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BGH 2 StR 25/12 ΓÇó Self-recusal and bias of BGH judge Prof. Dr. Krehl
BGH 2 StR 25/12Bgh / II. Strafkammer04.07.2012Dismissed
The Federal Court of Justice's 2nd Criminal Senate examined a self-report by Judge Prof. Dr. Krehl under § 30 StPO and whether it created grounds for bias. Relying on its earlier decisions of 9 May 2012 and 20 June 2012, the Senate held that the reported circumstances, including the supplemental declaration of 26 June 2012, would not cause a reasonable participant to doubt the judge's impartiality. It therefore found no reason to justify mistrust in his neutrality.
§§ 24, 30 StPO; self-report of circumstances by a judge and review of bias: A judge's self-disclosure does not automatically establish grounds for recusal. The decisive criterion remains whether, from the perspective of a reasonable participant, circumstances exist that are capable of giving rise to justified doubts as to impartiality. Where the court has already rejected earlier recusation motions against the same judge on the basis of materially similar declarations, it may adhere to those assessments; supplementary explanations are relevant only if they objectively alter the assessment. Consideration must also be given to the distinction between mere procedural constellations and objectively bias-inducing conduct (consid. 2-4).
Entscheidungsdatum: 2012-07-04
Aktenzeichen: 2 StR 25/12
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 24 StPO, § 30 StPO
Vorinstanz: vorgehend BGH, 9. Mai 2012, Az: 2 StR 25/12, Beschlussvorgehend BGH, 24. April 2012, Az: 2 StR 25/12, Beschlussvorgehend LG Bonn, 5. August 2011, Az: 23 KLs 13/11 - 664 Js 325/10nachgehend BGH, 7. November 2012, Az: 2 StR 25/12, Beschluss
Spruchkörper: 2. Strafsenat
Selbstablehnung eines Richters eines Strafsenats des BGH: Festhaltung an den Gründen der Zurückweisung früherer Ablehnungsanträge gegen denselben Richter
Es wird festgestellt, dass kein Grund vorliegt, der geeignet ist, Misstrauen gegen die Unparteilichkeit des Richters am Bundesgerichtshof Prof. Dr. Krehl zu rechtfertigen.
1 Richter am Bundesgerichtshof Prof. Dr. Krehl hat gemäß § 30 StPO Umstände angezeigt, die nach seiner Auffassung eine Ablehnung wegen Befangenheit rechtfertigen könnten.
2 Die von Prof. Dr. Krehl vorgetragenen Umstände rechtfertigen ein Misstrauen gegen seine Unparteilichkeit nicht. Der Senat hat bereits mit Beschluss vom 9. Mai 2012 ein Ablehnungsgesuch gegen Prof. Dr. Krehl auf der Grundlage der damaligen dienstlichen Erklärungen des Richters als unbegründet zurückgewiesen. Mit Beschlüssen vom 20. Juni 2012 (2 StR 61/12 und 2 StR 166/12) hat der Senat u.a. Prof. Dr. Krehl betreffende - weitere - Befangenheitsgesuche als unbegründet zurückgewiesen. In diesen Verfahren hatte Prof. Dr. Krehl dienstliche Erklärungen abgegeben, die inhaltlich wesentliche Punkte betrafen, die auch Gegenstand der im vorliegenden Verfahren gemachten Selbstanzeigen gemäß § 30 StPO sind. An den genannten Beschlüssen vom 9. Mai 2012 und vom 20. Juni 2012 hält der Senat fest.
3 Auch die in der dienstlichen Erklärung von Prof. Dr. Krehl vom 26. Juni 2012 ergänzend dargelegten Umstände geben für die am Verfahren Beteiligten bei vernünftiger Würdigung keinen Anlass, an der Unvoreingenommenheit des Richters zu zweifeln. Dies gilt insbesondere für die aus seiner Sicht geschilderte Erledigung anderer beim Senat anhängiger Verfahren, in denen Prof. Dr. Krehl Erklärungen gemäß § 30 StPO abgegeben hat.
4 Zur Frage einer - in der vorliegenden Konstellation ausgeschlossenen - unabhängigkeitsbeeinträchtigenden Einflussnahme auf die durch das Präsidium zur Frage der Besetzung des Senates angehörten Richter wird ergänzend auf die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 13. Juni 2012 verwiesen (vgl. BVerfG, Beschluss vom 13. Juni 2012 - 2 BvR 610/12, 2 BvR 625/12).
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