Unreasonableness defense unavailable when hindrance is self-caused

BGH V ZR 302/12Bgh / V. Zivilkammer14.11.2013Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court of Justice rejected the plaintiff’s complaint against non-admission of revision. It held that the appeal court had erred in assuming that implementation of the proposed remedial measure was still legally possible despite the final refusal of the required permit and the binding effect of that refusal. However, the error did not matter, because the plaintiff could not invoke disproportionate burden under § 275(2) sentence 2 BGB for alternative remedial measures when it was responsible for the situation requiring removal. The plaintiff was ordered to bear the costs of the complaint proceedings.

Omnilex-Regeste

§ 275 Abs. 2 S. 2 BGB; Einrede der Unverhältnismäßigkeit bei vom Schuldner zu vertretendem Leistungshindernis; § 1004 Abs. 1 BGB, § 543 Abs. 2 ZPO: Eine bestandskräftige Versagung der für die Erfüllung erforderlichen Genehmigung begründet ein rechtliches Leistungshindernis; die Tatbestandswirkung des Ablehnungsbescheids ist zu beachten. Die Unverhältnismäßigkeit anderer Beseitigungsmaßnahmen kann jedoch nicht eingewandt werden, wenn der Schuldner diejenige Lage selbst zu vertreten hat, deren Beseitigung als wirtschaftlich unzumutbar bezeichnet wird (vgl. consid. 2). Ein zur Zulassung der Revision erforderlicher grundsätzlicher Klärungsbedarf besteht dann nicht, wenn die Entscheidung auf dieser selbstverursachten Verantwortlichkeit beruht.

Gesamter Gesetzestext

BGH — V ZR 302/12, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2013-11-14

Aktenzeichen: V ZR 302/12

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 275 Abs 2 S 2 BGB, § 1004 Abs 1 BGB, § 767 ZPO

Vorinstanz: vorgehend OLG Nürnberg, 26. November 2012, Az: 4 U 1050/12, Urteilvorgehend LG Amberg, 27. April 2012, Az: 12 O 876/10

Spruchkörper: 5. Zivilsenat

Titelzeile

Anspruch auf Beseitigung der Beeinträchtigung eines fremden Grundstücks: Einrede der Unverhältnismäßigkeit bei zu vertretendem Leistungshindernis

Tenor

Die Beschwerde der Klägerin gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des Oberlandesgerichts Nürnberg - 4. Zivilsenat - vom 26. November 2012 wird zurückgewiesen.

Die Rechtssache wirft keine entscheidungserheblichen Fragen von grundsätzlicher Bedeutung auf. Eine Entscheidung ist auch nicht zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich (§ 543 Abs. 2 ZPO). Zwar geht das Berufungsgericht rechtsfehlerhaft davon aus, dass die Realisierung der sog. Brunnen-Lösung der Klägerin zur Erfüllung ihrer Verpflichtung aus der rechtskräftigen Verurteilung noch rechtlich möglich sei. Zum einen lässt es unberücksichtigt, dass die Genehmigung dieser Maßnahme bestandskräftig abgelehnt wurde. Für die Frage, ob ein rechtliches Leistungshindernis in Form der Versagung einer erforderlichen Genehmigung vorliegt, ist das Ergebnis des Genehmigungsverfahrens maßgebend (vgl. Senat, Urteil vom 7. Oktober 1977 - V ZR 131/75, NJW 1978, 1262, 1263; Urteil vom 10. Juli 1981 - V ZR 79/80, NJW 1981, 2687, 2689; BGH, Urteil vom 9. November 1994 - VIII ZR 41/94, BGHZ 127, 368, 320). Zum anderen verkennt es die Tatbestandswirkung des ergangenen - bestandskräftigen - Ablehnungsbescheides (BGH, Urteil vom 4. Februar 2004 - XII ZR 301/01, BGHZ 158, 19, 22; Senat vom 19. Oktober 2007 - V ZR 42/07, ZOV 2008, 27). Der Fehler ist aber nicht entscheidungserheblich, da sich die Klägerin nach dem in § 275 Abs. 2 Satz 2 BGB zum Ausdruck kommenden Grundsatz nicht auf die Unverhältnismäßigkeit anderer Beseitigungsmaßnahmen, wie etwa der Herstellung einer weißen Wanne, berufen kann. Die Klägerin hat nämlich die Situation zu vertreten, deren Beseitigung sie als wirtschaftlich unzumutbar ansieht (vgl. Senat, Urteil vom 30. Mai 2008 - V ZR 184/07, NJW 2008, 3122 Rn. 18 ff.; Urteil vom 23. Oktober 2009 - V ZR 141/08, NZM 2010, 174 Rn. 22 ff.).

Die Klägerin trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97 Abs. 1 ZPO).

Der Gegenstandswert des Beschwerdeverfahrens beträgt 47.600 €.

Stresemann Lemke Schmidt-Räntsch

Czub Kazele

Schlagwörter

unreasonableness defenseproperty nuisancepermit refusalbinding effectself-caused hindrancecosts

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complaint against denial of leave to appeal had sufficient grounds for revision.

Extrahierter Entscheid

The complaint was unfounded and was rejected.

Extrahierte Begründung

Although the appellate court erred in treating the proposed measure as still legally possible, the error was immaterial because the plaintiff could not rely on disproportionality of alternative remedial measures when it had caused the situation itself within the meaning of § 275(2) sentence 2 BGB.

Kernrechtsfrage

Whether the final refusal of the required permit created a relevant legal performance obstacle.

Extrahierter Entscheid

The final administrative refusal was decisive for the existence of a legal performance obstacle, and the administrative refusal had binding effect.

Extrahierte Begründung

For a legal obstacle consisting in refusal of a required permit, the outcome of the permit proceedings is determinative; the final refusal also had binding effect.

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