Permission for leap appeal denied: no comparable higher-education training

BGH XII ZB 545/11Bgh / Civil Chamber 1209.05.2012Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court of Justice refused leave to file a leap appeal against a Karlsruhe Local Court order. The applicant, acting as guardian, argued that his qualification as a 'Diplomierter Bankbetriebswirt ADG' should be treated as equivalent to a university degree. The Senate held that, in light of its intervening case law on comparability of training with higher education, the issue was no longer in need of clarification and did not justify leave. The application was therefore dismissed and costs were imposed on the guardian.

Omnilex-Regeste

§ 75 Abs. 2 FamFG, § 566 Abs. 4 ZPO; leave to file a leap appeal requires a reason of fundamental importance or a need for development of the law or uniformity of case law. If, after the challenged decision, the reviewing court has already clarified the decisive criteria, the asserted need for clarification falls away. Leave is not exceptionally granted merely because the applicant still considers the legal question unresolved; absent a viable prospect of success or a divergence, the application must be rejected. The court may dispense with further reasoning under § 74 Abs. 7 FamFG.

Gesamter Gesetzestext

BGH — XII ZB 545/11, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2012-05-09

Aktenzeichen: XII ZB 545/11

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 75 Abs 2 FamFG, § 566 Abs 4 ZPO, § 4 VBVG

Vorinstanz: vorgehend AG Karlsruhe, 12. September 2011, Az: XVII 624/10

Spruchkörper: 12. Zivilsenat

Titelzeile

Zulassungsgrund für eine Sprungrechtsbeschwerde: Vergleichbarkeit der Ausbildung des Betreuers mit einer Hochschulausbildung

Tenor

Der Antrag auf Zulassung der Sprungrechtsbeschwerde gegen den Beschluss des Amtsgerichts Karlsruhe vom 12. September 2011 wird auf Kosten des Betreuers zurückgewiesen.

Gründe

1 Der Antrag auf Zulassung der Sprungrechtsbeschwerde ist statthaft (§ 75 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 FamFG) und auch im Übrigen zulässig (§ 75 Abs. 2 FamFG iVm § 566 Abs. 2 ZPO). Er ist jedoch nicht begründet, weil die Rechtssache keine grundsätzliche Bedeutung hat und auch keine Entscheidung des Rechtsbeschwerdegerichts zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erfordert (§ 75 Abs. 2 FamFG iVm § 566 Abs. 4 ZPO).

2 1. Der Beschwerdeführer beruft sich auf die grundsätzliche Bedeutung der Frage, ob der Abschluss als "Diplomierter Bankbetriebswirt ADG", den er nach Absolvierung eines genossenschaftlichen Bankführungsseminars an der Akademie Deutscher Genossenschaften e.V. erworben hat, einem Hochschulabschluss vergleichbar ist, weil er nach § 33 Abs. 2 KWG bei der Beurteilung der fachtheoretischen Eignung einer Hochschulausbildung gleichgestellt sei. Da sich die Frage in einer unbestimmten Vielzahl von Fällen stelle, fordere auch die Fortbildung des Rechts eine Entscheidung des Rechtsbeschwerdegerichts.

3 2. Ein Zulassungsgrund liegt nicht vor. Der Senat hat nach Erlass des angegriffenen Beschlusses entschieden, unter welchen Voraussetzungen eine Ausbildung mit einer Hochschulausbildung vergleichbar ist (Senatsbeschlüsse vom 18. Januar 2012 - XII ZB 409/10 - FamRZ 2012, 629 Rn. 11 [staatlich anerkannte Sozialwirtin] und vom 4. April 2012 - XII ZB 447/11 - zur Veröffentlichung bestimmt - Rn. 16 ff. [Sparkassenbetriebswirtin]).

4 Anhand dieser Maßstäbe kann auch die von dem Rechtsbeschwerdeführer als klärungsbedürftig angesehene Frage beantwortet werden. Der zum Zeitpunkt der Einlegung des Rechtsmittels gegebene Zulassungsgrund ist danach entfallen. Eine Zulassung der Rechtsbeschwerde ist auch nicht ausnahmsweise geboten (vgl. zur Nichtzulassungsbeschwerde: BGH Beschlüsse vom 29. Juni 2010 - X ZR 51/09 - NJW 2010, 2812 Rn. 11 und vom 6. Mai 2004 - I ZR 197/03 - NJW 2004, 3188). Denn die Sprungrechtsbeschwerde hat keine Aussicht auf Erfolg. Das Amtsgericht hat die als grundsätzlich angesehene Frage zu Recht verneint. Deshalb besteht auch keine etwaige Divergenz zwischen dem angegriffenen Beschluss und der Rechtsprechung des Senats.

5 Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 74 Abs. 7 FamFG abgesehen.

Dose Vézina Klinkhammer

Schilling Nedden-Boeger

Schlagwörter

leap appealleave to appealcomparability of trainingfundamental importanceuniformity of case lawguardian costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether leave to file a leap appeal should be granted because the case raises a matter of fundamental importance or requires development/uniformity of the law.

Extrahierter Entscheid

No. The court held that the conditions for leave were not met and that the leap appeal had no prospect of success.

Extrahierte Begründung

After the challenged order, the Senate had already clarified when training is comparable to a university degree. Applying that case law, the question raised here was no longer in need of clarification, and no exception justified allowing the appeal.

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