Tenant's contradictory conduct after self-carried out repairs

BGH VIII ZR 251/14Bgh / Civil Chamber 817.03.2015Withdrawn

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

In a tenant-landlord dispute over cosmetic repairs, the Federal Court of Justice indicated that the revision would be rejected under Section 552a ZPO. It held that no grounds existed to admit the revision because the legal question raised was neither of fundamental importance nor unsettled. The court also found no legal error in the appellate court's view that the tenants, after carrying out repairs themselves in the belief they were obliged to do so, could not rely on minor defects in those works to demand further repairs from the landlord under good faith principles. The request for an expert opinion was likewise rejected as unnecessary. The revision proceedings were later terminated by withdrawal.

Omnilex-Regeste

§ 552a ZPO; § 242 BGB; § 535 Abs. 1 S. 2 BGB: refusal of admission of revision and good-faith bar to reliance on self-created defects; a revision may be rejected where the legal issue lacks fundamental significance and no divergent case law or doctrinal dispute exists. A tenant who, in the belief of being obliged to do so, carries out cosmetic repairs himself is generally precluded under the prohibition of inconsistent conduct from invoking minor defects in those repairs as a basis for renewed repair claims against the landlord. The necessity of repairs may, depending on the circumstances, be established by judicial inspection and need not always require expert evidence; an appellate court may adopt the factual assessment derived from a properly conducted inspection (consid. 1-2).

Gesamter Gesetzestext

BGH — VIII ZR 251/14, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2015-03-17

Aktenzeichen: VIII ZR 251/14

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 242 BGB, § 535 Abs 1 S 2 BGB

Vorinstanz: vorgehend LG Lüneburg, 20. August 2014, Az: 6 S 38/14vorgehend AG Lüneburg, 13. Februar 2014, Az: 12 C 411/13

Spruchkörper: 8. Zivilsenat

Titelzeile

Wohnraummiete: Widersprüchliches Verhalten des Mieters nach Ausführung von Schönheitsreparaturen

Tenor

Der Senat beabsichtigt, die Revision der Kläger durch einstimmigen Beschluss gemäß § 552a ZPO zurückzuweisen.

Gründe

1 1. Es besteht kein Grund für die Zulassung der Revision. Das Berufungsgericht hat die Revision zur Klärung der Frage zugelassen, wie sich eine mangelhafte Ausführung nicht geschuldeter Schönheitsreparaturen durch den Mieter auf seinen Anspruch nach § 535 Abs. 1 Satz 2 BGB auf Erhaltung des vertragsgemäßen Zustands durch den Vermieter auswirke. Diese Frage ist weder von grundsätzlicher Bedeutung noch liegt einer der weiteren in § 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO genannten Gründe für die Zulassung der Revision vor. Es ist nicht ersichtlich, dass zu dieser Frage ein Meinungsstreit unter den Instanzgerichten besteht oder sie auch nur in der Literatur unterschiedlich beantwortet wird; auch das Berufungsgericht zieht eine andere als die von ihm vertretene rechtliche Beurteilung nicht in Betracht.

2 2. Die Revision hat auch keine Aussicht auf Erfolg. Die - wohl auf den Gesichtspunkt von Treu und Glauben (§ 242 BGB, Verbot widersprüchlichen Verhaltens) gestützte - tatrichterliche Würdigung des Berufungsgerichts, wonach es den Klägern, die in ihrer Wohnung Schönheitsreparaturen in der Annahme einer eigenen Verpflichtung vorgenommen haben, verwehrt ist, die Erforderlichkeit erneuter Schönheitsreparaturen darauf zu stützen, dass die von ihnen selbst ausgeführten Arbeiten kleinere handwerkliche Mängel (erkennbare Nahtstellen der Tapeten, teilweise vorhandene "Tropfnasen" beim Anstrich von Heizkörpern und Türen etc.) aufweisen, ist aus Rechtsgründen nicht zu beanstanden. Das Gleiche gilt für die weitere Würdigung des Berufungsgerichts, das sich hinsichtlich der Beurteilung, ob die Schönheitsreparaturen wegen altersbedingter Abnutzung der Dekoration erforderlich waren, der Einschätzung angeschlossen hat, die das Amtsgericht in einer umfangreichen und detailliert protokollierten Einnahme des Augenscheins gewonnen hatte. Entgegen der Auffassung der Revision war das Berufungsgericht nicht gehalten, ein Sachverständigengutachten dazu einzuholen, ob die Schönheitsreparaturen wegen Abnutzung der Dekoration erforderlich waren. Diese - aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung zu beurteilende - Frage konnte durch die Einnahme des Augenscheins, wie vom Amtsgericht vorgenommen, geklärt werden. Die insoweit vom Amtsgericht gewonnenen Erkenntnisse waren ferner - entgegen der Auffassung der Revision - nicht deshalb unverwertbar, weil bei Einnahme des Augenscheins (ausweislich des Sitzungsprotokolls am 24. Januar 2014 um 13.30 Uhr) entsprechend der Jahreszeit trübe Lichtverhältnisse herrschten und die Anstriche an Decken und Wänden deshalb offenbar in gelblichem Licht künstlicher Beleuchtung inspiziert werden mussten.

3 3. Es besteht Gelegenheit zur Stellungnahme binnen drei Wochen ab Zustellung dieses Beschlusses.

Dr. Milger Dr. Hessel Dr. Schneider

Dr. Bünger Kosziol

Hinweis:

Das Revisionsverfahren ist durch Revisionsrücknahme erledigt worden.

Schlagwörter

tenancycosmetic repairsgood faithinconsistent conductjudicial inspectionexpert evidencerevision admissibility

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the revision should be admitted for clarification of the landlord's duty to maintain the rented premises under Section 535(1) sentence 2 BGB after defective tenant repairs.

Extrahierter Entscheid

No reason existed to admit the revision; the issue was neither of fundamental importance nor otherwise suitable for review.

Extrahierte Begründung

The court saw no divergence in case law or literature and no need for further clarification.

Kernrechtsfrage

Whether the tenants could invoke minor defects in repairs they performed on the basis of an assumed own duty to demand new cosmetic repairs from the landlord under Section 242 BGB.

Extrahierter Entscheid

The tenants were barred by good faith and inconsistent conduct from relying on such self-created minor defects to demand renewed repairs.

Extrahierte Begründung

The appellate court's assessment under Section 242 BGB was not legally objectionable.

Kernrechtsfrage

Whether the appellate court had to order expert evidence on whether refurbishment was necessary due to wear and tear.

Extrahierter Entscheid

No expert opinion was required; the need for repairs could be assessed from an inspection based on general life experience.

Extrahierte Begründung

The lower court's inspection findings were sufficient and usable despite the lighting conditions during the inspection.

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