Legal aid for insolvency administrator denied under § 116 ZPO

BGH IX ZR 244/14Bgh / Civil Chamber 925.03.2015Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court of Justice denied an insolvency administrator's request for legal aid in non-admission complaint proceedings and refused appointment of counsel. It held that the applicant had to substantiate, under § 118 ZPO, both the lack of funds in the estate and why financing by economically interested creditors was unreasonable. Given the anticipated insolvency dividend of 51.44% if the claim were successfully collected, creditor financing was not shown to be unreasonable.

Omnilex-Regeste

§ 116 Satz 1 Nr. 1, § 118 Abs. 1 ZPO; legal aid for an insolvency administrator in non-admission complaint proceedings; the applicant bears the burden of alleging and, upon request, making credible the prerequisites for legal aid, including the unreasonableness of financing by economically interested creditors. The statute does not contain a special evidentiary rule in favor of parties acting in an official capacity. Legal aid is not the rule in insolvency proceedings, but requires concrete substantiation of why creditors cannot reasonably be expected to advance the costs (consid. 1-3).

Gesamter Gesetzestext

BGH — IX ZR 244/14, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2015-03-25

Aktenzeichen: IX ZR 244/14

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 116 S 1 Nr 1 ZPO, § 118 Abs 1 ZPO

Vorinstanz: vorgehend OLG Oldenburg (Oldenburg), 8. Oktober 2014, Az: 1 U 32/14vorgehend LG Oldenburg (Oldenburg), 4. März 2014, Az: 16 O 1414/12

Spruchkörper: 9. Zivilsenat

Titelzeile

Bewilligung von Prozesskostenhilfe für Insolvenzverwalter

Tenor

Der Antrag des Klägers auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe für das Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren und auf Beiordnung von Rechtsanwalt Dr. Z. wird abgelehnt.

Gründe

1 Die Voraussetzungen für die Bewilligung von Prozesskostenhilfe nach § 116 Satz 1 Nr. 1 ZPO liegen nicht vor. Nach dieser Norm erhält eine Partei kraft Amtes auf Antrag Prozesskostenhilfe, wenn die Kosten aus der verwalteten Vermögensmasse nicht aufgebracht werden können und den am Gegenstand des Rechtsstreits Beteiligten nicht zuzumuten ist, die Kosten aufzubringen.

2 1. Der Insolvenzverwalter hat die Voraussetzungen für die Bewilligung darzulegen und auf Verlangen des Gerichts glaubhaft zu machen (§ 118 Abs. 1 Satz 1 ZPO). Dies gilt auch für die Umstände, derentwegen den wirtschaftlich beteiligten Gläubigern eine Prozessfinanzierung nicht zumutbar ist. Aus dem Wortlaut und der Stellung der Vorschrift des § 116 Satz 1 Nr. 1 ZPO im Gesamtzusammenhang des Prozesskostenhilferechts ergibt sich eindeutig, dass die allgemeine Regel, dass jede Partei ihre Aufwendungen für die Prozessführung grundsätzlich selbst zu tragen hat und Prozesskostenhilfe nur erhält, wenn sie die dafür geltenden besonderen Voraussetzungen darlegt und auf Verlangen des Gerichts (§ 118 Abs. 2 Satz 1 ZPO) glaubhaft macht. Für die Voraussetzung der Unzumutbarkeit der Kostenaufbringung für die am Gegenstand des Rechtsstreits wirtschaftlich Beteiligten (§ 116 Satz 1 Nr. 1 ZPO) enthält das Gesetz keine abweichende Regelung. Die Vorschrift des § 116 Satz 1 Nr. 1 ZPO ist auch für das Insolvenzverfahren keinesfalls darauf gerichtet, die Gewährung von Prozesskostenhilfe an Parteien kraft Amtes zur Regel und die Versagung zu einer besonderer Begründung bedürftigen Ausnahme zu machen (BGH, Beschluss vom 4. Dezember 2012 - II ZA 3/12, NZI 2013, 82 Rn. 3 mwN).

3 2. Der Kläger hat die Voraussetzungen des § 116 Satz 1 Nr. 1 ZPO für die Gewährung von Prozesskostenhilfe nicht hinreichend dargelegt. Ausweislich der Prozesskostenhilfe versagenden Entscheidung des Landgerichts vom 21. Juni 2012 ist bei einem erfolgreichen Einzug der Klageforderung eine Insolvenzquote in Höhe von 51,44 v.H. zu erwarten und die Möglichkeit einer Mittelaufbringung durch die Gläubiger nicht zweifelhaft. Bei dieser Sachlage bedürfte es jedenfalls einer näheren Darlegung, warum im Streitfall den Gläubigern eine Mittelaufbringung nicht zumutbar ist.

Kayser Gehrlein Vill

Fischer Grupp

Schlagwörter

legal aidinsolvency administratornon-admission complaintburden of substantiationcreditor financingprocess costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether an insolvency administrator was entitled to legal aid for the non-admission complaint proceedings under § 116 ZPO.

Extrahierter Entscheid

Legal aid was denied because the statutory requirements were not met.

Extrahierte Begründung

The applicant had to substantiate the inability to raise funds from the estate and the unreasonableness of financing by economically interested creditors. On the facts, a successful recovery would likely yield a 51.44% dividend, and creditor financing was not shown to be unreasonable.

Kernrechtsfrage

Whether counsel should be appointed for the legal aid proceedings.

Extrahierter Entscheid

Appointment of counsel was denied as a consequence of the refusal of legal aid.

Extrahierte Begründung

Because the application for legal aid failed, the request for appointment of Dr. Z. also failed.

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