Non-admission appeal inadmissible due to insufficient value in eviction case

BGH VIII ZR 214/13Bgh / Civil Chamber 811.02.2014Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court of Justice dismissed the defendant’s non-admission appeal as inadmissible because the complaint value did not exceed EUR 20,000. In an eviction case, the value is determined by analogy to Section 9 ZPO as 3.5 times the annual net rent. The Court rejected arguments based on a higher fictitious market rent, alleged value-enhancing improvements, and potential removal costs, holding that only the legally binding content of the challenged judgment matters for valuing the appeal.

Omnilex-Regeste

§ 26 Nr. 8 EGZPO, § 9 ZPO; value of complaint in a non-admission appeal against an eviction judgment: the admissibility threshold is determined by the legally binding content of the challenged decision alone. In eviction proceedings, the complaint value is calculated by analogy to Section 9 ZPO as three and a half times the annual net rent. A higher fictitious market rent, costs of tenant-made improvements, and prospective removal or restoration costs are irrelevant unless they form part of the tenant’s contractual counter-performance or are otherwise encompassed by the judgment. Possible claims arising from improvements do not affect the amount in dispute (consid. 1-2).

Gesamter Gesetzestext

BGH — VIII ZR 214/13, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2014-02-11

Aktenzeichen: VIII ZR 214/13

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 9 ZPO, § 26 Nr 8 ZPOEG

Vorinstanz: vorgehend LG Trier, 18. Juni 2013, Az: 1 S 238/12vorgehend AG Trier, 27. November 2012, Az: 6 C 85/12

Spruchkörper: 8. Zivilsenat

Titelzeile

Nichtzulassungsbeschwerde: Beschwerdewert bei Verurteilung zur Räumung

Tenor

Die Beschwerde der Beklagten gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil der 1. Zivilkammer des Landgerichts Trier vom 18. Juni 2013 wird auf ihre Kosten als unzulässig verworfen.

Streitwert des Beschwerdeverfahrens: 3.386,88 €.

Gründe

1 Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unzulässig, weil der gemäß § 26 Nr. 8 EGZPO erforderliche Wert der Beschwer von mehr als 20.000 € nicht erreicht ist. Er ist bei einer Verurteilung zur Räumung in entsprechender Anwendung des § 9 ZPO nach dem dreieinhalbfachen Jahresbetrag der hier mit 282,24 € monatlich vereinbarten Nettomiete zu berechnen (vgl. Senatsbeschluss vom 8. April 2008 - VIII ZR 50/06, WuM 2008, 417 Rn. 2 mwN) und beläuft sich deshalb - wie in dem in dieser Sache ergangenen Senatsbeschluss vom 22. Oktober 2013 (VIII ZR 214/13, juris Rn. 2) aufgeschlüsselt - auf lediglich 11.854,08 €.

2 Die dagegen erhobenen Einwände der Nichtzulassungsbeschwerde greifen nicht durch. Auf eine die vereinbarte tatsächliche Miete angeblich übersteigende (höhere) fiktive Marktmiete kommt es, wie bereits im Senatsbeschluss vom 22. Oktober 2013 (VIII ZR 214/13, aaO) ausgesprochen, nicht an. Ebenso wenig können die von der Beklagten behaupteten Maßnahmen zur Wertverbesserung der Wohnung bei Bemessung des Werts der Beschwer berücksichtigt werden. Denn es ist weder festgestellt noch sonst ersichtlich, dass die Aufwendungen der Beklagten auf die Wohnung vereinbarungsgemäß einen Teil der von ihr zu erbringenden Gegenleistungen darstellen sollten (vgl. Senatsbeschluss vom 8. April 2008 - VIII ZR 50/06, WuM 2008, 417 Rn. 4). Auch die für den Fall der Räumung von der Nichtzulassungsbeschwerde angeführten Rückbaukosten können bei der Bemessung des Beschwerdewerts keine Berücksichtigung finden (vgl. BGH, Beschlüsse vom 14. Oktober 1993 - LwZB 6/93, NJW-RR 1994, 256 unter II; vom 4. Juli 1996 - III ZR 34/96, juris Rn. 6). Ob und inwieweit die Beklagte aus den von ihr behaupteten wertverbessernden Maßnahmen und ihren Folgen gegenüber der Klägerin Ansprüche herleiten kann, ist für die Wertbemessung ohne Bedeutung. Für die Bewertung der Rechtsmittelbeschwer ist vielmehr allein der rechtskraftfähige Inhalt der angefochtenen Entscheidung maßgebend, während der tatsächliche oder rechtliche Einfluss der Entscheidung auf andere Rechtsverhältnisse außer Betracht bleibt (Senatsbeschluss vom 5. Februar 2013 - VIII ZB 59/12, juris Rn. 1 mwN).

Dr. Frellesen Dr. Milger Dr. Achilles

Dr. Schneider Dr. Fetzer

Schlagwörter

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Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the non-admission appeal was admissible under the required value threshold of more than EUR 20,000.

Extrahierter Entscheid

No. The value of the complaint was only EUR 11,854.08, so the statutory threshold was not met.

Extrahierte Begründung

In eviction cases, the complaint value is calculated analogously under Section 9 ZPO as three and a half times the annual net rent. Alleged higher market rent, improvements made by the defendant, and possible demolition/restoration costs do not count because only the legally binding content of the challenged decision is relevant.

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