Costs after joint declaration of mootness in appeal proceedings

BGH XII ZB 359/11Bgh / Civil Chamber 1205.06.2013Confirmed

Zusammenfassung

In this civil appeal on costs, the defendant's counsel declared the proceedings moot and the plaintiff joined. The BGH held that, in the appeal proceedings before it, a declaration of mootness may be made by the party itself or by its second-instance counsel; representation by a BGH-admitted lawyer is not required. The court then decided the costs under § 91a ZPO and ordered mutual offsetting of costs.

Regest

§ 78 Abs. 1 Satz 3 ZPO; Erledigungserklärung im Rechtsbeschwerdeverfahren vor dem Bundesgerichtshof: Die Erklärung kann in Ausnahmefällen von der Partei selbst oder ihrem zweitinstanzlichen Prozessbevollmächtigten abgegeben werden; einer Vertretung durch einen beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt bedarf es hierfür nicht (vgl. consid. 2). Nach übereinstimmender Erledigungserklärung der Parteien ist über die Kosten nach § 91a ZPO zu befinden; bei entsprechender Einigung kann eine Kostenteilung bzw. Kostengegenseitaufhebung angeordnet werden (vgl. consid. 3).

Gesamter Gesetzestext

BGH — XII ZB 359/11, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2013-06-05

Aktenzeichen: XII ZB 359/11

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 78 Abs 1 S 3 ZPO

Vorinstanz: vorgehend OLG Karlsruhe, 2. März 2011, Az: 8 U 217/07 (10)vorgehend LG Mosbach, 6. November 2007, Az: 4 O 31/07

Spruchkörper: 12. Zivilsenat

Titelzeile

Rechtsbeschwerdeverfahren: Abgabe einer Erledigungserklärung durch die Partei oder ihren zweitinstanzlichen Prozessbevollmächtigten

Tenor

Die Kosten des Rechtsbeschwerdeverfahrens werden gegeneinander aufgehoben.

Wert: 83.832 €.

Gründe

1 Der Beklagte hat mit Schriftsatz seines Prozessbevollmächtigten vom 22. April 2013 das Rechtsbeschwerdeverfahren für erledigt erklärt. Die Klägerin hat sich der Erledigungserklärung angeschlossen.

2 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kann sich in Ausnahmefällen die übereinstimmende Erledigungserklärung beider Parteien allein auf das gesamte Rechtsmittelverfahren beziehen (vgl. BGH Beschluss vom 17. September 2008 - IV ZB 17/08 - NJW 2009, 234 Rn. 4 mwN). Dabei kann die Erledigungserklärung im Rechtsbeschwerdeverfahren vor dem Bundesgerichtshof von der Partei persönlich oder deren zweitinstanzlichem Prozessbevollmächtigten abgegeben werden. Einer Vertretung durch einen beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt (§ 78 Abs. 1 Satz 3 ZPO) bedarf es hierfür nicht (vgl. BGH Beschluss vom 24. Oktober 2011 - IX ZR 244/09 - NJW-RR 2010, 688 Rn. 6).

3 Über die Kosten des Rechtsbeschwerdeverfahrens war entsprechend § 91 a ZPO wie aus dem Tenor ersichtlich zu entscheiden, nachdem sich die Parteien auf eine entsprechende Kostenregelung geeinigt haben.

Dose Klinkhammer Schilling

Günter Nedden-Boeger

Schlagwörter

mootness declarationcost allocationappeal proceedingsparty representationsecond-instance counsel