Insolvency claim valuation and dispute amount

BGH III ZR 260/14Bgh / III. Zivilkammer28.05.2015Granted

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court had to determine the dispute value for a cassation complaint in an insolvency claim-festimation case. It held that Section 182 InsO applies to all actions under Sections 179 and 180 InsO concerning disputed insolvency claims and that the decisive factor is the expected dividend from the estate. The fact that the claimant had also pursued a separate-satisfaction position based on an insurance claim did not matter, because that issue was not part of the judgment under review and does not raise the value of the insolvency claim action. The court therefore set both the dispute value and the revision complaint value at EUR 1,000.

Omnilex-Regeste

§ 182 InsO; valuation of actions for determination of a disputed insolvency claim. The amount in dispute is determined by the expected quota from the insolvency estate and applies uniformly to actions under §§ 179, 180 InsO, including continuation of proceedings by the insolvency administrator and positive or negative determination actions. For the jurisdictional and appellate value, the same criterion governs, including the value of the complaint under § 26 Nr. 8 EGZPO. Collateral security interests or rights to separate satisfaction do not increase the value if they are not themselves the subject matter of the proceedings; only the relief actually sought in the action is decisive (consid. 1-4).

Gesamter Gesetzestext

BGH — III ZR 260/14, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2015-05-28

Aktenzeichen: III ZR 260/14

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 179 Abs 1 InsO, § 179 Abs 2 InsO, § 180 Abs 2 InsO, § 182 InsO

Vorinstanz: vorgehend Oberlandesgericht des Landes Sachsen-Anhalt, 6. November 2013, Az: 5 U 130/13vorgehend LG Halle (Saale), 30. Mai 2013, Az: 4 O 1818/11

Spruchkörper: 3. Zivilsenat

Titelzeile

Insolvenzfeststellungsklage: Bemessung des Streitwerts

Tenor

Der Streitwert für das Beschwerdeverfahren und der Wert der mit der Revision geltend zu machenden Beschwer (§ 26 Nr. 8 EGZPO) werden auf 1.000 € festgesetzt.

Gründe

1 Nach § 182 InsO bestimmt sich der Wert des Streitgegenstands einer Klage auf Feststellung einer Forderung, deren Bestand - wie vorliegend - vom Insolvenzverwalter bestritten worden ist, nach dem Betrag, der bei der Verteilung der Insolvenzmasse für die Forderung zu erwarten ist. Die Norm ist auch für den Zuständigkeits- und Rechtsmittelstreitwert unter Einschluss des Wertes des Beschwerdegegenstands maßgebend (BGH, Beschluss vom 28. Januar 2002 - II ZB 23/01, NZI 2002, 549), mithin auch für die Ermittlung des Wertes der mit der Revision geltend zu machenden Beschwer (BGH, Beschluss vom 21. Dezember 2006 - VII ZR 200/05, MDR 2007, 681). Sie gilt grundsätzlich für alle Klagen gemäß §§ 179, 180 InsO auf Feststellung einer bestrittenen Insolvenzforderung. Dabei ist es unerheblich, ob die Feststellung durch Prozessaufnahme (§ 180 Abs. 2 InsO), positive Feststellungsklage des Gläubigers (§ 179 Abs. 1 InsO) oder negative Feststellungsklage des bestreitenden Insolvenzverwalters betrieben wird (§ 179 Abs. 2 InsO; vgl. MüKoInsO/Schumacher, 3. Aufl., § 182 Rn. 3). Vorliegend handelt es sich um eine Aufnahme des Rechtsstreits durch den bestreitenden Insolvenzverwalter nach § 180 Abs. 2 i.V.m. § 179 Abs. 2 InsO, auf die nach den vorstehenden Grundsätzen § 182 InsO anwendbar ist.

2 Nach den Feststellungen des Beklagten wird, worauf das Berufungsgericht mit - rechtskräftigem - Urteil vom 16. Juli 2014 hingewiesen hat (Seite 7 der Entscheidungsgründe), auf die Insolvenzgläubiger und damit auch auf den Kläger voraussichtlich keine signifikante Quote entfallen. Vor diesem Hintergrund hat das Berufungsgericht in seinem Urteil vom 16. Juli 2014 den Streitwert nach § 182 ZPO auf 1.000 € festgesetzt. Dieser Wert ist auch vorliegend nach § 26 Nr. 8 EGZPO i.V.m. § 182 InsO festzusetzen.

