Whether the defendant's contribution constitutes wesentliche Aufklärungshilfe is a legal question subject to appellate review. Substantial cooperation requires that the defendant's information materially advance the clarification of the offense; it is not enough that the statements merely confirm an evidentiary picture already secured by independent means. If the trial court's findings show that the incriminating facts concerning a co-participant were already established through reliable surveillance or comparable evidence, the omission of an explicit examination of § 31 BtMG does not compel reversal where no further decisive assistance is discernible (consid. 2).

Gesamter Gesetzestext

BGH — 5 StR 215/16, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2016-06-07

Aktenzeichen: 5 StR 215/16

ECLI: ECLI:DE:BGH:2016:070616B5STR215.16.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 31 Abs 1 S 1 BtMG

Vorinstanz: vorgehend LG Leipzig, 15. Februar 2016, Az: 6 KLs 100 Js 12956/15

Spruchkörper: 5. Strafsenat

Titelzeile

Revision nach Strafverurteilung wegen unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln: Prüfung der Wesentlichkeit einer Aufklärungshilfe

Tenor

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Leipzig vom 15. Februar 2016 wird nach § 349 Abs. 2 StPO als unbegründet verworfen.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Ergänzend zum Antrag des Generalbundesanwalts bemerkt der Senat:

Das Landgericht hat eine mögliche Strafrahmenmilderung nach § 31 BtMG nicht ausdrücklich erwogen, obwohl nach den Urteilsfeststellungen hierzu Anlass bestand. Denn der Angeklagte hat im Rahmen seiner Einlassung im Haftprüfungstermin am 20. November 2015 Angaben zur Beteiligung des gesondert Verfolgten J. an den ihm vorgeworfenen Taten gemacht. Der Senat kann jedoch den Urteilsgründen hinreichend sicher entnehmen, dass jedenfalls keine wesentliche Aufklärungshilfe (§ 31 Satz 1 Nr. 1 BtMG) vorliegt.

Bei der Wesentlichkeit der Aufklärungshilfe handelt es sich um einen Rechtsbegriff, der revisionsgerichtlicher Prüfung unterliegt (vgl. BGH, Beschluss vom 15. März 2016 – 5 StR 26/16; Schäfer/Sander/van Gemmeren, Praxis der Strafzumessung, 5. Aufl., Rn. 1044). Gemessen an dem anzulegenden rechtlichen Maßstab (vgl. hierzu BGH, Beschlüsse vom 22. August 1995 – 4 StR 422/95, BGHR BtMG § 31 Nr. 1 Aufdeckung 27; vom 15. März 2016 – 5 StR 26/16; jeweils mwN) war die vom Angeklagten geleistete Aufklärungshilfe nicht wesentlich. Denn für die Tatbeteiligung des gesondert Verfolgten J. lagen mit den vom Landgericht im Rahmen der Beweiswürdigung geschilderten Erkenntnissen, insbesondere aus der Telekommunikationsüberwachung und den Observationsmaßnahmen, bereits tragfähige Beweiserkenntnisse vor, deren Überzeugungskraft nicht von einer Bestätigung durch den Angeklagten abhing. Anhaltspunkte dafür, dass der Angeklagte weitere wesentliche Aufklärungshilfe geleistet haben könnte, lassen sich dem Urteil nicht entnehmen.

Sander Schneider Berger

Bellay Feilcke

Schlagwörter

narcoticsrevisionsentencing mitigationcooperationevidence assessmentcosts