No non-admission complaint against refusal of legal appeal

BGH I ZB 51/15Bgh / I. Zivilkammer21.10.2015Dismissed

Zusammenfassung

The Federal Court of Justice dismissed the debtor's legal appeal as inadmissible. It held that the challenged enforcement orders were not among the decisions against which a legal appeal lies under Section 574(1) sentence 1 ZPO, and that no leave to appeal had been granted by the appellate court. The debtor's personal written filing was ineffective because only a lawyer admitted to the Federal Court of Justice may file a legal appeal. The Court also rejected any non-admission complaint or extraordinary complaint against the refusal to allow the appeal. The value of the matter was set at EUR 3,500.

Regest

§ 574 Abs. 1, § 574 Abs. 2, § 793 ZPO; legal appeal in enforcement proceedings and no non-admission complaint: A legal appeal against a decision in enforcement matters is admissible only if the appellate court has expressly allowed it. The exceptional admissibility doctrine for violations of procedural constitutional rights applies only to statutorily available appeals that do not require leave. A filing by the party itself is ineffective where legal representation by a BGH-admitted lawyer is required. Against the refusal to allow the legal appeal, neither a non-admission complaint nor an extraordinary complaint is available; such a remedy is neither provided by statute nor constitutionally mandated.

Gesamter Gesetzestext

BGH — I ZB 51/15, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2015-10-21

Aktenzeichen: I ZB 51/15

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 544 ZPO, § 574 Abs 1 ZPO, § 574 Abs 2 ZPO

Vorinstanz: vorgehend OLG Bamberg, 30. Juni 2015, Az: 4 W 52/15vorgehend LG Würzburg, 11. Juni 2015, Az: 21 O 930/12vorgehend LG Würzburg, 3. März 2015, Az: 21 O 930/12

Spruchkörper: 1. Zivilsenat

Titelzeile

Rechtsbeschwerdeverfahren: Unstatthaftigkeit der Nichtzulassungsbeschwerde

Tenor

Die Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss des Oberlandesgerichts Bamberg - 4. Zivilsenat - vom 30. Juni 2015 und die Beschlüsse des Landgerichts Würzburg - 2. Zivilkammer - vom 3. März 2015 und 11. Juni 2015 wird auf Kosten des Schuldners als unzulässig verworfen.

Der Gegenstandswert des Rechtsbeschwerdeverfahrens wird auf 3.500 € festgesetzt.

Gründe

1 1. Die Rechtsbeschwerde ist nicht statthaft und deshalb unzulässig, soweit sich der Rechtsbeschwerdeführer gegen den mit der Beschwerde angefochtenen Beschluss und den seiner Beschwerde nicht abhelfenden Beschluss des Landgerichts wendet, weil es sich um keine der in § 574 Abs. 1 Satz 1 ZPO angeführten Entscheidungen handelt.

2 2. Die vom Rechtsbeschwerdeführer gegen den Beschluss des Beschwerdegerichts eingelegte Rechtsbeschwerde ist gleichfalls unzulässig.

3 a) Die durch Schreiben des Rechtsbeschwerdeführers vom 3. Juli 2015 erfolgte Rechtsbeschwerdeeinreichung ist unwirksam; eine Rechtsbeschwerde kann wirksam nur durch einen beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt eingelegt werden (st. Rspr.; vgl. BGH, Beschluss vom 15. April 2015 - I ZB 16/15, juris Rn. 1; Beschluss vom 21. Mai 2015 - I ZB 120/14, juris Rn. 1; Ball in Musielak/Voit, ZPO, 12. Aufl., § 575 Rn. 3 mwN).

4 b) Die Rechtsbeschwerde ist des Weiteren unzulässig, weil sie das Beschwerdegericht in dem angefochtenen Beschluss nicht zugelassen hat.

5 aa) Soweit nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs die Rechtsbeschwerde gemäß § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und Abs. 2 ZPO zulässig ist, wenn Verfahrensgrundrechte oder das Willkürverbot verletzt sind (vgl. BGH, Beschluss vom 11. Mai 2004 - XI ZB 39/03, BGHZ 159, 135, 139 ff.), gilt dies allein für nach dem Gesetz statthafte Rechtsbeschwerden, die der Zulassung durch die Beschwerdegerichte nicht bedürfen. Um eine solche Rechtsbeschwerde handelt es sich vorliegend nicht. Gegen in der Beschwerdeinstanz ergangene Beschlüsse in Zwangsvollstreckungssachen findet die Rechtsbeschwerde nur statt, wenn sie durch das in zweiter Instanz entscheidende Beschwerdegericht zugelassen worden ist (§ 793, § 574 Abs. 1 Nr. 2 ZPO). Dies ist im Streitfall nicht geschehen.

6 bb) Gegen die Nichtzulassung der Rechtsbeschwerde durch das Beschwerdegericht findet - anders als bei der Revision - keine Nichtzulassungsbeschwerde statt (BGH, Beschluss vom 16. November 2006 - IX ZA 26/06, WuM 2007, 41). Der Weg der außerordentlichen Beschwerde ist nicht eröffnet (BGH, Beschluss vom 7. März 2002 - IX ZB 11/02, BGHZ 150, 133 ff.) und verfassungsrechtlich auch nicht geboten (vgl. BVerfGE 107, 395 ff.).

Büscher Schaffert Kirchhoff

Löffler Schwonke

Schlagwörter

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