Renewed installment agreement did not cure insolvency payment stop

BGH IX ZR 24/12Bgh / Civil Chamber 927.09.2012Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court dismissed the defendant’s complaint against the refusal to admit an appeal. It held that the alleged violations of the right to be heard were unfounded. Substantively, the court confirmed that a payment stop can be shown by nonpayment of a significant claim to a single creditor, with other unpaid claims serving as corroboration. A later renewed installment agreement did not remove the original payment stop because installments remained overdue and the outstanding balance stayed due, so the situation was not merely a temporary cash-flow problem.

Omnilex-Regeste

Art. 17 Abs. 2 InsO; payment stop as ground for opening insolvency proceedings: nonpayment of a non-trivial claim vis-à-vis a single creditor may suffice to establish payment cessation, while additional outstanding liabilities may corroborate it. A later renewal of an installment arrangement does not necessarily устран the previously manifested payment stop if the debtor continues to pay installments late and the remaining claim therefore remains due; in such a constellation, a mere temporary liquidity shortage is excluded (consid. 4).

Gesamter Gesetzestext

BGH — IX ZR 24/12, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2012-09-27

Aktenzeichen: IX ZR 24/12

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 17 Abs 2 InsO

Vorinstanz: vorgehend OLG Bamberg, 11. Januar 2012, Az: 8 U 77/11vorgehend LG Bayreuth, 10. Mai 2011, Az: 34 O 87/11

Spruchkörper: 9. Zivilsenat

Titelzeile

Insolvenzeröffnungsgrund der Zahlungsunfähigkeit: Auswirkungen der Erneuerung einer Ratenzahlungsvereinbarung nach Zahlungseinstellung

Tenor

Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des 8. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Bamberg vom 11. Januar 2012 wird auf Kosten des Beklagten zurückgewiesen.

Der Streitwert wird auf 22.361,36 € festgesetzt.

Gründe

1 Die Beschwerde deckt keinen Zulassungsgrund auf.

2 1. Die von dem Beklagten geltend gemachten Gehörsverstöße (Art. 103 Abs. 1 GG) hat der Senat geprüft. Sie sind jedoch nicht begründet.

3 2. Soweit die Beschwerde beanstandet, das Berufungsgericht habe eine Zahlungseinstellung nicht auf die bis zur Verfahrenseröffnung gegen den Schuldner außerdem offenen Forderungen von "insgesamt gerade einmal 2.957,39 €" stützen dürfen, ist der geltend gemachte Zulassungsgrund der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (§ 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Fall 2 ZPO) nicht gegeben.

4 Aus Rechtsgründen genügt es, wenn die Zahlungseinstellung aufgrund der Nichtbezahlung nur einer - nicht unwesentlichen - Forderung gegenüber einer einzigen Person erkennbar wird. Für eine erfolgreiche Anfechtung muss diese Person dann allerdings gerade der Anfechtungsgegner sein (BGH, Urteil vom 11. Februar 2010 - IX ZR 104/07, WM 2010, 711 Rn. 39). Bei dieser Sachlage äußert sich die Zahlungseinstellung des Schuldners bereits in der Nichtbegleichung der gegenüber dem Beklagten bestehenden erheblichen Verbindlichkeit. Dabei durfte das Berufungsgericht verstärkend die weiter gegen den Schuldner begründeten Forderungen berücksichtigen. Im Übrigen wurde die sich in der Nichtzahlung der ersten Rate manifestierende Zahlungseinstellung des Schuldners nicht durch die Erneuerung der Ratenzahlungsvereinbarung beseitigt, weil der Schuldner auch danach die Raten verspätet entrichtete und deshalb der gesamte offene Restforderungsbetrag fällig blieb (vgl. BGH, Urteil vom 20. Dezember 2007 - IX ZR 93/06, WM 2008, 452 Rn. 26). Vor diesem Hintergrund lag hier keine bloße Zahlungsstockung vor.

Kayser Gehrlein Vill

Fischer Grupp

Schlagwörter

insolvencypayment stoppayment cessationinstallment agreementleave to appealhearing violationliquidity shortage

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complaint showed grounds for granting leave to appeal.

Extrahierter Entscheid

No ground for leave to appeal was demonstrated.

Extrahierte Begründung

The asserted hearing violations were unfounded. The challenge to the finding of payment cessation failed because nonpayment of one non-trivial claim to one creditor can establish payment stop; additional unpaid claims may reinforce that conclusion. Renewal of an installment agreement did not eliminate the earlier payment stop, as later installments were still paid late and the remaining debt stayed due. Thus there was no mere temporary liquidity shortage.

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