Weapons Act offences and concurrence in vehicle storage

BGH 2 StR 478/14Bgh / II. Strafkammer07.05.2015Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court of Justice rejected the defendant's revision against a Wiesbaden conviction, but corrected the wording of the conviction in two respects. In case II.4, threat was absorbed by coercion. In case II.7, an acquisition offense under the Weapons Act could not stand because the acquisition dates were not established and limitation could not be ruled out; however, carrying a semi-automatic handgun and a firearm, possession of ammunition, and possession of a prohibited object remained in ideal concurrence. The remaining appeal grounds failed, and the defendant had to bear the costs of the appeal.

Omnilex-Regeste

§ 349 Abs. 2, § 473 Abs. 4 StPO; § 52 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b, Abs. 3 Nr. 1, Nr. 2 Buchst. a und b WaffG; §§ 52, 53 StGB: On revision, the conviction must be corrected where an accompanying threat is consumed by coercion and where an acquisition offense under the Weapons Act cannot be upheld because the acquisition time remains undetermined and limitation cannot be excluded. Storage of weapons in a vehicle constitutes carrying; ammunition and other prohibited objects may be possessed separately. The various Weapons Act violations arising from the same factual setting can stand in ideal concurrence (consid. 4–5). A merely minor partial success does not justify relieving the appellant of appeal costs (consid. 7).

Gesamter Gesetzestext

BGH — 2 StR 478/14, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2015-05-07

Aktenzeichen: 2 StR 478/14

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 52 Abs 1 Nr 2 Buchst b WaffG, § 52 Abs 3 Nr 1 WaffG, § 52 Abs 3 Nr 2 Buchst a WaffG, § 52 Abs 3 Nr 2 Buchst b WaffG, § 52 StGB, § 53 StGB

Vorinstanz: vorgehend LG Wiesbaden, 24. Juli 2014, Az: 1 KLs 2263 Js 35844/13

Spruchkörper: 2. Strafsenat

Titelzeile

Verstöße gegen das Waffengesetz: Konkurrenzverhältnisse bei Aufbewahren von Waffen und Munition in einem Kraftfahrzeug

Tenor

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Wiesbaden vom 24. Juli 2014 wird mit der Maßgabe als unbegründet verworfen, dass der Angeklagte im Fall II. 4. der Urteilsgründe der gefährlichen Körperverletzung in Tateinheit mit Nötigung und im Fall II. 7. der Urteilsgründe des Führens einer halbautomatischen Kurzwaffe in Tateinheit mit Führen einer Schusswaffe, Besitz von Munition und Besitz eines verbotenen Gegenstandes schuldig ist.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels zu tragen.

Gründe

1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung in vier Fällen, davon in einem Fall in Tateinheit mit Bedrohung, in einem Fall in Tateinheit mit Nötigung und Bedrohung [Fall II. 4. der Urteilsgründe], in einem Fall in Tateinheit mit Nötigung und in einem weiteren Fall in Tateinheit mit versuchter Nötigung, wegen versuchter Körperverletzung, Bedrohung gefährlicher Körperverletzung in drei tateinheitlichen Fällen, wegen "des tateinheitlich begangenen Verstoßes gegen das Waffengesetz in 4 Fällen (verbotener Erwerb, Besitz und Führen einer halbautomatischen Kurzwaffe, verbotenes Führen zweier Schreckschusswaffen, verbotener Erwerb und Besitz von Munition sowie Besitz verbotener Gegenstände)" [Fall II. 7. der Urteilsgründe], wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt. Gegen die Verurteilung richtet sich die auf die Verletzung formellen und materiellen Rechts gestützte Revision des Angeklagten. Das Rechtsmittel hat den aus der Entscheidungsformel ersichtlichen Teilerfolg; im Übrigen ist es unbegründet (§ 349 Abs. 2 StPO).

2 1. Die Verfahrensrüge ist nicht ausgeführt und daher unzulässig (§ 34 Abs. 2 Satz 2 StPO).

3 2. Die Überprüfung des Urteils im Rahmen der erhobenen Sachrüge führt lediglich zur Berichtigung des Schuldspruchs entsprechend der Beschlussformel.

