Necessity of defense counsel travel to clients in the USA

BGH 3 StR 49/16Bgh / III. Strafkammer19.04.2016Dismissed

Zusammenfassung

The Federal Court of Justice rejected a private prosecution counsel's request for a declaration that a trip to his clients in Las Vegas was necessary for fee reimbursement. The court held that no circumstances showed that an in-person meeting was indispensable for the revision stage, which raised only legal issues. Telephone or internet consultation was sufficient, and the principles of economical case handling weighed against the trip.

Regest

§ 46 Abs. 1 RVG; necessity of an out-of-town or foreign trip by appointed counsel for consultation with clients; only expenses indispensable for proper representation are compensable. Necessity is absent where the consultation concerns exclusively legal questions in revision and the client's interests can reasonably be safeguarded by telephone or internet communication. In assessing necessity, the court also considers the duty of economical proceedings and the availability of modern means of communication (consid. 1).

Gesamter Gesetzestext

BGH — 3 StR 49/16, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2016-04-19

Aktenzeichen: 3 StR 49/16

ECLI: ECLI:DE:BGH:2016:190416B3STR49.16.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 46 Abs 1 RVG

Vorinstanz: vorgehend LG Lüneburg, 15. Juli 2015, Az: 27 Ks 9/14, Urteilnachgehend BGH, 20. September 2016, Az: 3 StR 49/16, Beschlussnachgehend BGH, 20. September 2016, Az: 3 StR 49/16, Beschluss

Spruchkörper: 3. Strafsenat

Titelzeile

Rechtsanwaltsvergütung: Feststellung der Erforderlichkeit einer Reise des Nebenklägervertreters zu seinen Mandanten in die USA

Tenor

Der Antrag des Nebenklagevertreters Rechtsanwalt M. auf Feststellung der Erforderlichkeit einer Dienstreise zu seinen Mandanten L. und K. wird zurückgewiesen.

Gründe

1 Der nach § 46 Abs. 2 RVG gestellte Antrag des Nebenklagevertreters war zurückzuweisen, da keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, dass die beabsichtigte Dienstreise im Sinne des § 46 Abs. 1 RVG erforderlich ist. Erforderlich sind diejenigen Auslagen, ohne die der beigeordnete Rechtsanwalt die Interessen seines Mandanten nicht sachgemäß wahrnehmen kann (vgl. Mayer/Kroiß/Ebert, Rechtsanwaltsvergütungsgesetz, 6. Aufl., § 46 Rn. 26). Unter Berücksichtigung des Umstandes, dass der Nebenklagevertreter auf die Revisionsgegenerklärung des Generalbundesanwalts bereits mit Schriftsatz vom 11. April 2016 erwidert hat, ist nicht ersichtlich, dass eine Reise zum Wohnsitz der Nebenkläger, der jeweils in Las Vegas liegt, zur Besprechung der Revisionsgegenerklärungen noch erforderlich ist. Dies gilt umso mehr, als es im Revisionsverfahren ohnehin ausschließlich um Rechtsfragen geht. Im Hinblick auf das Gebot sparsamer Prozessführung und die bestehenden elektronischen Möglichkeiten ist dem Nebenklagevertreter zudem eine telefonische Besprechung oder eine Besprechung unter Nutzung eines Kommunikations-programmes über das Internet zumutbar.

Becker Schäfer Gericke

Spaniol Tiemann

Schlagwörter

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