Value of complaint in non-admission appeal over indefinite tenancy

BGH VIII ZR 108/15Bgh / Civil Chamber 803.11.2015Dismissed

Zusammenfassung

The Federal Court of Justice dismissed the defendant's non-admission complaint as inadmissible in a dispute about the existence of an indefinite tenancy. Applying §§ 8, 9 ZPO, the Court held that the complaint value is three and a half times the annual net rent. With a monthly rent of EUR 271.93, the value reached only EUR 11,421.06 and therefore did not meet the EUR 20,000 threshold under § 26 Nr. 8 EGZPO. The Court also rejected the defendant's equal-protection objection and the argument that a special personal interest in the favorable lease should raise the value. The fees-based dispute value was set at EUR 3,263.16.

Regest

§§ 8, 9 ZPO; § 26 Nr. 8 EGZPO; complaint value in a dispute over the existence of an indefinite tenancy; for an unbefristetes Mietverhältnis the value of the Beschwer is generally assessed at three and a half times the annual net rent. The decisive criterion is the contractually agreed rent, not a party's subjective interest in maintaining a particularly favorable contract. An indefinite tenancy is not comparable to a lease of fixed long duration because it is ordinarily terminable by both parties, so a lower complaint value does not violate Art. 3 Abs. 1 GG (consid. 2-3).

Gesamter Gesetzestext

BGH — VIII ZR 108/15, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2015-11-03

Aktenzeichen: VIII ZR 108/15

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 8 ZPO, § 9 ZPO, Art 3 Abs 1 GG

Vorinstanz: vorgehend LG Hildesheim, 27. März 2015, Az: 7 S 4/15vorgehend AG Peine, 10. Dezember 2014, Az: 16 C 57/14

Spruchkörper: 8. Zivilsenat

Titelzeile

Wert der Beschwer bei Nichtzulassungsbeschwerde: Streit über das Bestehen eines Mietverhältnisses von unbestimmter Dauer

Tenor

Die Beschwerde des Beklagten gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des Landgerichts Hildesheim - Zivilkammer 7 - vom 27. März 2015 wird auf seine Kosten als unzulässig verworfen.

Der Gebührenstreitwert wird auf 3.263,16 € festgesetzt.

Gründe

1 Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unzulässig, weil der Wert der mit der Revision geltend zu machenden Beschwer nur 11.421,06 € beträgt und deshalb die gemäß § 26 Nr. 8 EGZPO erforderliche Beschwer von mehr als 20.000 € nicht erreicht ist.

2 Nach der ständigen Rechtsprechung des Senats ist der Beschwerdewert bei einem Streit über das Bestehen eines Mietverhältnisses, dessen Dauer - wie hier bei einem unbefristeten Mietverhältnis - unbestimmt ist, gemäß §§ 8, 9 ZPO nach dem dreieinhalbfachen Jahresbetrag der Nettomiete zu bemessen (zuletzt Senatsbeschluss vom 16. September 2015 - VIII ZR 135/15, juris Rn. 3 mwN). Der Beklagte ist durch das angefochtene Räumungsurteil des Berufungsgerichts angesichts der monatlichen Miete von 271,93 € (nur) in Höhe von 11.421,06 € (42 x 271,93 €) beschwert.

3 Entgegen der Auffassung der Nichtzulassungsbeschwerde verstößt es nicht gegen den Gleichheitsgrundsatz, dass die Beschwer damit bei einem unbefristeten Mietverhältnis geringer ist als bei einem auf bestimmte, langjährige Dauer abgeschlossenen Mietverhältnis. Denn ein unbefristetes Mietverhältnis kann - anders als ein Mietverhältnis von bestimmter Dauer - von beiden Seiten ordentlich gekündigt werden. Schließlich ist es - entgegen der weiteren Auffassung der Nichtzulassungsbeschwerde - auch sachgerecht, dass §§ 8, 9 ZPO bei der Bemessung der Beschwer auf die vereinbarte Miete abstellen und daneben ein etwaiges persönliches Interesse einer Partei, an einem besonders günstigen Vertrag festzuhalten, nicht berücksichtigt wird.

Dr. Milger Dr. Hessel Dr. Fetzer

Dr. Bünger Kosziol

Schlagwörter

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