Patent appeal on legal aid rejected for missing disclosure

BPatG 9 W (pat) 16/14Bundespatentgericht / Division 915.09.2014Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The applicant appealed the DPMA's refusal to grant legal aid for a patent application. The Bundespatentgericht held that the appeal was admissible but unfounded because the applicant never submitted the required declaration of personal and financial circumstances on the prescribed form, despite receiving the form and later reminders, and despite being invited by the court to supplement the record. The applicant's request for unlimited time to complete the filing was rejected. The court also held that the fact that the first-instance order had been issued by the wrong DPMA examination unit did not require remittal because the decision was substantively correct.

Omnilex-Regeste

§ 129 PatG i.V.m. §§ 130–138 PatG; § 136 Satz 1 PatG i.V.m. § 117 Abs. 2 ZPO; legal aid in patent proceedings requires timely submission of the declaration of personal and economic circumstances on the prescribed form with supporting evidence. Mere assertions do not suffice. If the applicant, despite provision of the form and reminders, fails to file the required documents, indigence is not properly demonstrated and legal aid must be refused (consid. 8–10). A formal defect in the authority issuing the refusal does not, by itself, justify remittal under § 78 Abs. 3 Nr. 2 PatG when the decision is substantively correct and the appeal court can decide the matter itself (consid. 12).

Gesamter Gesetzestext

BPatG — 9 W (pat) 16/14, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2014-09-15

Aktenzeichen: 9 W (pat) 16/14

Dokumenttyp: Beschluss

Spruchkörper: 9. Senat

Tenor

In der Beschwerdesache

betreffend die Patentanmeldung 10 2013 006 988.2

hat der 9. Senat (Technischer Beschwerdesenat) des Bundespatentgerichts am 15. September 2014 unter Mitwirkung des Vorsitzenden Richters Dipl.-Ing. Hilber sowie der Richter Paetzold, Dr.-Ing. Baumgart und Dr.-Ing. Geier

beschlossen:

Die Beschwerde wird zurückgewiesen.

Gründe

I.

1 Der Anmelder hat am 22. April 2013 eine Patentanmeldung mit der Bezeichnung

2 "..."

3 eingereicht und mit Schreiben vom 30. Mai 2014 Verfahrenskostenhilfe beantragt. Nach Mängelbescheiden vom 13. Juni und 26. August 2013 hat die Prüfungsstelle 21 des Deutschen Patent- und Markenamts (DPMA) mit Beschluss vom 6. November 2013 den Antrag auf Bewilligung von Verfahrenskostenhilfe für das Anmeldeverfahren zurückgewiesen. In der Begründung ist ausgeführt, dass - wie im Bescheid vom 13. Juni 2013 ausgeführt - zur Beantragung weitere detaillierte Angaben erforderlich seien, die der Anmelder und Antragsteller trotz Erinnerungsschreiben vom 26. August 2014 nicht übermittelt habe; insbesondere habe er nicht das ihm zugesandte Formblatt A 9541 ausgefüllt und mit Nachweisen über seine Einkommenssituation eingereicht.

4 Gegen diesen Zurückweisungsbeschluss, dem Antragsteller am 18. Februar 2014 zugestellt, hat dieser mit Schreiben vom 17. März 2014 Beschwerde eingelegt, die einen Tag später im DPMA eingegangen ist. Zur Begründung der Beschwerde hat er vorgetragen, dass er weitere 250 Patentanmeldungen zu bearbeiten habe und deshalb die Möglichkeit der weiteren unbefristeten Bearbeitung beantrage. Nach ablehnendem Hinweis des Senats mit Schriftsatz vom 29. Juli 2014 mit Frist zur Stellungnahme innerhalb eines Monats, zugestellt am 31. Juli 2014, ist bisher kein weiterer Schriftsatz des Antragstellers zu den Akten gelangt.

