Driving without a license not interrupted by attempted fuel fraud

BGH 4 StR 60/16Bgh / Criminal Chamber 409.03.2016Modified

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court of Justice partly amended the Schwerin Regional Court judgment. It held that a brief stop at a petrol station and an attempted fuel fraud did not interrupt the continuing offence of intentional driving without a license; the proper classification was concurrence. Two single sentences therefore fell away, but the remaining sentence structure, total prison term, and driving-ban period were left untouched. The rest of the revision was dismissed, and the defendant had to bear the costs of the remedy.

Omnilex-Regeste

§ 21 StVG, § 22 StGB, § 53 StGB; unauthorized driving is not interrupted as a continuing offence by a merely brief petrol-station stop accompanied by an attempted fraud. A short interruption in the journey does not break the unitary course of conduct where the unlawful driving is resumed or persists in temporal and factual continuity; the attempted offence and driving without a license are then in concurrence. When only the concurrence assessment changes, the appellate court may leave the overall sentence and ancillary driving ban untouched if it can exclude that the trial court would have imposed a milder total sanction absent the wrongly assessed single counts (consid. 2).

Gesamter Gesetzestext

BGH — 4 StR 60/16, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2016-03-09

Aktenzeichen: 4 StR 60/16

ECLI: ECLI:DE:BGH:2016:090316B4STR60.16.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 21 StVG, § 22 StGB, § 53 StGB, § 263 StGB

Vorinstanz: vorgehend LG Schwerin, 30. September 2015, Az: 31 KLs 8/15

Spruchkörper: 4. Strafsenat

Titelzeile

Vorsätzliches Fahren ohne Fahrerlaubnis: Unterbrechung des Dauerdelikts durch versuchten Tankbetrug

Tenor

  1. Auf die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Schwerin vom 30. September 2015 wird der Schuldspruch dahin abgeändert, dass der Angeklagte des Raubes in zwei Fällen, des räuberischen Diebstahls, des Diebstahls in fünf Fällen, des Betrugs, des versuchten Betrugs in Tateinheit mit vorsätzlichem Fahren ohne Fahrerlaubnis, des Computerbetrugs in zwei Fällen, des Diebstahls in Tateinheit mit vorsätzlichem Fahren ohne Fahrerlaubnis, des vorsätzlichen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung und mit vorsätzlichem Fahren ohne Fahrerlaubnis und des vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis schuldig ist.

  2. Die weiter gehende Revision wird verworfen.

  3. Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Gründe

1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Raubes in zwei Fällen, räuberischen Diebstahls, „besonders schweren Diebstahls“ in fünf Fällen, Betrugs, versuchten Betrugs, Computerbetrugs in zwei Fällen, Diebstahls in Tateinheit mit vorsätzlichem Fahren ohne Fahrerlaubnis, gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung und mit vorsätzlichem Fahren ohne Fahrerlaubnis und vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis in drei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten verurteilt. Ferner hat es eine Sperre von fünf Jahren für die Erteilung einer Fahrerlaubnis für den Angeklagten angeordnet. Gegen das Urteil richtet sich die auf die allgemeine Sachrüge gestützte Revision des Angeklagten.

2 Das Rechtmittel führt in den Fällen II.7. bis 9. der Urteilsgründe zu der vom Generalbundesanwalt beantragten Änderung des Schuldspruchs, da das Dauerdelikt des vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis durch den kurzen Tankaufenthalt und den dabei begangenen Betrugsversuch (vgl. dazu BGH, Beschluss vom 10. Januar 2012 – 4 StR 632/11, NStZ 2012, 324) nicht unterbrochen wird (vgl. BGH, Beschluss vom 7. November 2003 – 4 StR 438/03, VRS 2004, 214), sondern insofern Tateinheit vorliegt (vgl. BGH, Beschluss vom 22. Juli 2009 – 5 StR 268/09, BGHR StVG § 21 Konkurrenzen 2). Damit entfallen zwei Einzelstrafen von jeweils sechs Monaten; die ferner verhängte (Einzel-)Freiheitsstrafe von ebenfalls sechs Monaten bleibt bestehen. Angesichts der verbleibenden 15 Einzelfreiheitsstrafen, die hinsichtlich neun Taten zwischen einem Jahr und zwei Jahren neun Monaten betragen, schließt der Senat aus, dass das Landgericht ohne die nunmehr entfallenen Einzelstrafen auf eine geringere Gesamtfreiheitsstrafe oder Sperre für die Erteilung der Fahrerlaubnis erkannt hätte.

3 Im Übrigen hat das Rechtsmittel aus den vom Generalbundesanwalt in der Antragsschrift vom 4. Februar 2016 dargelegten Gründen keinen Erfolg (§ 349 Abs. 2 StPO). Der lediglich geringe Erfolg des Rechtsmittels des Angeklagten gebietet auch keine Kostenteilung (§ 473 Abs. 1, 4 Satz 1 StPO).

Sost-Scheible Roggenbuck Cierniak

Mutzbauer Bender

Schlagwörter

driving without a licensecontinuing offenceconcurrenceattempted fraudrevisioncriminal costssentencing

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether attempted fuel fraud during a brief petrol stop interrupts the continuing offence of intentional driving without a license.

Extrahierter Entscheid

No. The attempted fraud did not interrupt the continuing offence; the acts stood in concurrence.

Extrahierte Begründung

The unauthorized driving continued despite the short stop, so the driving offence was not broken up by the attempted petrol-station fraud; therefore, concurrence applied.

Kernrechtsfrage

Whether the conviction had to be amended because two separate driving-without-license counts and related sentences could not stand as independent offences.

Extrahierter Entscheid

Yes, the judgment was amended in the operative part; two single sentences fell away, while the remaining sentence and the overall penalty were left unchanged.

Extrahierte Begründung

Only the concurrence classification changed. Given the remaining 15 single sentences, the court excluded any possibility that the trial court would have imposed a lower overall sentence or driving ban.

Kernrechtsfrage

Whether the remainder of the revision succeeded.

Extrahierter Entscheid

No further relief was warranted.

Extrahierte Begründung

Apart from the corrected concurrence, the appeal failed for the reasons stated by the Federal Public Prosecutor General.

Kernrechtsfrage

Who bears the costs of the revision?

Extrahierter Entscheid

The defendant bears the costs.

Extrahierte Begründung

The revision succeeded only to a minor extent, so no cost split was justified.

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