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BGH III ZR 53/12 ΓÇó No leave for revision in EU state-liability VAT case
BGH III ZR 53/12Bgh / III. Zivilkammer26.07.2012Dismissed
The Federal Court dismissed the plaintiffs’ complaint against the denial of leave to appeal in a state-liability action concerning VAT exemption for private gaming halls. It held that no ground for revision existed under § 543(2) ZPO, because the key EU-law question had already been decided in a comparable case: the Federal Republic of Germany had not committed a sufficiently qualified breach of Article 13(B)(f) of the Sixth VAT Directive by exempting public casinos but not private arcade operators. The complaint costs were allocated 64% to plaintiff 1 and 36% to plaintiff 2.
§ 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 und Nr. 2 ZPO; complaint against denial of revision in a state-liability case concerning VAT exemption for private gaming halls. A revision is not to be admitted where the decisive EU-law question has already been clarified by the court and the challenged judgment is supported independently by the absence of a sufficiently qualified breach of Union law. If the alleged breach does not meet the threshold for liability, neither fundamental importance nor the need to secure uniform jurisprudence justifies admission of revision; the court may then dispense with further reasoning under § 544 Abs. 4 Satz 2 ZPO.
Entscheidungsdatum: 2012-07-26
Aktenzeichen: III ZR 53/12
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: Art 340 AEUV, Art 13 Teil B Buchst f EWGRL 388/77, § 4 Nr 9 Buchst b UStG 1980
Vorinstanz: vorgehend KG Berlin, 13. Dezember 2011, Az: 9 U 238/10vorgehend LG Berlin, 6. August 2010, Az: 23 O 26/10
Spruchkörper: 3. Zivilsenat
Europarechtlicher Staatshaftungsanspruch: Mitgliedschaftliche Haftung der Bundesrepublik Deutschland für die unterlassene Umsatzsteuerbefreiung privater Spielhallen hinsichtlich der Gewinne aus dem Betrieb von Glücksspielautomaten
Die Beschwerde der Kläger gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 9. Zivilsenats des Kammergerichts vom 13. Dezember 2011 - 9 U 238/10 - wird zurückgewiesen.
Die Kosten des Beschwerdeverfahrens haben die Klägerin zu 1 zu 64 % und der Kläger zu 2 zu 36 % zu tragen.
Der Streitwert für das Beschwerdeverfahren wird auf 291.325,91 € festgesetzt.
1 Ein Revisionszulassungsgrund (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO) besteht nicht. Weder hat die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung (§ 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 ZPO) noch ist eine Entscheidung des Revisionsgerichts zur Rechtsfortbildung oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich (§ 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 ZPO). Die Klageabweisung wird jedenfalls durch die Erwägung des Berufungsgerichts getragen, der Beklagten falle ein qualifizierter Verstoß gegen europäisches Recht nicht zur Last.
2 Insoweit hat der Senat in einem gleichgelagerten Fall durch seinen Beschluss vom 26. April 2012 (III ZR 215/11, juris) bereits entschieden, dass die Beklagte durch die Regelung in § 4 Nr. 9 Buchst. b UStG 1980 nicht in einer einen unionsrechtlichen Staatshaftungsanspruch begründenden hinreichend qualifizierten Weise gegen Art. 13 Teil B Buchst. f der Sechsten Richtlinie 77/388/EWG verstoßen hat, indem sie die öffentlichen Spielbanken hinsichtlich der aus dem Betrieb von Geldspielautomaten erzielten Umsätze von der Entrichtung der Umsatzsteuer befreit hat, die Betreiber privater Spielhallen jedoch nicht (aaO Rn. 14 ff).
3 Damit ist diese auch im vorliegenden Fall entscheidungserhebliche Frage bereits - zum Nachteil der Kläger - geklärt.
4 Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 ZPO abgesehen.
Schlick Herrmann Wöstmann
Hucke Remmert