5 Wegen weiterer Einzelheiten wird auf den Akteninhalt verwiesen.

II.

6 Die Beschwerde ist zulässig, aber nicht begründet.

7 | | | --- | | Die Prüfungsstelle hat den Verfahrenskostenhilfeantrag zu Recht zurückgewiesen. |

8 | | | --- | | Zur Beantragung von Verfahrenskostenhilfe, die gemäß § 129 PatG nach Maßgabe der §§ 130 bis 138 PatG gewährt wird, ist nach der Verweisungsvorschrift des § 136 Satz 1 PatG in Verbindung mit § 117 Abs. 2 ZPO eine Erklärung über die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse beizufügen. Diese hat der Antragsteller unter Verwendung eines Formblattes darzulegen und zu belegen (vgl. BPatG, Beschluss vom 13.03.2009 - Az. 8 W (pat) 54/08; Schulte PatG, 9. Aufl. 2014, § 130, Rn. 9). |

9 | | | --- | | Diesen Erfordernissen ist der Antragsteller nicht nachgekommen, obwohl ihm dazu das – auch im Internet abrufbare - Formular von der Prüfungsstelle eigens zugesandt worden und er Monate später an die Abgabe erinnert worden ist. |

10 | | | --- | | Selbst auf die Aufforderung des Senats, die Unterlagen im Beschwerdeverfahren nachzureichen, hat der Antragsteller nicht reagiert. |

11 | | | --- | | Soweit der Anmelder meint, ihm müsse eine unbefristete Bearbeitungszeit einge-räumt werden, so kann diesem Ansinnen nicht entsprochen werden, worauf der Senat in seinem Schriftsatz vom 29. Juli 2014 dezidiert hingewiesen hat. Der Antragsteller hatte seit Zusendung des Formulars durch die Prüfungsstelle am 13. Juni 2013 hinreichend Zeit, um die entsprechenden Unterlagen zusammenzustellen und einzureichen. |

12 | | | --- | | Nach alledem ist die Bedürftigkeit des Antragstellers nicht formgerecht nachgewiesen, so dass die Beschwerde keinen Erfolg haben konnte. Hieran ändert auch nichts, dass der Beschluss von der formal unzuständigen Prüfungsstelle 21 erlassen wurde anstelle von der entsprechenden Prüfungsabteilung (vgl. § 27 Abs. 1 Nr. 2 PatG); denn dieser Mangel rechtfertigt keine Zurückverweisung gemäß § 78 Abs.3 Nr. 2 PatG, nachdem der Beschluss in der Sache zutreffend ist und damit eine eigene Entscheidung des Senats möglich ist (vgl. Schulte a. a. O. § 79 Rn. 10 und 18 m. w. N.). |

Schlagwörter

patent applicationlegal aidfinancial disclosureindigenceprocedural defectremittal

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the refusal of legal aid for the patent application was lawful despite the applicant's missing financial disclosure

Extrahierter Entscheid

Yes. Legal aid requires a sworn statement of personal and financial circumstances with supporting evidence, and the applicant did not provide it despite being asked several times.

Extrahierte Begründung

Under Art. 129 PatG in conjunction with Arts. 130-138 PatG and Art. 136 sentence 1 PatG with Art. 117(2) ZPO, the applicant must submit and substantiate his economic situation on the prescribed form. He failed to do so even after receiving the form and reminders, and also did not respond to the court's request in appeal proceedings.

Kernrechtsfrage

Whether the decision should be remitted because it was issued by a formally incompetent examination unit

Extrahierter Entscheid

No. The defect did not justify remittal because the decision was substantively correct and the appeal court could decide the matter itself.

Extrahierte Begründung

Although the decision had been issued by the wrong DPMA examination unit rather than the competent division, this procedural defect did not require remittal under Art. 78(3) no. 2 PatG when the merits were correct.

Setzen Sie Ihre Recherche in ChatGPT oder Claude fort

Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.