4 a) Im Fall II. 4. der Urteilsgründe tritt die Bedrohung hinter der Nötigung zurück, weil die Bedrohung sich als Teil der Nötigung erweist (vgl. Fischer, StGB, 62. Aufl., § 240 Rn. 63 und § 241 Rn. 7 mwN).

5 b) Im Fall II. 7. der Urteilsgründe scheidet ein gemäß § 52 Abs. 1 WaffG strafbarer Erwerb aus, weil das Landgericht zu den Erwerbszeitpunkten keine Feststellungen treffen konnte und eine Verjährung dieser Tathandlungen nicht auszuschließen ist. Die im Fahrzeug des Angeklagten aufbewahrte halbautomatische Kurzwaffe und die Schusswaffe hat er geführt (§ 52 Abs. 1 Nr. 2 b), Abs. 3 Nr. 2 a) WaffG; vgl. auch BGH, Beschluss vom 13. August 2009 - 3 StR 226/09, BGHR WaffG § 52 Konkurrenzen 2); Munition und Stahlruten hat der Angeklagte besessen (§ 52 Abs. 3 Nr. 1 und 2 b) WaffG). Diese Verstöße gegen das Waffengesetz stehen in Tateinheit (vgl. BGH, Urteil vom 5. Mai 2011 - 3 StR 445/10, juris Rn. 38).

6 c) Der Senat kann aus den zutreffenden Gründen der Antragsschrift des Generalbundesanwalts vom 25. November 2014 ausschließen, dass die jeweils für die Fälle II. 4. und II. 7. der Urteilsgründe festgesetzten Einzelstrafen auf den teilweise fehlerhaften Schuldsprüchen beruhen.

7 3. Der geringe Teilerfolg der Revision rechtfertigt es nicht, den Angeklagten teilweise von den durch sein Rechtsmittel entstandenen Kosten und Auslagen freizustellen (§ 473 Abs. 4 StPO).

| Fischer | | Eschelbach | | RinBGH Dr. Ott ist an der Unterschrift aus tatsächlichen Gründen gehindert. | | --- | --- | --- | --- | --- | | | | | | Fischer | | | Zeng | | Bartel | |

Schlagwörter

revisionweapons actconcurrencecarrying weaponspossession of ammunitioncostsprocedural complaintideal concurrence

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the procedural complaint was properly substantiated.

Extrahierter Entscheid

The procedural complaint was not sufficiently reasoned and was therefore inadmissible.

Extrahierte Begründung

A procedural objection must be substantiated; here it was not developed in the required manner.

Kernrechtsfrage

Whether the conviction in case II.4 had to be corrected because threat is absorbed by coercion.

Extrahierter Entscheid

Yes. Threat was subsidiary to coercion because, on the court's view, it formed part of the coercion.

Extrahierte Begründung

Where the threat constitutes merely an element of the coercion, it does not remain independently punishable in concurrence.

Kernrechtsfrage

Whether the Weapons Act conviction in case II.7 included an unlawful acquisition.

Extrahierter Entscheid

No. An acquisition offense could not be established because the acquisition times were not determined and limitation could not be excluded.

Extrahierte Begründung

Without findings on the dates of acquisition, a time-barred acquisition cannot be ruled out, so that part of the conviction could not stand.

Kernrechtsfrage

How the Weapons Act offenses in case II.7 are to be legally characterized in concurrence.

Extrahierter Entscheid

The defendant carried a semi-automatic handgun and a firearm, possessed ammunition, and possessed a prohibited object; those offenses are in concurrence.

Extrahierte Begründung

Keeping the weapons in the vehicle amounted to carrying; ammunition and steel rods were possessed; the offenses coexist in ideal concurrence.

Kernrechtsfrage

Whether the defendant's appeal should otherwise succeed and whether costs should be shifted because of the partial success.

Extrahierter Entscheid

The appeal was otherwise unfounded and the limited success did not justify relieving the defendant of any costs and expenses.

Extrahierte Begründung

The remaining grounds of attack failed, and the partial correction was too minor to warrant a cost exception.

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