Pauschgebühr for revisional defense counsel; amount within court discretion

BGH 1 StR 272/09Bgh / I. Strafkammer12.01.2016Partially Granted

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

Defense counsel Dr. K. applied for a flat fee for the revision proceedings in case 1 StR 272/09. The Federal Court of Justice held that the statutory revision fees were unreasonable because of the special scope and difficulty of the work, but that the amount remained within judicial discretion. Taking the oral hearing into account, the court fixed the fee at EUR 2,100 rather than the requested EUR 2,600. It also noted that no exceptional case justified the absolute maximum because counsel had already been involved with the decisive issues in the proceedings before the Regional Court.

Omnilex-Regeste

§ 42 Abs. 1 S. 1, S. 4 RVG; flat fee for defense counsel in revision proceedings; where the statutory fees are unreasonable because of special scope or difficulty, the court fixes a substitute fee within the statutory ceiling in the exercise of due discretion. The decisive factors are the extent and complexity of the work, including participation in the oral hearing. An absolute maximum fee is reserved for exceptional cases; prior involvement of counsel with the decisive issues at first instance weighs against such a maximum (consid. 3 f.).

Gesamter Gesetzestext

BGH — 1 StR 272/09, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2016-01-12

Aktenzeichen: 1 StR 272/09

ECLI: ECLI:DE:BGH:2016:120116B1STR272.09.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 42 Abs 1 S 1 RVG, § 42 Abs 1 S 4 RVG

Vorinstanz: vorgehend LG Traunstein, 18. November 2008, Az: 2 KLs 200 Js 865/06

Spruchkörper: 1. Strafsenat

Titelzeile

Feststellung der Pauschgebühr des Wahlverteidigers im Revisionsverfahren: Ermessen des Gerichts; Vorbefassung des Wahlverteidigers im Verfahren vor dem Landgericht

Tenor

  1. Dem Wahlverteidiger Dr. K. aus M. steht für das Revisionsverfahren 1 StR 272/09 anstelle der gesetzlichen Gebühren (VV 4130 und 4132) eine Pauschvergütung in Höhe von 2.100 Euro zu.

  2. Der weitergehende Antrag des Wahlverteidigers wird zurückgewiesen.

Gründe

1 Der Wahlverteidiger Dr. K. hat wegen des besonderen Umfangs und der besonderen Schwierigkeit seiner Tätigkeit im Revisionsverfahren 1 StR 272/09 einschließlich der Revisionshauptverhandlung beantragt, eine Pauschgebühr von insgesamt 2.600 Euro festzustellen. Nach Auffassung des Vertreters der Bundeskasse sind die gesetzlichen Gebühren von höchstens 930 Euro (VV 4130) und 470 Euro (VV 4132) im vorliegenden Fall nicht zumutbar; er hält eine Pauschgebühr von 2.100 Euro für angemessen.

2 Der Senat stellt eine Pauschgebühr von 2.100 Euro fest.

3 Sind die für das Revisionsverfahren gesetzlich vorgesehenen Gebühren eines Wahlanwalts – wie hier – wegen des besonderen Umfangs und der besonderen Schwierigkeit nicht zumutbar, hat der Wahlanwalt gemäß § 42 Abs. 1 Satz 1 RVG einen Anspruch auf Feststellung einer an die Stelle der gesetzlichen Gebühren (hier gemäß VV 4130 und 4132) tretenden Pauschgebühr, die das Doppelte der für die Gebühren des Wahlanwalts geltenden Höchstbeträge nicht übersteigen darf (§ 42 Abs. 1 Satz 4 RVG). Innerhalb dieses vorgegebenen Rahmens steht die Feststellung der Höhe der Pauschgebühr im pflichtgemäßen Ermessen des Gerichts. Unter Berücksichtigung des Umfangs und der Schwierigkeit der Tätigkeit des Antragstellers im Revisionsverfahren einschließlich der Revisionshauptverhandlung hält der Senat in Übereinstimmung mit dem Vertreter der Bundeskasse eine Pauschgebühr von 2.100 Euro für angemessen.

4 Für nahezu eine Verdoppelung der Höchstgebühr ist unter den hier gegebenen Umständen hingegen kein Raum. Ein Sonderfall, der die Feststellung der absoluten Höchstgrenze rechtfertigt, liegt schon deshalb nicht vor, weil der Wahlverteidiger bereits im Verfahren vor dem Landgericht mit den entscheidungserheblichen Fragen befasst war.

Jäger Radtke Mosbacher

Fischer Bär

Schlagwörter

flat feedefense counselrevision proceedingsjudicial discretionspecial difficultyspecial scopelegal feesoral hearingprior involvement

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the defense counsel was entitled to a flat fee instead of the statutory revision fees under § 42 RVG.

Extrahierter Entscheid

Yes. Because the statutory fees were unreasonable in view of the special scope and difficulty of the work, a substitute flat fee was to be fixed.

Extrahierte Begründung

Under § 42(1) sentence 1 RVG, an appointed counsel may obtain a flat fee replacing statutory fees if those fees are unreasonable due to special scope or difficulty. The amount is determined within the statutory ceiling in the court's discretion.

Kernrechtsfrage

What amount of flat fee was appropriate for the revision proceedings.

Extrahierter Entscheid

EUR 2,100 was appropriate; no room existed for the requested maximum amount of EUR 2,600.

Extrahierte Begründung

Considering the scope and difficulty of the work, including the oral revision hearing, the amount proposed by the Bundeskasse was adequate. A special case justifying the absolute maximum was lacking because counsel had already dealt with the decisive issues before the Regional Court.

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