3 Der Umstand, dass der Kläger - nach dem Berufungsurteil vom 6. November 2013 - versucht hat, den Rechtsstreit vor dem Berufungsgericht aufzunehmen, und in diesem Rahmen die Feststellung eines Anspruchs auf abgesonderte Befriedigung nach § 110 VVG begehrt hat, rechtfertigt keine abweichende Beurteilung. Denn der zuletzt genannte Anspruch ist nicht Gegenstand des Berufungsurteils und damit auch nicht Gegenstand der Revision, deren Zulassung der Beklagte in dem vorliegenden Beschwerdeverfahren begehrt. Die Beschwerde erkennt insofern zutreffend, dass Gegenstand des Rechtsstreits der Zahlungsanspruch des Klägers gegen die Schuldnerin ist und nicht das Recht, sich aus der Deckungsforderung gegen den Versicherer zu befriedigen. Allein das Bestehen etwaiger Sicherheiten des Gläubigers und von Absonderungsrechten erhöht den Streitwert nicht (BGH, Urteil vom 19. Februar 1964 - Ib ZR 155/62, NJW 1964, 1229 f; Beschluss vom 12. November 1992 - VII ZB 13/92, NJW-RR 1993, 317, 318 zu § 148 KO; MüKoInsO/Schumacher aaO Rn. 7; Uhlenbruck/Sinz, InsO, 13. Aufl., § 182 Rn. 20; Graf-Schlicker in Graf-Schlicker, InsO, 4. Aufl., § 182 Rn. 9). Für die Bemessung des Streitwerts einer Insolvenzfeststellungsklage ist vielmehr allein vom Inhalt des Klagebegehrens auszugehen (vgl. BGH, Urteil vom 19. Februar 1964 aaO; Beschluss vom 12. November 1992 aaO; Uhlenbruck/Sinz aaO Rn. 20 f). Für die vorliegende Klage, die im Fall ihrer Weiterverfolgung durch den Kläger auf eine solche Feststellungsklage umzustellen wäre (vgl. Senat, Beschluss vom 31. Oktober 2012 - III ZR 204/12, BGHZ 195, 233 Rn. 21 f mwN), gilt nichts anderes. Sie umfasst das Recht des Klägers auf abgesonderte Befriedigung nicht.

4 Nach den vorstehenden Grundsätzen führt auch die bloße Erwartung, dass der Kläger seinen - nach dem Berufungsurteil - vergeblich geltend gemachten Anspruch auf abgesonderte Befriedigung nach § 110 VVG weiterverfolgen könnte, nicht zu einer Erhöhung der aus dem Berufungsurteil vom 6. November 2013 folgenden und damit für § 26 Nr. 8 EGZPO maßgeblichen Beschwer.

Schlick Seiters Tombrink

Remmert Reiter

Schlagwörter

insolvency claimdispute valuequotaseparate satisfactionrevision complaintclaim valuation

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

How is the value of an insolvency claim declaration action determined when the claim has been disputed by the insolvency administrator?

Extrahierter Entscheid

The dispute value is governed by the expected dividend from the insolvency estate under Section 182 InsO; this also applies to the appellate and revision-value assessment.

Extrahierte Begründung

Section 182 InsO controls all actions under Sections 179 and 180 InsO seeking determination of a disputed insolvency claim, regardless of whether the action is brought by claim, counterclaim, or by procedural continuation of the case.

Kernrechtsfrage

Do alleged security rights or a claimed right to separate satisfaction increase the dispute value of the insolvency claim action?

Extrahierter Entscheid

No. Only the content of the claim pursued in the proceedings is relevant; ancillary security or separate-satisfaction rights outside the subject matter of the judgment do not increase the value.

Extrahierte Begründung

The action concerned only the payment claim against the debtor, not the separate satisfaction right against an insurer; therefore there was no basis for a higher value.

Setzen Sie Ihre Recherche in ChatGPT oder Claude fort

Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.