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BGH 3 StR 406/15 ΓÇó Use of evidence from warrantless preventive search
BGH 3 StR 406/15Bgh / III. Strafkammer08.12.2015Dismissed
The Federal Court of Justice rejected the defendants’ revisions against the Regional Court of Verden. It held that the contested vehicle search during a traffic stop was permissible under Lower Saxony preventive police law because the smell of cannabis created a factual suspicion justifying the search and possible seizure of drugs. Since the search was lawful under administrative danger-prevention law, the evidence obtained from it was admissible in the criminal trial under § 161 Abs. 2 StPO. The judgment contained no reversible legal error; the appellants also had to bear the costs of their remedies.
§ 161 Abs. 2 StPO; §§ 22 Abs. 1 Nr. 2, 23 Abs. 1 Nr. 1 und 3, 26 Abs. 1 Nr. 1 Nds. SOG; admissibility of evidence obtained in a preventive police search without prior judicial order. Evidence gathered in a search carried out by the police under security-law powers is usable in criminal proceedings if the search was objectively lawful under administrative law. A judicial warrant is not required where the relevant security-law provision allows an immediate search on the basis of facts giving rise to the requisite suspicion, in particular where the odor of cannabis during a traffic stop supports the assumption that seizable narcotics are present. The criminal court need only exclude use where the underlying preventive measure was unlawful; if it was lawful, § 161 Abs. 2 StPO permits evidentiary use (consid. not specified).
Entscheidungsdatum: 2015-12-08
Aktenzeichen: 3 StR 406/15
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 161 Abs 2 StPO, § 22 Abs 1 Nr 2 SOG ND, § 23 Abs 1 Nr 1 SOG ND, § 23 Abs 1 Nr 3 SOG ND, § 26 Abs 1 Nr 1 SOG ND
Vorinstanz: vorgehend LG Verden, 7. April 2015, Az: 7 KLs 17/11
Spruchkörper: 3. Strafsenat
Strafverfahren: Verwendung der Erkenntnisse einer gefahrenabwehrrechtlichen Durchsuchung während einer Verkehrskontrolle
Die Revisionen der Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Verden vom 7. April 2015 werden als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigungen keinen Rechtsfehler zum Nachteil der Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).
Jeder Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels zu tragen.
Ergänzend bemerkt der Senat:
Die von dem Angeklagten L. erhobene Verfahrensrüge, das Landgericht habe die Erkenntnisse aus der Durchsuchung eines von ihm am Tag der Tat im Fall II.1. der Urteilsgründe gesteuerten und von seiner Ehefrau angemieteten Pkw wegen eines Verstoßes gegen den Richtervorbehalt nicht verwerten dürfen, ist - über die in der Antragsschrift des Generalbundesanwalts genannten Gründe hinaus - auch deshalb unbegründet, weil die Durchsuchung durch die Polizei gemäß § 23 Abs. 1 Nr. 1 und 3 Nds. SOG auch ohne vorherige richterliche Anordnung zulässig war. Nach dieser Vorschrift können die Verwaltungsbehörden und die Polizei eine Sache durchsuchen, die von einer Person mitgeführt wird, die nach § 22 Nds. SOG durchsucht werden darf (Nr. 1), bzw. wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass sich in ihr eine andere Sache befindet, die sichergestellt werden darf (Nr. 3). Nach § 22 Abs. 1 Nr. 2 Nds. SOG kann eine Person durchsucht werden, wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass sie Sachen mit sich führt, die sichergestellt werden dürfen. Angesichts des bei der Verkehrskontrolle wahrgenommenen Cannabisgeruchs bestand der auf Tatsachen basierende Verdacht, dass sich in dem Pkw oder bei den im Wagen befindlichen Personen Betäubungsmittel befanden, die aus Gründen der Gefahrenabwehr (§ 26 Abs. 1 Nr. 1 Nds. SOG) sichergestellt werden durften. War die Durchsuchung damit gefahrenabwehrrechtlich zulässig, konnten die daraus gewonnenen Erkenntnisse gemäß § 161 Abs. 2 StPO auch im Strafverfahren gegen die Angeklagten verwendet werden.
Becker Hubert Mayer
Gericke Spaniol