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BGH 2 StR 83/15 ΓÇó Sentencing error from double use of intent in manslaughter
BGH 2 StR 83/15Bgh / II. Strafkammer25.06.2015Partially Granted
The Federal Court partly upheld the defendant's cassation appeal against a manslaughter conviction. It found that the Regional Court, when assessing whether a less serious case under § 213 Alt. 2 StGB existed, had unlawfully treated the defendant's unconditional intent to kill as an aggravating circumstance. This breached the prohibition on double use in § 46(3) StGB. The sentence was therefore set aside and the case remitted to another criminal chamber of the Regional Court for a new sentencing decision; the conviction itself was otherwise left standing.
§ 46 Abs. 3 StGB; § 213 Alt. 2 StGB; use of unconditional intent to kill in sentencing: the element of intent to kill inherent in manslaughter may not be weighed again to the defendant's detriment when determining whether a less serious case exists or in sentencing. Such consideration constitutes impermissible double use. If the appellate court cannot exclude that the error influenced the assessment of a less serious case and the sentence, the sentence must be set aside; the findings of fact need not be quashed where the error concerns only evaluation (consid. 2-3).
Entscheidungsdatum: 2015-06-25
Aktenzeichen: 2 StR 83/15
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 46 Abs 3 StGB, § 212 StGB, § 213 Alt 2 StGB
Vorinstanz: vorgehend LG Köln, 2. September 2014, Az: 105 Ks 5/14
Spruchkörper: 2. Strafsenat
Strafzumessung nach Totschlag: Verstoß gegen das Doppelverwertungsverbot bei strafschärfender Berücksichtigung des unbedingten Tötungsvorsatzes
Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Köln vom 2. September 2014 im Strafausspruch aufgehoben.
Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten der Revision, an eine andere als Schwurgericht tätige Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.
Die weitergehende Revision wird verworfen.
1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren verurteilt. Die hiergegen gerichtete Revision des Angeklagten hat im Strafausspruch Erfolg; im Übrigen ist sie offensichtlich unbegründet (§ 349 Abs. 2 StPO).
2 Das Landgericht hat bei der Prüfung des minder schweren Falles nach § 213 2. Alt. StGB zu Lasten des Angeklagten unter anderem berücksichtigt, dass er "noch dazu mit unbedingtem Tötungsvorsatz gegen sein Opfer" vorgegangen ist. Dies verstößt gegen § 46 Abs. 3 StGB und erweist sich daher als rechtsfehlerhaft (BGH, Beschluss vom 9. Juni 2015 - 2 StR 166/15; Beschluss vom 11. März 2015 - 1 StR 3/15). Der Senat kann nicht ausschließen, dass die Strafkammer bei rechtsfehlerfreier Würdigung zur Annahme eines minder schweren Falles gelangt und eine niedrigere Freiheitsstrafe verhängt hätte.
3 Da es sich um einen Wertungsfehler handelt, bedarf es der Aufhebung von Feststellungen nicht. Der Tatrichter ist nicht gehindert, neue Feststellungen zu treffen, die zum feststehenden Sachverhalt nicht in Widerspruch stehen.
Krehl Eschelbach Ott
Zeng Bartel