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BGH IX ZR 23/10 ΓÇó Revision allowed due to divergence from finance court case law
BGH IX ZR 23/10Bgh / Civil Chamber 918.07.2013Granted
The Federal Court of Justice admitted the revision against the judgment of the Higher Regional Court of Dresden because the court had departed from the reasoning of a finance court, which counts as a divergence-capable court for the purpose of uniform case law. The court noted that the relevant conflict had not been resolved by later Federal Fiscal Court case law in favor of the appellate court. In the same order, the plaintiff was granted legal aid for the revision stage, Dr. S. was appointed as counsel, and monthly installments of EUR 30 were fixed.
§ 543 Abs. 2 S. 1 Nr. 2 ZPO; Zulassung der Revision wegen Divergenz zur Sicherung der Einheitlichkeit der Rechtsprechung. Ein Finanzgericht ist ein divergenzfähiges Gericht, weil innerhalb der Finanzgerichtsbarkeit eine vereinheitlichende Berufungsinstanz fehlt. Eine Abweichung des Berufungsgerichts von tragenden Rechtssätzen eines Finanzgerichts kann daher die Revisionszulassung rechtfertigen, sofern die Divergenz nicht durch nachfolgende höchstrichterliche Rechtsprechung zugunsten der angefochtenen Entscheidung erledigt ist (vgl. consid. 1).
Entscheidungsdatum: 2013-07-18
Aktenzeichen: IX ZR 23/10
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 543 Abs 2 S 1 Nr 2 ZPO
Vorinstanz: vorgehend OLG Dresden, 13. Januar 2010, Az: 13 U 1493/09, Urteilvorgehend LG Leipzig, 27. August 2009, Az: 3 O 3419/06nachgehend BGH, 13. März 2014, Az: IX ZR 23/10, Urteil
Spruchkörper: 9. Zivilsenat
Zulassung der Revision im Zivilprozess: Abweichung des Berufungsgerichts von der Rechtsprechung eines Finanzgerichts
Die Revision gegen das Urteil des 13. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Dresden vom 13. Januar 2010 wird zugelassen.
Der Streitwert des Revisionsverfahrens wird auf 63.996,03 € festgesetzt.
Dem Kläger wird für die Revisionsinstanz Prozesskostenhilfe bewilligt und Rechtsanwalt Dr. S. zu seiner Vertretung beigeordnet. Der Kläger hat auf die Prozesskosten monatliche Raten von 30 € an die Landesjustizkasse Chemnitz zu leisten.
1 Die Zulassung der Revision ist erforderlich, um die Einheitlichkeit der Rechtsprechung zu sichern. Das Finanzgericht, von dessen tragenden Obersätzen das Berufungsgericht abgewichen ist, gehört entgegen dem von der Beschwerdeerwiderung vertretenen Standpunkt zu den divergenzfähigen Gerichten, weil innerhalb der Finanzgerichtsbarkeit die Vereinheitlichung der Rechtsprechung durch Berufungsgerichte fehlt. Im Übrigen ist die Divergenz durch die vorliegenden Entscheidungen des Bundesfinanzhofs (BFH, ZIP 2010, 1807 Rn. 29 aE; ZIP 2012, 989) bisher nicht zugunsten des Berufungsgerichts geklärt. Für die möglichen haftungsrechtlichen Folgen wird auf BGHZ 79, 223, 226 und das Senatsurteil vom 28. September 1995 (IX ZR 158/94, WM 1995, 2075, 2077 f) hingewiesen.
Kayser Vill Pape
Grupp Möhring