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BGH 3 StR 101/13 ΓÇó Criminal judgments should not reproduce register extracts verbatim
BGH 3 StR 101/13Bgh / III. Strafkammer14.05.2013Dismissed
The Federal Court of Justice rejected the defendant's revision against a Düsseldorf conviction for two drug-trafficking offenses. It held that the written reasons need only reproduce prior convictions relevant to the case and that printing the entire criminal register extract, especially minor juvenile measures, is unnecessary and impairs readability. It also reiterated that the evidence assessment should not become a full transcript of witness testimony or intercepted communications; it must explain the decisive findings. On the particular record, however, these drafting deficiencies did not amount to reversible error. The defendant was ordered to bear the costs of the appeal.
§ 267 StPO; requirements for the drafting of criminal judgments. The reasons for judgment need only include prior convictions insofar as they characterize the accused’s criminal history and are relevant to the decision; complete reproduction of the Federal Central Criminal Register extract, particularly of insignificant juvenile measures, is unnecessary and may impair the readability of the reasons. The evaluation of evidence must not amount to a comprehensive record of the proceedings, but must confine itself to explaining why decisive facts were established. A sequential, detailed reproduction of witness testimony or intercepted communications may indicate an impermissible substitution of documentation for independent judicial assessment; whether this constitutes reversible error depends on the overall reasoning (cf. consid. 2).
Entscheidungsdatum: 2013-05-14
Aktenzeichen: 3 StR 101/13
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 267 StPO
Vorinstanz: vorgehend LG Düsseldorf, 21. November 2012, Az: 11 KLs 29/12
Spruchkörper: 3. Strafsenat
Gestaltung der Urteilsgründe in Strafsachen: Wiedergabe des Strafregisterauszugs in faksimilierter Form; umfassende Dokumentation der Beweisaufnahme in der Beweiswürdigung
Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Düsseldorf vom 21. November 2012 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO). Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.
Die Gestaltung der Urteilsgründe gibt dem Senat Anlass zu folgenden Bemerkungen:
Zur Darstellung der Vorstrafen ist es ausreichend, diejenigen Urteile aufzuführen, die das kriminelle Vorleben des Angeklagten prägen und für die Entscheidung von Bedeutung sind. Dabei kann es - etwa zur Feststellung von formellen Voraussetzungen der Sicherungsverwahrung - durchaus auch erforderlich sein, den Tag der Tat und der Rechtskraft des Urteils sowie den Vollstreckungsverlauf festzustellen. Die Wiedergabe des vollständigen Bundeszentralregisterauszugs unter Einschluss unbedeutender jugendstrafrechtlicher Maßnahmen ist bei einer Verurteilung wegen zweier Betäubungsmittelhandelstaten zu einer eher geringen Freiheitsstrafe hingegen unnötig. Erst recht ist es verfehlt, den Registerauszug in faksimilierter Form im Urteil wiederzugeben und dadurch Lesbarkeit und Verständnis der Urteilsgründe zu erschweren.
Die Beweiswürdigung soll keine umfassende Dokumentation der Beweisaufnahme enthalten, sondern lediglich belegen, warum bestimmte bedeutsame Umstände so festgestellt worden sind. Es ist regelmäßig untunlich, die Zeugenaussagen der Reihe nach und in ihren Einzelheiten mitzuteilen und den Inhalt der überwachten Telekommunikation wörtlich oder auch nur in einer ausführlichen Inhaltsangabe wiederzugeben (hier UA S. 7 bis 19). Dies kann vielmehr die Besorgnis begründen, der Tatrichter sei davon ausgegangen, eine breite Darstellung der erhobenen Beweise könne die gebotene eigenverantwortliche Würdigung ersetzen. Dies wäre rechtsfehlerhaft und könnte unter - hier wegen der weiteren Ausführungen UA S. 21 bis 28 allerdings nicht gegebenen - Umständen den Bestand des Urteils gefährden (vgl. BGH, Beschluss vom 23. April 1998 - 4 StR 106/98, NStZ-RR 1998, 277 mwN).
Tolksdorf Pfister Schäfer
Mayer Gericke