E-mail objection against court fee assessment is inadmissible

BGH IX ZB 52/14Bgh / Civil Chamber 908.06.2015Dismissed

Zusammenfassung

The Federal Court held that the cost debtor’s e-mails challenging the fee assessment did not meet the mandatory formal requirements for an objection under the GKG. Because neither a reproduced signature nor a qualified electronic signature was present, the remedy was inadmissible. The court also noted that the fixed fee had been correctly assessed and had become due when the Senate order was issued. The objection was therefore rejected; the proceeding was fee-free and no costs were reimbursed.

Regest

§ 66 Abs. 1, 5 GKG; § 5a GKG; § 130a ZPO: Die Erinnerung gegen den Gerichtskostenansatz unterliegt dem in § 66 Abs. 5 Satz 1 GKG normierten strengen Formzwang. Ein bloß per E-Mail übermittelter Rechtsbehelf wahrt die Form nicht; erforderlich ist entweder die schriftliche Einlegung mit Unterschrift bzw. in Kopie wiedergegebener Unterschrift oder die Übermittlung mit qualifizierter elektronischer Signatur. § 5a GKG verweist insoweit auf § 130a ZPO, wobei die qualifizierte elektronische Signatur zwingendes Formerfordernis bleibt. Fehlt es daran, ist die Erinnerung unzulässig; die materielle Richtigkeit des Kostenansatzes bleibt dann grundsätzlich unerörtert bzw. bestätigt lediglich ergänzend die Tragfähigkeit des Ansatzes (consid. 2 f.).

Gesamter Gesetzestext

BGH — IX ZB 52/14, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2015-06-08

Aktenzeichen: IX ZB 52/14

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 5a GKG, § 66 Abs 1 GKG, § 66 Abs 5 S 1 GKG, § 130a ZPO

Vorinstanz: vorgehend LG Chemnitz, 10. Juli 2014, Az: 3 T 360/14vorgehend AG Chemnitz, 26. Mai 2014, Az: 1203 IN 2627/12

Spruchkörper: 9. Zivilsenat

Titelzeile

Zulässigkeit einer mittels E-Mail eingelegten Erinnerung gegen den Gerichtskostenansatz

Tenor

Die Erinnerung des Kostenschuldners gegen den Ansatz der Gerichtskosten vom 19. September 2014 (Kostenrechnung vom 8. Oktober 2014, Kassenzeichen ) wird als unzulässig verworfen.

Gründe

1 Die funktionelle Zuständigkeit des Einzelrichters folgt aus § 1 Abs. 5, § 66 Abs. 6 GKG (vgl. BGH, Beschluss vom 23. April 2015 - I ZB 73/14, juris Rn. 3 ff).

2 Der als Erinnerung gemäß § 66 Abs. 1 Satz 1 GKG auszulegende Rechtsbehelf des Kostenschuldners ist unzulässig. Die E-Mails vom 18., 19. Januar und 28. März 2015, mit denen er die Kostenrechnung ablehnt, genügen nicht der nach § 66 Abs. 5 Satz 1 GKG vorgesehenen Form. Sie tragen weder eine (in Kopie wiedergegebene) Unterschrift (vgl. BGH, Beschluss vom 15. Juli 2008 - IX ZB 8/08, juris Rn. 8 ff) noch sind sie mit einer qualifizierten elektronischen Signatur nach dem Signaturgesetz versehen, was entgegen dem Wortlaut des nach § 5a GKG anwendbaren § 130a Abs. 1 Satz 2 ZPO ein zwingendes Formerfordernis ist (BGH, Beschluss vom 14. Januar 2010 - VII ZB 112/08, BGHZ 184, 75 Rn. 11 ff; vom 14. Mai 2013 - VI ZB 7/13, BGHZ 197, 209 Rn. 7).

3 Überdies ist der erfolgte Kostenansatz richtig. Mit Recht ist die in Nr. 2364 der Anlage 1 im Gerichtskostengesetz vorgesehene Festgebühr in Höhe von 120 € angesetzt worden. Sie ist mit Erlass des Senatsbeschlusses vom 18. September 2014 fällig geworden (§ 6 Abs. 2 GKG).

4 Das Verfahren ist gerichtsgebührenfrei; Kosten werden nicht erstattet (§ 66 Abs. 8 GKG). Der Rechtsbeschwerdeführer kann nicht damit rechnen, in dieser Sache Antwort auf weitere Eingaben zu erhalten.

Möhring

Schlagwörter

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