Value in dispute for inheritance community account consent

BGH IV ZR 7/13Bgh / IV. Zivilkammer10.07.2013Dismissed

Zusammenfassung

The Federal Court of Justice dismissed the defendant’s complaint against denial of leave to appeal in a dispute over consent to convert a bank account into an inheritance-community account. The court held that the value of the complaint was only EUR 2,500, as the relevant economic interest was the establishment of the account for orderly estate administration, not the defendant’s share in the estate or account movements. Because the statutory threshold of EUR 20,000 under Section 26 No. 8 EGZPO was not reached, the complaint was rejected at the defendant’s cost.

Regest

§ 3 ZPO; § 26 Nr. 8 EGZPO; value in dispute for a claim seeking consent to establish an inheritance-community account. The disputed value is to be assessed according to the economic interest in the concrete requested legal effect, namely the bank-technically necessary arrangement for the administration of the community’s affairs. The amount of the estate share or the funds expected to flow through the account is not decisive. The complaining party must substantiate facts showing a higher value; absent such substantiation, the appellate court's estimate under Section 3 ZPO will not be disturbed. If the value does not exceed EUR 20,000, the complaint against denial of leave to appeal is inadmissible (consid. 1-3).

Gesamter Gesetzestext

BGH — IV ZR 7/13, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2013-07-10

Aktenzeichen: IV ZR 7/13

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 3 ZPO, § 26 Nr 8 ZPOEG

Vorinstanz: vorgehend LG Gießen, 12. Dezember 2012, Az: 1 S 384/11vorgehend AG Alsfeld, 16. November 2011, Az: 30 C 505/10

Spruchkörper: 4. Zivilsenat

Titelzeile

Streitwertbemessung: Beschwerdegegenstand der Klage des Mehrheitserben auf Zustimmung zur Einrichtung eines Erbengemeinschaftskontos

Tenor

Die Beschwerde des Beklagten gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil der 1. Zivilkammer des Landgerichts Gießen vom 12. Dezember 2012 wird auf seine Kosten verworfen, weil die gemäß § 26 Nr. 8 EGZPO mit der Revision geltend zu machende Beschwer 20.000 € nicht übersteigt.

Streitwert: 2.500 €

Gründe

1 Das Berufungsgericht hat den Wert für die allein noch im Streit befindliche Verurteilung zur Zustimmung der Umwandlung eines Sparkassenkontos zu einem Konto der Erbengemeinschaft bestehend aus den Parteien mit alleiniger Verfügungsbefugnis des Klägers nach dessen Angaben in Übereinstimmung mit dem Amtsgericht auf 2.500 € festgesetzt. Dabei hat es zutreffend auf den mit dieser Erklärung erstrebten Erfolg abgestellt, dessen Wert gemäß § 3 ZPO nach freiem Ermessen des Gerichts zu schätzen ist (vgl. statt aller Zöller/Herget, ZPO 29. Aufl. § 3 Rn. 16 "Willenserklärung").

2 Demgegenüber hat der Beschwerdeführer nicht vermocht - wie geboten -, Tatsachen darzulegen und glaubhaft zu machen (vgl. statt aller BGH, Beschluss vom 20. Dezember 2007 - III ZR 52/07, juris Rn. 3), die es rechtfertigten, den Wert dieses Erfolges - die Errichtung eines Erbengemeinschaftskontos - höher anzusetzen. Die Bemessung hat sich nicht nach den vom Beklagten angegebenen Wertvorstellungen seiner Nachlassbeteiligung oder den auf diesem Konto eingegangenen und zukünftig eingehenden Beträgen zu richten, wie die Beschwerde meint. Es geht darum, im Rahmen einer ordnungsgemäßen Verwaltung die - banktechnische - Abwicklung der laufenden Geschäfte der Erbengemeinschaft zu ermöglichen. Daraus ergibt sich indes keine Grundlage, den Wert des Beschwerdegegenstandes - die Mitwirkung bei der Eröffnung eines dafür notwendigen Abwicklungskontos - nach freiem Ermessen gemäß § 3 ZPO auf einen Wert oberhalb der bisherigen Festsetzung oder gar der Wertgrenze des § 26 Nr. 8 EGZPO zu schätzen.

3 Im Übrigen wäre die Beschwerde auch nicht begründet.

Wendt Felsch Dr. Karczewski

Lehmann Dr. Brockmöller

Schlagwörter

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