Reinstatement deadline missed for non-admission appeal

BGH XI ZR 119/13Bgh / Civil Chamber 1114.04.2015Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court of Justice rejected the plaintiff’s request for reinstatement after he missed the deadline for substantiating his non-admission complaint. The court held that the relevant fact supporting the later legal-development argument had been known to him since the 2013 BGH order, so the one-month reinstatement period had already expired. It further held that the complaint did not meet the requirements for admission because the case lacked fundamental importance and did not require a revision decision to develop the law or secure uniformity of case law. The plaintiff was ordered to bear the costs.

Omnilex-Regeste

§§ 233, 234 ZPO; § 543 Abs. 2 S. 1 ZPO; a party may in principle supplement omitted grounds for a non-admission complaint by a timely application for reinstatement, but reinstatement presupposes observance of the one-month period under § 234 Abs. 1 S. 2 ZPO from the removal of the obstacle. The relevant knowledge of the facts supporting the later ground is decisive; it is sufficient that the party learned of them already upon notification of the underlying decision, even if the legal significance is recognized only later. A complaint lacking fundamental importance and not otherwise requiring a revision decision remains inadmissible. Consideration of a later case-law development does not revive an expired substantiation period.

Gesamter Gesetzestext

BGH — XI ZR 119/13, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2015-04-14

Aktenzeichen: XI ZR 119/13

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 184 Abs 2 S 1 InsO, § 233 ZPO, § 234 ZPO, § 543 Abs 2 S 1 ZPO

Vorinstanz: vorgehend KG Berlin, 18. Februar 2013, Az: 24 U 175/11vorgehend LG Berlin, 15. November 2011, Az: 21 O 438/10

Spruchkörper: 11. Zivilsenat

Titelzeile

Wiedereinsetzungsantrag nach Versäumung der Frist zur Begründung der Nichtzulassungsbeschwerde: Zulassungsgrund der Fortbildung des Rechts zur Frage der Überleitung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens in ein Regelinsolvenzverfahren

Tenor

Der Antrag des Klägers auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gegen die Versäumung der Frist zur Begründung der Nichtzulassungsbeschwerde wird verworfen. Die Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 24. Zivilsenats des Kammergerichts in Berlin-Schöneberg vom 18. Februar 2013 wird verworfen, soweit der Zulassungsgrund einer Fortbildung des Rechts hinsichtlich der Auswirkungen des Beschlusses geltend gemacht wird, mit dem die Überleitung aus einem Verfahren der Verbraucherinsolvenz in ein Regelinsolvenzverfahren aufgehoben worden ist.

Diesen Zulassungsgrund hat der Kläger im Schriftsatz vom 10. Juni 2014 und damit entgegen §§ 544 Abs. 2 Satz 1 und 3 ZPO nach Ablauf der Beschwerdebegründungsfrist am 15. Juli 2013 geltend gemacht. Die Voraussetzungen für die von ihm beantragte Gewährung einer Wiedereinsetzung in die versäumte Beschwerdebegründungsfrist (§ 233 ZPO) sind nicht erfüllt. Zwar kann ein Beschwerdeführer Zulassungsgründe grundsätzlich nach Ablauf der Beschwerdebegründungsfrist mithilfe eines Antrags auf Wiedereinsetzung nachschieben (BGH, Beschluss vom 30. August 2010 - X ZR 193/03, juris Rn. 8, 15). Der Kläger hat jedoch Wiedereinsetzung nicht innerhalb der Monatsfrist des § 234 Abs. 1 Satz 2 ZPO beantragt. Er macht geltend, ein Beschluss des IX. Zivilsenats vom 25. April 2013 (IX ZB 179/10), mit dem die Überleitung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens in ein Regelinsolvenzverfahren für unwirksam erklärt worden ist, gebe Veranlassung zu einer höchstrichterlichen Klärung, ob ein zwischenzeitlich nach § 184 Abs. 2 Satz 1 InsO erklärter Widerspruch wirksam sei. Von dieser für den nachträglich geltend gemachten Zulassungsgrund der Rechtsfortbildung entscheidenden Rechtstatsache hat der Kläger allerdings nicht erst - wie die Nichtzulassungsbeschwerde annimmt - durch ein Urteil des Kammergerichts vom 1. April 2014, das ihm am 9. Mai 2014 zugestellt worden sein soll, Kenntnis erlangt, sondern als am damaligen Verfahren Beteiligter unmittelbar durch Bekanntgabe des Beschlusses des IX. Zivilsenats vom 25. April 2013. Dass der Kläger von diesem Beschluss, der auf seine Rechtsbeschwerde hin ergangen ist, erst nach dem 8. Mai 2014 Kenntnis erhalten hat, wird von ihm nicht behauptet. Vielmehr teilt der Kläger sogar mit, er habe in einem Parallelverfahren bereits am 13. April 2014 unter Berufung auf diesen Beschluss des IX. Zivilsenats die Zulassung einer Revision zur Rechtsfortbildung begehrt.

Im Übrigen wird die Beschwerde des Klägers zurückgewiesen, weil die Rechtssache keine grundsätzliche Bedeutung hat und die Fortbildung des Rechts sowie die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts nicht erfordern (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO).

Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbs. 2 ZPO abgesehen.

Der Kläger trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97 Abs. 1 ZPO).

Der Gegenstandswert des Beschwerdeverfahrens beträgt bis zu 65.000 €.

Ellenberger Maihold Matthias

Derstadt Dauber

Schlagwörter

reinstatementdeadlinenon-admission appeallegal developmentconsumer insolvencyordinary insolvencyfundamental importanceuniform case lawcosts

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the plaintiff is entitled to reinstatement of the time limit for substantiating the non-admission appeal.

Extrahierter Entscheid

No. The application was not filed within the one-month period after the obstacle was removed, so the requirements for reinstatement were not met.

Extrahierte Begründung

The decisive fact supporting the later-raised ground was already known to the plaintiff when the Federal Court of Justice's 2013 order was communicated to him; he was not only later informed through the appellate court judgment. Therefore the reinstatement request was untimely.

Kernrechtsfrage

Whether the complaint against denial of leave to appeal can be entertained on the asserted ground of development of the law.

Extrahierter Entscheid

No. The asserted ground was raised after expiration of the substantiation period and could not be considered because reinstatement was unavailable.

Extrahierte Begründung

The legal-development ground was asserted only after the deadline; without admissible reinstatement, it remains procedurally barred.

Kernrechtsfrage

Whether the case requires review by the court of revision for fundamental importance or development of the law.

Extrahierter Entscheid

No. The case does not present fundamental importance and does not require a revision decision for development of the law or uniformity of case law.

Extrahierte Begründung

The court found the statutory prerequisites for leave under section 543(2) ZPO absent.

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