No mitigation under § 46b StGB for theft conviction

BGH 5 StR 132/15Bgh / Criminal Chamber 530.04.2015Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The BGH dismissed the defendants’ revisions against the LG Lübeck judgment as unfounded. It held that the refusal to apply the mitigating provision of § 46b StGB was free of legal error. A theft conviction, even in an aggravated form, is not a catalogue offence under § 100a Abs. 2 StPO, and for § 46b StGB the decisive point is the trial court’s legal assessment of the cleared offence at the time of judgment. The appellants were ordered to bear the costs of their remedies.

Omnilex-Regeste

§ 46b Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 StGB; Strafmilderung wegen Aufdeckungshilfe setzt voraus, dass die aufgeklärte Tat nach der rechtlichen Würdigung des Tatgerichts einen tauglichen Katalogtatbestand bildet. Für die Prüfung ist maßgeblich die richterliche rechtliche Einordnung der aufgeklärten Tat im Urteilszeitpunkt; ein nachträgliches oder abweichendes Verständnis ist unerheblich. Bei Diebstahl, auch im besonders schweren Fall, fehlt es an einer Katalogtat i.S.d. § 100a Abs. 2 StPO. Der Grundsatz in dubio pro reo ist auf die rechtliche Bewertung der Voraussetzungen des § 46b StGB nicht anwendbar (vgl. BGH, Beschl. v. 5.8.2010 – 3 StR 271/10).

Gesamter Gesetzestext

BGH — 5 StR 132/15, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2015-04-30

Aktenzeichen: 5 StR 132/15

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 46b Abs 1 S 1 Nr 1 StGB

Vorinstanz: vorgehend LG Lübeck, 15. Dezember 2014, Az: 7 KLs 17/14

Spruchkörper: 5. Strafsenat

Titelzeile

Strafzumessung: Strafmilderung wegen Hilfe zur Aufklärung von schweren Straftaten

Tenor

Die Revisionen der Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Lübeck vom 15. Dezember 2014 werden nach § 349 Abs. 2 StPO als unbegründet verworfen.

Jeder Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels zu tragen.

Zur Frage der Anwendbarkeit des § 46b StGB hat der Generalbundesanwalt zutreffend angeführt:

"Die Nichtanwendung des § 46b Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 StGB ist rechtsfehlerfrei. Bei einer Verurteilung wegen Diebstahls (auch im besonders schweren Fall) handelt es sich nicht um eine Katalogtat im Sinne des § 100a Abs. 2 StPO. Für die maßgebliche rechtliche Bewertung der Voraussetzungen des § 46b StGB kommt es allein auf die Beurteilung der aufgeklärten Tat durch die zur Entscheidung berufene Strafkammer zum Urteilszeitpunkt an (vgl. Schäfer/Sander/van Gemmeren, Praxis der Strafzumessung, 5. Aufl., Rdnr. 1046). Deren rechtliche Wertung, bei den Taten habe es sich in Übereinstimmung mit den überprüften geständigen Angaben des Angeklagten nicht um Bandentaten im Sinne des § 244 Abs. 1 Nr. 2 StGB gehandelt (vgl. hierzu insoweit UA S. 43 f.), ist nachvollziehbar. Der Grundsatz "in dubio pro reo" gilt insoweit nicht (vgl. BGH, Urteil vom 14. Juli 1988 - 4 StR 154/88 - in BGHR BtMG § 31 Nr. 1 Aufdeckung 7; Beschluss vom 5. August 2010 - 3 StR 271/10 - in BGHR StGB § 46 Abs. 2 Nachtatverhalten 27)."

Sander Schneider Dölp

König Feilcke

Schlagwörter

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Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether § 46b Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 StGB had to be applied as a mitigating ground.

Extrahierter Entscheid

The refusal to apply § 46b StGB was legally unobjectionable.

Extrahierte Begründung

A theft conviction, including aggravated theft, is not a catalogue offence under § 100a Abs. 2 StPO. For § 46b StGB, the relevant assessment is the trial court's legal characterization of the cleared offence at the time of judgment. The court's view that the acts were not gang offences under § 244 Abs. 1 Nr. 2 StGB was sustainable; in dubio pro reo does not govern this assessment.

Kernrechtsfrage

Whether the defendants' revisions against the LG Lübeck judgment were successful.

Extrahierter Entscheid

The revisions were unfounded and were rejected under § 349 Abs. 2 StPO.

Extrahierte Begründung

No reversible legal error was found in the challenged judgment.

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