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BGH 3 StR 430/14 ΓÇó Repeated appeal filing in criminal cassation proceedings has no independent effect
BGH 3 StR 430/14Bgh / III. Strafkammer11.11.2014Partially Granted
The Bundesgerichtshof dealt with repeated filings by a person placed in a psychiatric hospital who had already lodged revision against the 2006 Kiel judgment and whose admissibility request had been finally rejected in 2007. The 2014 letters labelled as 'complaints' could not create a new revision or trigger a fresh trial-court rejection under § 346 StPO. The court therefore declared the filings legally ineffective, treated the Landgericht's 13 June 2014 dismissal order as moot, and imposed the costs on the applicant.
§ 346 StPO; repeated filing of a revision after final appellate ruling on admissibility: once the court of appeal has conclusively decided on the admissibility of a revision, a new revision filing against the same judgment has no independent procedural effect. A renewed decision by the trial court under § 346(1) StPO and a further application under § 346(2) StPO are excluded. If the trial court nevertheless dismisses such a later filing, that order becomes moot; costs may be imposed on the applicant.
Entscheidungsdatum: 2014-11-11
Aktenzeichen: 3 StR 430/14
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 346 StPO
Vorinstanz: vorgehend BGH, 8. Februar 2007, Az: 3 StR 8/07, Beschlussvorgehend LG Kiel, 13. Dezember 2006, Az: VII KLs 32/06vorgehend LG Kiel, 12. Oktober 2006, Az: VII KLs 32/06
Spruchkörper: 3. Strafsenat
Revision im Sicherungsverfahren: Wirkung einer wiederholten Revisionseinlegung
Auf das Rechtsmittel des Untergebrachten wird festgestellt, dass seinen "Beschwerden" vom 3. Januar 2014 und vom 11. Februar 2014 gegen das Urteil des Landgerichts Kiel vom 12. Oktober 2006 hinsichtlich der Einlegung des Rechtsmittels der Revision gegen das vorbezeichnete Urteil keine eigenständige Bedeutung zukommt.
Der Verwerfungsbeschluss des Landgerichts Kiel vom 13. Juni 2014 ist gegenstandslos.
Der Untergebrachte hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.
1 Das Landgericht Kiel hat gegen den Beschwerdeführer durch Urteil vom 12. Oktober 2006 die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet. Hiergegen hat er mit Schreiben vom 15. Oktober 2006 Revision eingelegt, die das Landgericht durch Beschluss vom 13. Dezember 2006 als unzulässig verworfen hat. Den Antrag des Beschwerdeführers vom 29. Dezember 2006 auf Entscheidung des Revisionsgerichts gemäß § 346 Abs. 2 StPO hat der Senat durch Beschluss vom 8. Februar 2007 (3 StR 8/07) als unzulässig verworfen.
2 Der - weiterhin im psychiatrischen Krankenhaus untergebrachte -Beschwerdeführer hat mit Schreiben vom 3. Januar 2014 und vom 11. Februar 2014 jeweils "Beschwerde" gegen das Urteil des Landgerichts Kiel vom 12. Oktober 2006 eingelegt. Das Landgericht hat das Schreiben vom 11. Februar 2014 als (erneute) Einlegung der Revision angesehen und das Rechtsmittel durch Beschluss vom 13. Juni 2014 gemäß § 346 Abs. 1 StPO als unzulässig verworfen. Mit Schreiben vom 1. Juli 2014 hat der Beschwerdeführer gegen diesen Verwerfungsbeschluss "Beschwerde" eingelegt.
3 Dieses Rechtsmittel führt zu der Feststellung, dass den Schreiben des Beschwerdeführers vom 3. Januar und vom 11. Februar 2014 hinsichtlich der Einlegung der Revision gegen das Urteil des Landgerichts Kiel vom 12. Oktober 2006 keine eigenständige Bedeutung zukommt, weil er dieses Rechtsmittel bereits mit Schreiben vom 29. Dezember 2006 eingelegt hatte und über dessen Zulässigkeit durch den Senat durch den Beschluss vom 8. Februar 2007 abschließend entschieden worden ist (vgl. BGH, Beschlüsse vom 3. November 2009 - 3 StR 433/09, vom 9. Mai 2012 - 4 StR 649/11, juris Rn. 3; vom 22. August 2012 - 4 StR 299/12, juris Rn. 5). Eine nochmalige Revisionseinlegung, eine Entscheidung des Tatgerichts gemäß § 346 Abs. 1 StPO sowie ein Antrag nach § 346 Abs. 2 StPO sind daher rechtlich ausgeschlossen.
4 Der Verwerfungsbeschluss des Landgerichts Kiel vom 13. Juni 2014 ist damit gegenstandslos.
Becker Hubert Schäfer
Mayer Spaniol