Steuerberater liability: no contributory negligence reduction against bank

BGH IX ZR 61/10Bgh / Civil Chamber 920.06.2013Dismissed

Zusammenfassung

The Federal Court rejected the defendants' complaint against denial of leave to appeal in a dispute over tax adviser liability toward a lending bank based on a third-party protective contract. The Court held that the case raised no ground for admission, found no departure from prior Federal Court case law and no denial of hearing, and confirmed that the client's contributory negligence could not be used to reduce liability toward the bank because the analogous application of § 334 BGB had been implicitly excluded and § 311(3) BGB supported direct liability from an independent trust relationship. Costs were imposed on the defendants, and the dispute value was set at EUR 50,000.

Regest

§§ 543 Abs. 2, 544 ZPO; § 254 Abs. 1, § 280, § 311 Abs. 3, § 334 BGB; no admissibility of revision where the appellate judgment accords with established case law and raises no fundamental question or hearing violation. In third-party liability based on a contract with protective effect for third parties, the debtor may not invoke a defense of contributory negligence of the contracting party if the analogous application of § 334 BGB has been excluded, expressly or by implication. Where the liability rests on the defendant's own trust relationship with the third party, § 311 Abs. 3 BGB supports direct liability without transfer of the contracting party's fault to the third party (consid. 2).

Gesamter Gesetzestext

BGH — IX ZR 61/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2013-06-20

Aktenzeichen: IX ZR 61/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 254 Abs 1 BGB, § 280 BGB, § 311 Abs 3 BGB, § 334 BGB

Vorinstanz: vorgehend OLG Hamm, 5. März 2010, Az: 25 U 55/09, Urteilvorgehend LG Dortmund, 15. Mai 2009, Az: 8 O 588/03

Spruchkörper: 9. Zivilsenat

Titelzeile

Haftung des Steuerberaters: Mitverschulden des Mandanten bei Haftung des Steuerberaters gegenüber der kreditgebenden Bank wegen fehlerhafter Abschlussprüfung auf Grund eines Vertrages mit Schutzwirkung zugunsten Dritter

Tenor

Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 25. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Hamm vom 5. März 2010 wird auf Kosten der Beklagten zurückgewiesen.

Der Gegenstandswert des Beschwerdeverfahrens wird auf 50.000 € festgesetzt.

Gründe

1 Ein gesetzlicher Grund zur Zulassung der Revision (§ 543 Abs. 2, § 544 ZPO) besteht nicht.

2 Die vom Berufungsgericht bejahte Dritthaftung der Beklagten verleiht der Rechtssache keine grundsätzliche Bedeutung. Das fallbezogene Ergebnis folgt bereits aus den Grundsätzen des Senatsurteils vom 19. Dezember 1996 (IX ZR 327/95, NJW 1997, 1235), die der Senat in seinem Urteil vom 14. Juni 2012 (IX ZR 145/11, BGHZ 193, 297 Rn. 19 aE) erneut bestätigt hat. In seiner Subsumtion ist das Berufungsgericht weder von Rechtssätzen des Bundesgerichtshofes abgewichen noch hat es durch Übergehung von Sachvortrag das rechtliche Gehör der Beklagten verletzt. Bei der Auslegung der erteilten Testate durfte die Erklärung des Zweitbeklagten herangezogen werden, die dieser am 27. März 2009 zu Protokoll des Landgerichts abgegeben hat. Die vom Berufungsgericht verneinte Möglichkeit, ein Mitverschulden der Mandantin gegenüber der Klägerin entlastend zu berücksichtigen, steht im Einklang mit anerkannten Rechtsgrundsätzen, nach denen die entsprechende Anwendung von § 334 BGB konkludent abbedungen werden kann (vgl. BGH, Urteil vom 10. November 1994 - III ZR 50/94, BGHZ 127, 378, 385 f; ebenso etwa MünchKomm-BGB/Gottwald, 6. Aufl. § 328 Rn. 201; Staudinger/Jagmann, BGB, 2009, § 328 Rn. 111). Auch das für die Gegenmeinung angeführte Werk von Gräfe/Lenzen/Schmeer (Steuerberaterhaftung, 4. Aufl., Rn. 702 S. 554 Mitte) folgt dieser Ansicht. Sie wird heute überdies im Ergebnis durch § 311 Abs. 3 BGB bestätigt; denn die Beklagten haften der Klägerin bereits aufgrund eines eigenen Vertrauensverhältnisses, ohne dass sich die Klägerin hier - wie bei einem Auskunftsvertrag (vgl. dazu BGH, Beschluss vom 1. Dezember 1994 - IX ZR 53/94, GI 1995, 130) - ein Mitverschulden der Mandantin anrechnen lassen müsste.

Kayser Raebel Lohmann

Grupp Möhring

Schlagwörter

third-party liabilitycontributory negligencetax adviser liabilityleave to appealcontract with protective effect for third partiestrust relationship