Limitation of claims against fiduciary fund controller

BGH III ZR 364/13Bgh / III. Zivilkammer27.02.2014Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court of Justice rejected the plaintiff’s complaint against the denial of leave to appeal. It held that the case had no fundamental significance and did not require a revision ruling for the development or uniform application of the law. The court further stated that any damages claim against a tax adviser acting as a fiduciary fund controller was time-barred under Section 68 StBerG a.F. because such activity falls within the scope of the Tax Advisers Act. Costs of the complaint proceedings were imposed on the plaintiff.

Omnilex-Regeste

§ 68 StBerG a.F.; limitation of damages claims against a tax adviser acting as fiduciary fund controller: The limitation provision applies not only to claims arising from tax-advisory activity under § 33 StBerG, but also to damages claims based on other contracts covered by the Tax Advisers Act, including fiduciary fund-control contracts. A fund controller performs a fiduciary activity within the meaning of § 57(3) No. 3 StBerG; the exclusion of tax-advisory character for VAT purposes does not remove such activity from the scope of § 68 StBerG a.F. (consid. 2-3).

Gesamter Gesetzestext

BGH — III ZR 364/13, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2014-02-27

Aktenzeichen: III ZR 364/13

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 33 StBerG, § 68 StBerG vom 04.11.1975

Vorinstanz: vorgehend OLG München, 22. Juli 2013, Az: 17 U 4359/12vorgehend LG München II, 26. September 2012, Az: 13 O 5896/11

Spruchkörper: 3. Zivilsenat

Titelzeile

Haftung des Mittelverwendungskontrolleurs: Verjährung von Schadensersatzansprüchen gegen den treuhänderisch tätigen Mittelverwendungskontrolleur

Tenor

Die Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des Oberlandesgerichts München - 17. Zivilsenat - vom 22. Juli 2013 - 17 U 4359/12 - wird zurückgewiesen.

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kläger zu tragen.

Streitwert: 66.712,25 €.

Gründe

1 Die Rechtssache hat weder grundsätzliche Bedeutung (§ 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 ZPO) noch ist eine Entscheidung des Revisionsgerichts zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich (§ 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 ZPO).

2 Die vom Kläger erhobene Rüge, das Berufungsgericht habe im Zusammenhang mit der von ihm verneinten Pflichtverletzung der Beklagten entscheidungserhebliches Vorbringen übergangen, ist jedenfalls nicht entscheidungserheblich, da eine etwaige Schadensersatzforderung verjährt ist. Die insoweit von der Beschwerde als rechtsgrundsätzlich aufgeworfene Frage, ob Ansprüche aus einem Vertragsverhältnis, aufgrund dessen ein Steuerberater als Mittelverwendungskontrolleur tätig wird, der Verjährung nach § 68 StBerG a.F. unterliegen, ist bereits zum Nachteil des Klägers geklärt. In seinem Urteil vom 11. Oktober 2001 (III ZR 288/00, WM 2001, 2262, 2264) hat der Senat ausgeführt, Schadensersatzansprüche gegen einen Steuerberater aus einem Treuhandvertrag verjährten gemäß § 68 StBerG (a.F.) innerhalb von drei Jahren. Der Mittelverwendungskontrolleur übt eine treuhänderische Tätigkeit (§ 57 Abs. 3 Nr. 3 StBerG) aus (BFH, Beschluss vom 3. Oktober 1985 - V B 88/84, juris Rn. 23). Auch in dem vom Senat seinerzeit entschiedenen Fall oblag es dem Steuerberater, die Freigabe von Kapital zu kontrollieren und diese nur unter bestimmten Voraussetzungen zu erklären (siehe aaO S. 2262).

3 Die von der Beschwerde angeführte Entscheidung des Bundesfinanzhofs vom 3. Oktober 1985 (aaO) stellt nicht in Frage, dass Schadensersatzansprüche gegen Steuerberater wegen Verletzung von Pflichten aus einem Mittelverwendungskontrollvertrag nach § 68 StBerG a.F. verjähren. Dass die Mittelverwendungskontrolle - unter dem Blickwinkel des Umsatzsteuerrechts - keine steuerberatende Tätigkeit im Sinne des § 33 StBerG darstellt, bedeutet nicht, dass sie aus dem Anwendungsbereich des § 68 StBerG a.F. herausfällt. Dieser Bestimmung unterliegen, wie sich bereits aus ihrem Wortlaut ergibt, nicht nur Schadensersatzansprüche wegen steuerberatender Tätigkeiten nach § 33 StBerG, sondern auch solche aus sämtlichen anderen vom Steuerberatungsgesetz gedeckten Verträgen (Gräfe/Lenzen/Schmeer, Steuerberaterhaftung, 4. Aufl., Rn. 858, 860; Kuhls in Kuhls/Meurers/Maxl/Schäfer/Goez/Willerscheid, Steuerberatungsgesetz, 2. Aufl., § 68 Rn. 2), zu denen auch diejenigen gehören, die eine der treuhänderischen Tätigkeit zuzuordnende Mittelverwendungskontrolle zum Gegenstand haben.

4 Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 1, 2. Halbsatz ZPO abgesehen.

Schlick Herrmann Wöstmann

Seiters Reiter

Schlagwörter

limitation periodtax adviser liabilityfiduciary dutyfund controllerleave to appealdamages claimprocedural costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complaint against denial of leave to appeal should be granted.

Extrahierter Entscheid

Leave to appeal was not required because the case raised no issue of fundamental importance and no need for legal development or uniformity.

Extrahierte Begründung

The court found no grounds under Section 543(2) ZPO for allowing revision.

Kernrechtsfrage

Whether damages claims against a tax adviser acting as a fiduciary fund controller are time-barred under Section 68 StBerG a.F.

Extrahierter Entscheid

Yes. Such claims are subject to the three-year limitation period under Section 68 StBerG a.F.

Extrahierte Begründung

A fund controller performs a fiduciary activity within the meaning of Section 57(3) No. 3 StBerG. Section 68 StBerG a.F. covers not only tax-advisory services under Section 33 StBerG, but also damages claims arising from other contracts governed by the Tax Advisers Act, including fiduciary fund-control arrangements.

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