Continuation of professional ban in second appeal

BGH 4 StR 334/12Bgh / Criminal Chamber 426.09.2012Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court of Justice rejected the defendant’s appeal against the new conviction for sexual abuse in a care relationship, including cases combined with rape and sexual coercion. The court found no material-law error. However, it supplemented the operative part because the earlier five-year professional ban from the first-instance judgment had not been expressly maintained, although it had become final; under the legal idea of § 55(2) StGB, the ban had to be continued expressly. The defendant bears the appellate costs and the private complainant’s necessary expenses.

Omnilex-Regeste

§ 55 Abs. 2 StGB; continuation of a final professional ban after partial setting aside and renewed conviction: If, in a second-instance judgment following a partial reversal, a professional ban ordered in the first judgment has already become final and the trial court omits an express continuation in the operative part, the appellate court may supplement the dispositif accordingly. Where the judgment's reasoning shows that the lower court assumed finality of the ban and the omission is merely inadvertent, an express order of continuation is required; the appellate court may correct this by analogy to the legal concept of § 55(2) StGB (consid. 3). The main appeal remains unsuccessful if no other prejudicial legal error is found (consid. 2).

Gesamter Gesetzestext

BGH — 4 StR 334/12, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2012-09-26

Aktenzeichen: 4 StR 334/12

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 55 Abs 2 StGB

Vorinstanz: vorgehend LG Bielefeld, 10. Mai 2012, Az: 4 KLs - 66 Js 167/10 - 7/12

Spruchkörper: 4. Strafsenat

Titelzeile

Strafverfahren: Aufrechterhalten eines Berufsverbots im zweiten Rechtsgang

Tenor

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Bielefeld vom 10. Mai 2012 wird als unbegründet verworfen. Die Urteilsformel wird jedoch dahin ergänzt, dass das im Urteil des Landgerichts Bielefeld vom 11. März 2011 gegenüber dem Angeklagten für die Dauer von fünf Jahren angeordnete Berufsverbot aufrechterhalten bleibt.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die der Nebenklägerin im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

Gründe

1 Das Landgericht hat den Angeklagten nach vorausgegangenem Revisionsverfahren, das zu einer Teilaufhebung des erstinstanzlichen Urteils auch im Ausspruch über die Gesamtfreiheitsstrafe geführt hatte, erneut, nunmehr wegen sexuellen Missbrauchs unter Ausnutzung eines Betreuungsverhältnisses in neun Fällen, davon in einem Fall in Tateinheit mit Vergewaltigung und in vier weiteren Fällen in Tateinheit mit sexueller Nötigung, zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren und zehn Monaten verurteilt.

2 1. Die Revision des Angeklagten, mit der er die Verletzung materiellen Rechts rügt, ist unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO. Die Nachprüfung des angefochtenen Urteils hat auch unter Berücksichtigung des Vorbringens in der Gegenerklärung des Verteidigers vom 10. September 2012 keinen den Angeklagten beschwerenden Rechtsfehler ergeben.

3 2. Der Senat hat jedoch die Urteilsformel in entsprechender Anwendung des Rechtsgedankens des § 55 Abs. 2 StGB (vgl. dazu Senatsurteil vom 10. April 1979 – 4 StR 87/79, NJW 1979, 2113) dahin ergänzt, dass das im ersten Rechtsgang angeordnete fünfjährige Berufsverbot gegen den Angeklagten aufrechterhalten bleibt. Über dieses Berufsverbot hat das Landgericht im angefochtenen Urteil nicht mehr entschieden. Den Urteilsausführungen ist zu entnehmen, dass die Strafkammer, im Ergebnis zutreffend (Senatsurteil aaO), davon ausgegangen ist, das Berufsverbot sei in Rechtskraft erwachsen. Sie hätte indes entsprechend § 55 Abs. 2 StGB die Anordnung des Berufsverbots ausdrücklich aufrechterhalten müssen. Da dies ersichtlich versehentlich unterblieben ist, kann der Senat die Urteilsformel insoweit ergänzen.

Mutzbauer Roggenbuck Franke

Quentin Reiter

Schlagwörter

revisionprofessional bansexual offensesoperative partfinalitysentence aggregationcassation

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the defendant's appeal on points of law was well-founded

Extrahierter Entscheid

The appeal was unfounded and had to be dismissed.

Extrahierte Begründung

Review of the judgment, including the defense submission, revealed no legal error adverse to the defendant.

Kernrechtsfrage

Whether the earlier five-year professional ban had to be expressly maintained in the operative part

Extrahierter Entscheid

Yes. The operative part had to be supplemented so that the professional ban from the first judgment remained in force.

Extrahierte Begründung

By analogous application of the legal idea of Art. 55(2) StGB, a ban that had already become final in the first round had to be expressly continued; the omission was manifestly inadvertent and could be corrected by the appellate court.

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