Possession of child pornography: aggravation for actual events depicted

BGH 4 StR 570/14Bgh / Criminal Chamber 411.03.2015Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court of Justice dismissed the defendant’s revision against the Bielefeld Regional Court judgment. It held that the trial court could, in sentencing for possession of child pornography, aggravatingly consider that the saved videos depicted not merely realistic scenes but an actual event. The Court also held that the 2015 amendment to Section 184c(4) StGB did not affect the conviction for possession of youth pornographic material, because the relevant video had been secretly recorded and therefore lacked the complainant’s consent. The defendant was ordered to bear the costs of the appeal and the complainant’s necessary expenses.

Omnilex-Regeste

§ 46 Abs. 3 StGB; § 184b Abs. 4 Satz 2 StGB; § 184c Abs. 4 StGB: Bei der Strafzumessung wegen Besitzes kinderpornographischer Schriften darf berücksichtigt werden, dass das auf den Speicherdateien festgehaltene Geschehen nicht nur realitätsnah, sondern tatsächlich stattgefunden hat; ein solcher Umstand verstößt nicht schlechthin gegen das Doppelverwertungsverbot, sofern er nicht bereits Tatbestandsmerkmal oder strafbarkeitsbegründendes Umstandselement ist (vgl. consid. 2). Die nachträgliche Gesetzesänderung des § 184c Abs. 4 StGB lässt eine Verurteilung wegen Besitzes jugendpornographischer Schriften unberührt, wenn das betreffende Video heimlich aufgenommen wurde und es deshalb an einer wirksamen Einwilligung in die Herstellung fehlt; dann scheidet die Einwilligungsfiktion des § 184c Abs. 3 StGB aus (vgl. consid. 3).

Gesamter Gesetzestext

BGH — 4 StR 570/14, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2015-03-11

Aktenzeichen: 4 StR 570/14

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 46 Abs 3 StGB, § 184b Abs 4 S 2 StGB vom 31.10.2008

Vorinstanz: vorgehend LG Bielefeld, 18. Juli 2014, Az: 3 KLs 7/14

Spruchkörper: 4. Strafsenat

Titelzeile

Besitz kinderpornografischer Schriften: Strafschärfende Berücksichtigung der Wiedergabe eines tatsächlichen Geschehens

Tenor

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Bielefeld vom 18. Juli 2014 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die der Nebenklägerin im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat:

Die Strafkammer durfte bei der (tateinheitlichen) Verurteilung wegen Besitzes kinderpornografischer Schriften nach § 184b Abs. 4 Satz 2 StGB in den Fällen II. 2, II. 5 und II. 6 der Urteilsgründe strafschärfend berücksichtigen, dass auf den von dem Angeklagten hergestellten und abgespeicherten kinderpornografischen Videos nicht nur ein wirklichkeitsnahes, sondern ein tatsächliches Geschehen zu sehen war. Diese Erwägung verstößt nicht generell gegen § 46 Abs. 3 StGB und war unter den hier gegebenen Umständen zulässig (vgl. BGH, Beschluss vom 17. Dezember 2008 - 2 StR 461/08, NStZ-RR 2009, 103).

Die Änderung von § 184c Abs. 4 StGB durch das Neunundvierzigste Gesetz zur Änderung des Strafgesetzbuches vom 21. Januar 2015 (BGBl. 2015 I S. 10) stellt die Verurteilung des Angeklagten wegen Besitzes jugendpornografischer Schriften im Fall II. 7 der Urteilsgründe nicht in Frage, weil das die Nebenklägerin bei sexuellen Handlungen mit dem Angeklagten zeigende Video von ihm heimlich aufgenommen wurde und deshalb eine die Anwendung von § 184c Abs. 3 StGB ausschließende Einwilligung der Nebenklägerin mit dessen Herstellung nicht vorlag.

Mutzbauer Roggenbuck Franke

Bender Quentin

Schlagwörter

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Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the conviction and sentence should be overturned on revision

Extrahierter Entscheid

No reversible legal error was found; the revision was unfounded.

Extrahierte Begründung

The Supreme Court saw no error detrimental to the defendant in the lower court judgment.

Kernrechtsfrage

Whether the lower court could aggravate the sentence because the videos depicted an actual event, not merely a realistic one

Extrahierter Entscheid

Yes. This consideration did not violate the prohibition on double use of circumstances and was permissible on the facts.

Extrahierte Begründung

Section 46(3) StGB does not categorically bar taking into account that the defendant's recordings showed a real event; the circumstances here allowed such aggravation.

Kernrechtsfrage

Whether the 2015 amendment to Section 184c(4) StGB affected the conviction for possession of youth pornographic writings in case II.7

Extrahierter Entscheid

No. The video was secretly recorded and thus there was no consent that could exclude application of Section 184c(3) StGB.

Extrahierte Begründung

Because the complainant did not consent to the making of the secretly recorded video, the amendment did not call the conviction into question.

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