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BGH 5 StR 19/14 ΓÇó Requirements for offender-victim reconciliation in sentencing
BGH 5 StR 19/14Bgh / Criminal Chamber 511.03.2014Dismissed
The Federal Court of Justice dismissed the accused's revision against the Lübeck Regional Court. It held that offender-victim reconciliation under § 46a No. 1 variant 2 StGB was rightly denied because the defendant's apology did not express the serious assumption of responsibility required for genuine reparation. A letter describing the robbery as merely 'bad luck' and accidental as to the victim undermined reconciliation, even though compensation efforts and payment of damages could still be considered in sentencing. The defendant had to bear the costs of the revision and the private complainant's necessary expenses.
§ 46a No. 1 Alt. 2 StGB; offender-victim reconciliation and acknowledgment of responsibility. Offender-victim reconciliation requires a serious effort at reparation that expresses genuine assumption of responsibility. The provision is not excluded merely because the offender mitigates individual aspects of the offence; however, reconciliation is incompatible with an apology that relativises the act and shifts away responsibility, as such conduct casts doubt on the sincerity of the reparative effort (consid. 1). Compensation payments and other reparative efforts may still be taken into account in the choice of the sentencing range and in sentencing within the range, even if the requirements of § 46a StGB are not met.
Entscheidungsdatum: 2014-03-11
Aktenzeichen: 5 StR 19/14
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 46a Nr 1 Alt 2 StGB
Vorinstanz: vorgehend LG Lübeck, 26. August 2013, Az: 7a KLs 15/13
Spruchkörper: 5. Strafsenat
Strafzumessung: Anforderungen an den Täter-Opfer-Ausgleich
Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Lübeck vom 26. August 2013 wird nach § 349 Abs. 2 StPO als unbegründet verworfen.
Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die dem Nebenkläger durch seine Revision entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.
Ergänzend bemerkt der Senat:
Die Ablehnung der Voraussetzungen des § 46a Nr. 1 Variante 2 StGB hält rechtlicher Prüfung stand. Zwar ist die Anerkennung eines Täter-Opfer-Ausgleichs im Sinne der genannten Bestimmung nicht von vornherein ausgeschlossen, wenn der Täter einzelne Umstände der Tat beschönigt (vgl. BGH, Beschluss vom 25. Juni 2008 - 2 StR 217/08, BGHR StGB § 46a Nr. 1 Ausgleich 7). Jedoch stellt es die erforderliche, in einem ernsten Bestreben um Wiedergutmachung zum Ausdruck kommende Verantwortungsübernahme in Frage, wenn der Täter - wie hier - in einem Entschuldigungsschreiben an das Opfer eines arbeitsteilig geplanten und unter Würgen sowie Einsatz eines Messers durchgeführten Raubüberfalls ausführt, die Sache "sei dumm gelaufen" und es sei nur Zufall gewesen, dass es gerade dieses Opfer getroffen habe. Die Entschuldigung ist dementsprechend auch nicht angenommen worden. Die Wiedergutmachungsbemühungen einschließlich der Schmerzensgeldzahlung hat die Strafkammer rechtsfehlerfrei bei der Strafrahmenwahl und bei der Strafzumessung im engeren Sinn zugunsten des Angeklagten berücksichtigt.
Basdorf Sander Schneider
König Bellay