No revision where factual basis is not coherently presented

BGH IX ZR 299/12Bgh / Civil Chamber 912.12.2013Dismissed

Zusammenfassung

The Federal Court rejected the plaintiff’s complaint against the denial of leave to appeal. It held that the case had no fundamental importance and did not require clarification for the development of the law or uniform case law. The plaintiff’s right to be heard was not violated, because he had not clearly and coherently set out the factual basis of the 28 disputed individual claims; the court of appeal was not obliged to piece together the relevant facts from a table, invoices, and files from other proceedings. The prior warning by the appellate court was sufficient.

Regest

§ 543 Abs. 2 ZPO; Art. 103 Abs. 1 GG; requirements for substantiated pleadings under § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO: leave to appeal is refused where the case raises no fundamental question and no need for clarification of the law or uniformity exists. A party must present the decisive facts in a coherent and comprehensible manner; the court is not required to reconstruct the substantive basis of the claim from scattered submissions, tables, invoices, or files from other proceedings. A timely judicial warning cures no defect but underscores that no denial of hearing arises if the party could have organized its case properly in the lower instances (consid. 1).

Gesamter Gesetzestext

BGH — IX ZR 299/12, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2013-12-12

Aktenzeichen: IX ZR 299/12

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: Art 103 Abs 1 GG, § 253 Abs 2 Nr 2 ZPO, § 543 Abs 2 ZPO

Vorinstanz: vorgehend Brandenburgisches Oberlandesgericht, 15. November 2012, Az: 12 U 241/11, Urteilvorgehend Brandenburgisches Oberlandesgericht, 12. Juli 2012, Az: 12 U 241/11vorgehend LG Potsdam, 16. November 2011, Az: 12 O 450/09

Spruchkörper: 9. Zivilsenat

Titelzeile

Schlüssigkeit eines Klagevorbringens: Ersatz schriftsätzlichen Vortrags durch Vorlage von Tabellen, Rechnungen und den Akteninhalt eines anderen Verfahrens

Tenor

Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 12. Zivilsenats des Brandenburgischen Oberlandesgerichts vom 15. November 2012 wird auf Kosten des Klägers zurückgewiesen.

Der Wert des Verfahrens der Nichtzulassungsbeschwerde wird auf 22.423,39 € festgesetzt.

Gründe

1 Die Rechtssache hat keine grundsätzliche Bedeutung, und weder die Fortbildung des Rechts noch die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erfordert eine Entscheidung des Revisionsgerichts (§ 543 Abs. 2 ZPO). Verfahrensgrundrechte des Klägers, insbesondere dessen Recht auf rechtliches Gehör (Art. 103 Abs. 1 GG), wurden nicht verletzt. Der Kläger hat eine Vielzahl von Unterlagen eingereicht, jedoch die tatsächlichen Grundlagen der jetzt noch streitgegenständlichen 28 Einzelforderungen nicht zusammenhängend und nachvollziehbar dargestellt. Es war nicht die Aufgabe des Berufungsgerichts, den entscheidungserheblichen Sachverhalt selbst aus den Schriftsätzen, der aus sechs Seiten und 16 Spalten bestehenden Tabelle K 6a und dem 221 Seiten umfassenden Anlagenkonvolut K 32 zusammenzusuchen (vgl. BGH, Urteil vom 17. Juli 2003 - I ZR 295/00, MDR 2004, 219; Beschluss vom 12. Juli 2008 - IX ZR 210/04, WM 2007, 1886 Rn. 6; vom 11. April 2013 - VII ZR 44/12, n.v. Rn. 14). Der Kläger hätte die abgerechneten Leistungen, welche den 28 streitgegenständlichen Rechnungen zugrunde lagen, schon in den Tatsacheninstanzen ohne weiteres nachvollziehbar darstellen und den Anlagen zuordnen können. Das Berufungsgericht hat den Kläger mit Hinweisbeschluss vom 12. Juli 2012 auf die Unzulänglichkeit seines Vorbringens hingewiesen, insbesondere darauf, dass schlüssiger Vortrag nicht durch die Vorlage von Rechnungen und Akteninhalt aus den verwaltungsgerichtlichen Verfahren ersetzt werden kann. Das galt auch für die Frage der Mandatierung des Klägers. Im Tatbestand des landgerichtlichen Urteils, auf welchen das Urteil des Berufungsgerichts Bezug nimmt, werden die Mandatserteilungen als streitig bezeichnet; einen Berichtigungsantrag hat der Kläger nicht gestellt.

2 Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO abgesehen.

Kayser Lohmann Fischer

Pape Möhring

Schlagwörter

leave to appealsubstantiated pleadingsright to be heardfactual presentationappellate reviewprocedural requirements