Publication requirements for DIN references in zoning plans

BVerwG 4 B 49/14Bverwg / 4. Abteilung30.09.2014Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Administrative Court rejected the defendant’s complaint against denial of leave to appeal. It held that the asserted need for clarification regarding express naming of DIN standards was not decisive because the 2012 zoning plan and its reasons contained no reference to DIN 4109. The complaint also did not show any unresolved federal-law issue regarding the definiteness of plan provisions; instead, it attacked only the lower court’s case-specific interpretation. The defendant must bear the costs, and the value in dispute was set at EUR 120,000.

Omnilex-Regeste

§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO; revision leave and fundamental importance in zoning-plan review; a complaint seeking admission of revision must identify a decisive, unresolved question of revisable federal law. Where the challenged zoning plan and its reasons contain no reference to a DIN standard, questions concerning the publication of that standard are not decisive. The determination whether a plan provision is sufficiently definite is, as a rule, a matter of non-reviewable interpretation of state law; it only becomes revisable if the complaint specifically shows an unresolved federal-law issue in the applicable definiteness standard. Case-specific criticism of the lower court’s interpretation is insufficient (consid. 3-4).

Gesamter Gesetzestext

BVerwG — 4 B 49/14, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2014-09-30

Aktenzeichen: 4 B 49/14

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 3 BauGB

Vorinstanz: vorgehend Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 17. Juni 2014, Az: 2 A 2198/12, Urteil

Spruchkörper: 4. Senat

Titelzeile

Verwendung von DIN-Vorschriften durch den Plangeber

Tenor

Die Beschwerde der Beklagten gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen vom 17. Juni 2014 wird zurückgewiesen.

Die Beklagte trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens.

Der Wert des Streitgegenstandes wird für das Beschwerdeverfahren auf 120 000 € festgesetzt.

Gründe

1 Die auf § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO gestützte Beschwerde bleibt ohne Erfolg.

2 Die Beschwerde hält für grundsätzlich klärungsbedürftig,

ob das Publizitätsgebot es verlangt, dass für planerische Festsetzungen relevante DIN-Normen stets und auch dann in den textlichen Festsetzungen eines Bebauungsplans explizit zu bezeichnen sind, wenn sich aus den sonst der Öffentlichkeit zugänglichen Unterlagen der Inhalt der Festsetzung sicher ermitteln lässt.

3 Dies führt nicht zur Zulassung der Revision. Die Beklagte strebt mit dieser Frage eine Fortentwicklung der Rechtsprechung des Senats zu den Anforderungen an die Verkündung von Bebauungsplänen an. Nach dieser Rechtsprechung muss ein Plangeber sicherstellen, dass die Planbetroffenen sich vom Inhalt einer DIN-Norm verlässlich Kenntnis verschaffen können, wenn eine Festsetzung auf eine DIN-Vorschrift verweist und sich erst aus dieser Vorschrift ergibt, unter welchen Voraussetzungen ein Vorhaben planungsrechtlich zulässig ist (Beschlüsse vom 29. Juli 2010 - BVerwG 4 BN 21.10 - Buchholz 406.11 § 10 BauGB Nr. 46 Rn. 12 und vom 5. Dezember 2013 - BVerwG 4 BN 48.13 - ZfBR 2014, 158 Rn. 4). Nach den Feststellungen des Oberverwaltungsgerichts enthielten indes weder der Bebauungsplan aus dem Jahr 2012 noch seine Begründung einen Hinweis auf die DIN 4109 (UA S. 16), so dass die Frage einer ausreichenden Verkündung dieser Vorschrift von vornherein nicht aufgerufen wird.

4 Das Oberverwaltungsgericht hat den Bebauungsplan aus dem Jahr 2012 daher auch nicht wegen eines Verstoßes gegen die Anforderungen an die Verkündung von Rechtsnormen beanstandet, sondern weil es bestimmte textliche Festsetzungen für zu unbestimmt gehalten hat (UA S. 16). Ob der Plangeber hinreichend klar zum Ausdruck bringt, welche Regelung mit welchem Inhalt normative Geltung beansprucht, ist eine Frage der Auslegung des Bebauungsplans und damit des nicht revisiblen Landesrechts (Beschluss vom 3. August 2011 - BVerwG 4 BN 15.11 - BRS 78 Nr. 49 = juris Rn. 17). Dies gilt auch, wenn das Rechtsstaatsgebot bei dieser Auslegung herangezogen wird. Ob eine einzelne Formulierung eines Bebauungsplans dem Bestimmtheitserfordernis genügt, ist dabei in aller Regel keiner rechtsgrundsätzlichen Klärung zugänglich (Beschluss vom 14. Dezember 1995 - BVerwG 4 N 2.95 - Buchholz 406.12 § 1 BauNVO Nr. 21 S. 4). Es hätte der Beschwerde die Darlegung oblegen, inwieweit der vom Oberverwaltungsgericht zugrunde gelegte bundesrechtliche Maßstab für die Bestimmtheit von Rechtsnormen (UA S. 16) seinerseits entscheidungserhebliche ungeklärte Fragen von grundsätzlicher Bedeutung aufwirft (Beschluss vom 9. April 2014 - BVerwG 4 BN 3.14 - ZfBR 2014, 479 Rn. 4; stRspr). Daran fehlt es. Namentlich reicht hierfür die auf den Einzelfall gemünzte Kritik der Beschwerde am Urteil des Oberverwaltungsgerichts nicht aus.

5 Nur ergänzend verweist der Senat darauf, dass das Oberverwaltungsgericht den von der Beschwerde nicht angesprochenen, zeitlich vorhergehenden Bebauungsplan aus dem Jahr 2005 für unwirksam gehalten hat, weil seine Verkündung den Anforderungen des Rechtsstaatsprinzips nicht genügte (UA S. 20 f.). Insoweit ist in der Rechtsprechung des Senats geklärt, dass - anders als die Beschwerde anzunehmen scheint - allein die Nennung einer DIN-Vorschrift in einem von der Gemeinde im Verwaltungsverfahren eingeholten schalltechnischen Gutachten die rechtsstaatlichen Anforderungen an die Verkündung von Rechtsnormen verfehlt.

6 Die Kostenentscheidung beruht auf § 154 Abs. 2 VwGO, die Streitwertfestsetzung auf § 47 Abs. 1 und 3, § 52 Abs. 1 GKG.

Schlagwörter

zoning planDIN standardspublication requirementsdefinitenessleave to appealfundamental importancenon-reviewable state lawcosts

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether revision had to be admitted because the case raised a fundamental question on whether DIN standards relevant to planning provisions must always be expressly named in a zoning plan.

Extrahierter Entscheid

No. The question did not justify admission because the challenged 2012 plan and its reasons did not even refer to DIN 4109, so the issue was not decisive.

Extrahierte Begründung

The court held that its case law only requires reliable access to a DIN standard when a plan actually refers to it and the legality of a project depends on that standard. Since no such reference existed here, the asserted publicity issue was not raised.

Kernrechtsfrage

Whether the Higher Administrative Court’s view that certain text provisions of the zoning plan were too indeterminate raised a question of fundamental significance.

Extrahierter Entscheid

No. Determining whether a particular plan provision is sufficiently definite is ordinarily a question of interpreting non-reviewable cantonal/state law and does not, by itself, raise a revisable federal-law issue.

Extrahierte Begründung

The complaint failed to identify an unresolved federal-law question concerning the legal standard for definiteness. Its criticism targeted only the individual outcome in this case, which is insufficient for admission of revision.

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