Limitation suspension in concealed partial claims against lawyers

BGH IX ZA 33/11Bgh / Civil Chamber 908.03.2012Dismissed

Zusammenfassung

The Federal Court of Justice refused legal aid for a complaint against the denial of leave to appeal. It held that the proposed complaint had no sufficient prospect of success. The lower court could treat the limitation question for the newly asserted portions of the claim separately. In a concealed partial claim, limitation is suspended only to the extent of the amount actually claimed; later-added excess amounts must be assessed independently for limitation purposes. These principles also apply to claims for damages against a lawyer.

Regest

§ 204 BGB; concealed partial claim and limitation suspension in lawyer-liability proceedings: The suspension of limitation by filing suit extends only to the dispute actually made subject of the action, as determined by the claim and the factual basis pleaded. Where the plaintiff presents a concealed partial claim, i.e. a quantified claim that does not reveal that the amount sought is less than the total damage, later-asserted excess claims are not covered by the original suspension; their limitation must be examined independently (consid. 2). These principles apply equally to legal-malpractice recourse claims; a mere later enlargement of the claim does not retroactively broaden the scope of the initial suspension.

Gesamter Gesetzestext

BGH — IX ZA 33/11, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2012-03-08

Aktenzeichen: IX ZA 33/11

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 204 BGB, § 280 Abs 1 BGB

Vorinstanz: vorgehend Brandenburgisches Oberlandesgericht, 30. März 2011, Az: 3 U 161/10, Urteilvorgehend LG Potsdam, 8. Oktober 2010, Az: 12 O 253/03

Spruchkörper: 9. Zivilsenat

Titelzeile

Verjährungshemmung: Selbstständige Beurteilung nachgeschobener Mehrforderungen bei einer "verdeckten Teilklage" gegen einen Rechtsanwalt wegen eines Regressanspruchs

Tenor

Der Antrag der Kläger auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe für eine Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 3. Zivilsenats des Brandenburgischen Oberlandesgerichts vom 30. März 2011 wird abgelehnt.

Gründe

1 Die beabsichtigte Beschwerde weist keine hinreichende Aussicht auf Erfolg auf (§ 114 Satz 1 ZPO). Weder hat die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung, noch erfordert die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO).

2 Das Berufungsgericht hat unter Berücksichtigung der höchstrichterlichen Rechtsprechung zum Umfang einer Hemmung der Verjährung im Falle einer Klageerhebung (vgl. BGH, Urteil vom 2. Mai 2002 - III ZR 135/01, BGHZ 151, 1, 2 ff; vom 9. Januar 2008 - XII ZR 33/06, NJW-RR 2008, 521 Rn. 15 ff; vom 11. März 2009 - IV ZR 224/07, NJW 2009, 1950 Rn. 12 ff jeweils mwN) im Rahmen einer einzelfallbezogenen Würdigung des Prozessstoffes annehmen können, dass die Verjährung der mit der Klageerweiterung verfolgten Anspruchsteile selbständig zu beurteilen ist. Die vom Berufungsgericht angewandten Rechtsgrundsätze gelten auch für die Rechtsberaterhaftung. So ist allgemein anerkannt, dass sich der Umfang der Verjährungshemmung nach dem Streitgegenstand der Regressklage richtet, der durch den Klageantrag und den zur Begründung vorgetragenen Lebenssachverhalt bestimmt wird (BGH, Urteil vom 21. März 2000 - IX ZR 183/98, WM 2000, 1348, 1349 f; Chab in Zugehör/G.Fischer/Vill/D.Fischer/Rinkler/Chab, Handbuch der Anwaltshaftung, 3. Aufl., Rn. 1521; Fahrendorf in Fahrendorf/Mennemeyer/Terbille, Die Haftung des Rechtsanwalts, 8. Aufl., Rn. 1353, 1356). Bei einer "verdeckten Teilklage", bei der weder für den Beklagten noch für das Gericht erkennbar ist, dass die bezifferte Forderung nicht dem Gesamtschaden entspricht, wird die Verjährung des Anspruchs nur im beantragten Umfang gehemmt; der Kläger darf zwar nachträglich Mehrforderungen geltend machen, jedoch ist die Verjährung des nachgeschobenen Anspruchsteils selbständig zu beurteilen (Zugehör/Chab aaO, Rn. 1523; so auch bereits Zugehör in Zugehör/G.Fischer/Sieg/Schlee, Handbuch der Anwaltshaftung, 2. Aufl., Rn. 1514 jeweils unter Bezugnahme auf die vom Berufungsgericht herangezogene Entscheidung BGH, Urteil vom 2. Mai 2002 - III ZR 135/01, BGHZ 151, 1, 3; ferner Zugehör/Vill aaO, Rn. 687).

Kayser Gehrlein Vill

Fischer Grupp

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