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BGH IX ZB 213/11 ΓÇó Debtor has no appeal right after own insolvency petition
BGH IX ZB 213/11Bgh / Civil Chamber 926.01.2012Dismissed
The Federal Court of Justice dismissed the debtor’s legal complaint as inadmissible because it had not been timely substantiated by a lawyer admitted to the BGH. It also refused to appoint a no-cost attorney, holding that the intended complaint was hopeless. Relying on settled case law, the court reiterated that a debtor has no right of complaint when insolvency proceedings were opened on the debtor’s own petition, because no formal grievance exists in that situation. Costs were imposed on the debtor.
§ 577 Abs. 1 S. 2 ZPO; § 78b Abs. 1 ZPO; debtor’s right to complain in insolvency proceedings opened on own petition: A legal complaint is inadmissible if it is not filed within the extended time limit by a lawyer admitted before the Federal Court of Justice. Appointment of a no-cost attorney requires a non-hopesless intended legal remedy. A debtor whose insolvency proceedings were opened on the debtor’s own petition lacks the formal grievance necessary for a complaint; the debtor cannot make the opening of proceedings contingent on the success of a concurrent creditor petition or demand prior clarification of its merits (consid. 1-2).
Entscheidungsdatum: 2012-01-26
Aktenzeichen: IX ZB 213/11
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 78b Abs 1 ZPO, § 577 Abs 1 S 2 ZPO, § 34 Abs 2 InsO
Vorinstanz: vorgehend LG Osnabrück, 27. Juni 2011, Az: 7 T 301/11vorgehend AG Lingen, 13. April 2011, Az: 18 IN 14/11
Spruchkörper: 9. Zivilsenat
Insolvenzverfahren: Beschwerderecht des Schuldners bei Verfahrenseröffnung auf Eigenantrag
Die Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der 7. Zivilkammer des Landgerichts Osnabrück vom 27. Juni 2011 wird auf Kosten des Schuldners als unzulässig verworfen.
Der Antrag des Schuldners, ihm zur Durchführung des Rechtsbeschwerdeverfahrens einen Notanwalt zu bestellen, wird zurückgewiesen.
Der Wert des Beschwerdegegenstandes wird auf 5.000 € festgesetzt.
1 1. Die Rechtsbeschwerde ist unzulässig, weil sie nicht innerhalb der bis zum 17. Oktober 2011 verlängerten Begründungsfrist durch einen beim Bundesgerichtshof zugelassenen Anwalt begründet worden ist (§ 577 Abs. 1 Satz 2 ZPO).
2 2. Ein Notanwalt ist dem Schuldner nicht zu bestellen. Die von ihm beabsichtigte Rechtsbeschwerde ist aussichtslos (vgl. § 78b Abs. 1 ZPO).
3 Nach ständiger Rechtsprechung steht dem Schuldner kein Beschwerderecht zu, wenn das Insolvenzverfahren auf seinen Antrag eröffnet wurde (BGH, Beschluss vom 18. Januar 2007 - IX ZB 170/06, WM 2007, 553 Rn. 6 ff; vom 26. April 2007 - IX ZB 8/06, ZInsO 2007, 663 Rn. 3). Diese rechtliche Würdigung beruht auf der Erwägung, dass der Schuldner durch die seinem Antrag entsprechende Verfahrenseröffnung keine formelle Beschwer als Zulässigkeitsvoraussetzung für die Einlegung eines Rechtsmittels erleidet (BGH, Beschluss vom 17. Juli 2008 - IX ZB 225/07, WM 2008, 1752 Rn. 4). Der Schuldner kann nicht verlangen, vor der Entscheidung über seinen Eigenantrag über die Erfolgsaussichten eines außerdem gestellten Fremdantrags unterrichtet zu werden. Falls der Schuldner meint, dass ein Insolvenzgrund nicht gegeben ist, darf er - zumal er dann einer Restschuldbefreiung nicht bedarf - einen Eigenantrag nicht stellen. Aus dieser Erwägung ist es dem Schuldner auch verwehrt, seinen Eröffnungsantrag an die Bedingung der Begründetheit des Fremdantrags zu knüpfen (BGH, Beschluss vom 11. März 2010 - IX ZB 110/09, WM 2010, 898 Rn. 7 ff). Bei dieser Sachlage ist die von dem Schuldner beabsichtigte Rechtsbeschwerde als aussichtslos zu erachten.
Kayser Gehrlein Vill
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