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BGH IV ZR 116/14 ΓÇó Non-admission complaint inadmissible: value of ancillary lost-profit claim
BGH IV ZR 116/14Bgh / IV. Zivilkammer10.12.2014Dismissed
The Federal Court of Justice held that the plaintiff’s non-admission complaint was inadmissible because the statutory minimum amount in dispute of EUR 20,000 was not reached. In an action seeking insurance coverage, the value is calculated from the underlying claim less a 20% deduction. The additionally claimed amount for lost profit, presented as interest, was treated as an ancillary claim dependent on the principal repayment claim and therefore did not increase the dispute value. The Court rejected the argument based on creditor avoidance cases and dismissed the complaint at the plaintiff’s cost.
§ 26 Nr. 8 EGZPO; § 4 Abs. 1 Halbs. 2 ZPO; Streitwert der Nichtzulassungsbeschwerde bei einer auf Haftpflichtversicherungsschutz gerichteten Feststellungsklage; Berücksichtigung von als Zinsen geltend gemachtem entgangenem Gewinn. Für die Wertbemessung ist bei einer Deckungsklage grundsätzlich auf den Betrag abzustellen, auf dessen Leistung der Versicherungsnehmer in Anspruch genommen wird, vermindert um einen Feststellungsabschlag. Ein als entgangener Gewinn in Form eines gleichbleibenden Hundertsatzes einer bestimmten Summe geltend gemachter Betrag ist als von der Hauptforderung abhängige Nebenforderung zu behandeln und erhöht den Beschwerdewert nicht. Auf die Streitwertbemessung in Gläubigeranfechtungssachen lässt sich diese Behandlung nicht übertragen. Wird der Mindestbeschwerdewert nicht erreicht, ist die Nichtzulassungsbeschwerde unzulässig; von einer weiteren Begründung kann nach § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbs. 2 ZPO abgesehen werden.
Entscheidungsdatum: 2014-12-10
Aktenzeichen: IV ZR 116/14
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 4 Abs 1 Halbs 2 ZPO, § 26 Nr 8 ZPOEG vom 21.10.2011
Vorinstanz: vorgehend OLG München, 5. März 2014, Az: 13 U 3481/13vorgehend LG München I, 12. Juli 2013, Az: 3 O 28927/11
Spruchkörper: 4. Zivilsenat
Beschwer für die Nichtzulassungsbeschwerde: Streitwertbemessung bei einer Feststellungsklage auf Gewährung von Haftpflichtversicherungsschutz; Berücksichtigung von als Zinsen geltend gemachtem entgangenem Gewinn
Die Beschwerde der Klägerin gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Beschluss des Oberlandesgerichts München - 13. Zivilsenat - vom 5. März 2014 wird auf ihre Kosten als unzulässig verworfen.
Streitwert: 18.095,76 €
1 I. Die Nichtzulassungsbeschwerde der Klägerin ist unzulässig, weil die gemäß § 26 Nr. 8 EGZPO erforderliche Mindestbeschwer von 20.000 € nicht erreicht wird. Der Streitwert einer Feststellungsklage auf Gewährung von Haftpflichtversicherungsschutz richtet sich nach dem Betrag, auf dessen Leistung der Versicherungsnehmer in Anspruch genommen wird abzüglich eines Feststellungsabschlags von 20%. Dabei ist als Ausgangsbetrag jedoch nur der mit dem ursprünglichen Klageantrag zu 1 geltend gemachte Zahlungsanspruch in Höhe von 22.619,70 € zugrunde zu legen, weil sich der mit dem ursprünglichen Klageantrag zu 2 geltend gemachte Betrag von 4.138,40 € für entgangenen Gewinn als eine Nebenforderung der ursprünglich eingeklagten Hauptforderung auf Rückzahlung des investierten Kapitals darstellt, die nach der neueren Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs den Streitwert nicht erhöht, wenn - wie hier - der Gewinn als gleichbleibender Hundertsatz einer bestimmten Summe (Zinsen) geltend gemacht wird. Er ist dann bei der Bemessung der mit der Revision geltend zu machenden Beschwer nicht zu berücksichtigen (vgl. BGH, Beschlüsse vom 2. Juni 2014 - II ZR 61/14, juris Rn. 1; vom 13. Mai 2014 - II ZR 24/14, juris Rn. 1; vom 18. Februar 2014 - II ZR 191/12, juris Rn. 5 f.; vom 18. Dezember 2013 - III ZR 65/13, juris Rn. 2; vom 27. November 2013 - III ZR 423/12, juris Rn. 1; vom 27. Juni 2013 - III ZR 143/12, VersR 2014, 855 Rn. 6 f.; vom 15. Januar 2013 - XI ZR 370/11, juris; vom 8. Mai 2012 - XI ZR 261/10, ZIP 2012, 1579 Rn. 14; a.A. OLG Frankfurt, Beschluss vom 7. Juni 2010 - 1 W 30/10, juris Rn. 7; Zöller/Herget, ZPO 30. Aufl. § 4 Rn. 8).
2 Entgegen der Auffassung der Beschwerde folgt anderes nicht daraus, dass bei Gläubigeranfechtungsklagen auch Zinsen und Kosten bei der Bemessung des Streitwerts zu berücksichtigen sind (BGH, Beschlüsse vom 8. Mai 2012 - IX ZR 143/10, juris Rn. 2; vom 10. November 1982 - VIII ZR 293/81, WM 1982, 1443; vom 10. Februar 1982 - VIII ZR 339/81, WM 1982, 435). Im Rahmen der Schadensersatzverpflichtung, für die der Haftpflichtversicherer einstehen soll, handelt es sich vielmehr um eine in der Entstehung von der Hauptforderung abhängige Nebenforderung.
3 Ein weiterer Freistellungsanspruch ist entgegen den Ausführungen der Beschwerde von dem zuletzt gestellten Antrag nicht erfasst.
4 II. Im Übrigen wäre die Beschwerde auch unbegründet. Die Rechtssache hat weder grundsätzliche Bedeutung noch erfordert di e Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO). Von einer näheren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO abgesehen.
Mayen Wendt Felsch
Lehmann Dr. Brockmöller