Revision inadmissible for insufficient challenge to telecom data use

BGH 4 StR 385/12Bgh / Criminal Chamber 415.01.2013Dismissed

Zusammenfassung

The Federal Court of Justice dismissed the defendants’ revisions against the Bielefeld Regional Court judgment. It held that the procedural complaints concerning the use of telecommunications traffic data were inadmissibly pleaded. For defendant C., the revision failed to specify whether the data had been stored under the former retention regime or for providers’ own purposes, did not explain the timing and procedural context of the objection, and omitted the contents of referenced police documents. Defendant V. submitted no factual basis at all regarding the data collection. Each appellant was ordered to bear the costs of his own appeal.

Regest

§ 344 Abs. 2 Satz 2 StPO; admissibility of a procedural complaint against the use of telecommunications traffic data. A revision alleging a procedural defect must set out in full the facts necessary to review the asserted violation. Where the legality of data transmission depends on the applicable storage regime, the appeal must specify whether the data were retained under § 113a TKG or for the provider’s own purposes under §§ 96 ff. TKG. It must further disclose the procedural connection between the objection and the evidentiary acts at trial and, where the trial court relies on specific documents, their essential contents. A complaint that omits these elements is not duly substantiated and cannot succeed (consid. 1-3).

Gesamter Gesetzestext

BGH — 4 StR 385/12, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2013-01-15

Aktenzeichen: 4 StR 385/12

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 96 TKG, §§ 96ff TKG, § 113a TKG, § 344 Abs 2 S 2 StPO

Vorinstanz: vorgehend LG Bielefeld, 13. Januar 2012, Az: 2 KLs 46 Js 51/09 - 16/09

Spruchkörper: 4. Strafsenat

Titelzeile

Revisionsverfahren: Verfahrensrüge hinsichtlich der Verwertung von Telekommunikationsverkehrsdaten

Tenor

Die Revisionen der Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Bielefeld vom 13. Januar 2012 werden als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils aufgrund der Revisionsrechtfertigungen keinen Rechtsfehler zum Nachteil der Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Jeder Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels zu tragen.

Ergänzend zu den Verwerfungsanträgen des Generalbundesanwalts ist anzumerken:

Die Verfahrensrügen, mit denen die Angeklagten die Verwertung erhobener Telekommunikationsverkehrsdaten beanstanden, sind jeweils nicht zulässig ausgeführt (§ 344 Abs. 2 Satz 2 StPO).

Die Revision des Angeklagten C. teilt schon nicht mit, ob die aufgrund des Beschlusses des Amtsgerichts Bielefeld vom 4. September 2008 übermittelten Verkehrsdaten von den Mobilfunkbetreibern allein nach § 113a TKG oder für eigene Zwecke gemäß §§ 96 ff. TKG gespeichert waren. Es bleibt daher offen, ob für die rechtliche Zulässigkeit der Datenübermittlung die einschränkenden Voraussetzungen maßgeblich waren, die das Bundesverfassungsgericht in der am 11. März 2008 ergangenen und am 1. September 2008 verlängerten einstweiligen Anordnung im Verfahren 1 BvR 256/08 (BVerfGE 121, 1 ff., 391 f.) für die vorläufige weitere Anwendung der Vorschriften zur Vorratsdatenspeicherung festgelegt hatte. Dem Revisionsvorbringen ist ferner ein verfahrensmäßiger Zusammenhang zwischen der Erhebung des Widerspruchs gegen die Verwertung der Verkehrsdaten und den zur Einführung dieser Daten in die Hauptverhandlung durchgeführten Beweiserhebungen nicht zu entnehmen, sodass nicht beurteilt werden kann, ob der Widerruf rechtzeitig (§ 257 StPO) erfolgte. Darüber hinaus versäumt es die Revision, den Inhalt des Spurensicherungsberichts der Polizei vom 21. August 2008 und des weiteren polizeilichen Vermerks vom 4. September 2008 mitzuteilen, auf den die Strafkammer zur Darstellung der Verdachtslage in ihrem den Widerspruch gegen die Verwertung der Verkehrsdaten zurückweisenden Beschluss Bezug genommen hat.

Die Revision des Angeklagten V. lässt schließlich jeglichen Sachvortrag zur Erhebung der zum Nachteil dieses Angeklagten verwerteten Telekommunikationsverkehrsdaten vermissen.

Roggenbuck Cierniak Franke

Bender Quentin

Schlagwörter

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