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BGH I ZB 31/10 ΓÇó Anhörungsrüge based on repeated arguments is inadmissible
BGH I ZB 31/10Bgh / I. Zivilkammer21.12.2011Dismissed
The BGH rejected the applicant’s Anhörungsrüge in a trademark matter. It held that the right to be heard is not violated merely because the court did not expressly address every submission, and that an Anhörungsrüge cannot succeed when it simply repeats arguments already raised in the appeal. The applicant’s criticism concerning witness testimony did not meet the formal requirements of a legal complaint under § 85(4) no. 3 MarkenG. Alleged overlooked arguments on the bad faith of the 'Gelbe Seiten' mark application were not sufficiently identified and had in any event already been considered. Costs were imposed on the applicant.
Art. 103 Abs. 1 GG; § 321a ZPO; § 85 Abs. 4 Nr. 3 MarkenG: An Anhörungsrüge is unsuccessful if it merely repeats objections already raised in the prior appeal and does not allege a new, independent violation of the right to be heard by the deciding court. The constitutional right to be heard requires consideration of the parties’ submissions, but not an express ruling on every individual argument (consid. 2). A complaint of overlooked submissions must identify the omitted matter concretely; otherwise no cognizable hearing violation is shown. Where the prior decision has dealt with the relevant submissions in substance, an alleged non-consideration cannot be inferred from a mere disagreement with the legal assessment (consid. 3-4).
Entscheidungsdatum: 2011-12-21
Aktenzeichen: I ZB 31/10
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: Art 103 Abs 1 GG, § 321a ZPO, § 85 Abs 4 Nr 3 MarkenG
Vorinstanz: vorgehend BGH, 17. August 2011, Az: I ZB 31/10, Beschlussvorgehend BPatG München, 13. April 2010, Az: 29 W (pat) 84/10
Spruchkörper: 1. Zivilsenat
Verfahren in Markenangelegenheiten: Begründung der Anhörungsrüge mit wiederholtem Vortrag
Die Anhörungsrüge gegen den Beschluss des Senats vom 17. August 2011 wird auf Kosten der Antragstellerin zurückgewiesen.
1 Die gemäß § 321a ZPO statthafte und auch im Übrigen zulässige Anhörungsrüge ist unbegründet.
2 Die Gerichte sind nach Art. 103 Abs. 1 GG verpflichtet, das Vorbringen der Parteien zur Kenntnis zu nehmen und in Erwägung zu ziehen. Hingegen ist es nicht erforderlich, alle Einzelpunkte des Parteivorbringens in den Gründen der Entscheidung auch ausdrücklich zu bescheiden (BVerfGE 96, 205, 216 f.). Der Senat hat im Zusammenhang mit seiner Entscheidung vom 17. August 2011 die Angriffe der Rechtsbeschwerde der Antragstellerin in vollem Umfang geprüft, jedoch sämtlich nicht für durchgreifend erachtet. Soweit die Antragstellerin mit ihrer Anhörungsrüge ihren Vortrag aus der Rechtsbeschwerde wiederholt, kann die Anhörungsrüge damit nicht begründet werden. Nach der vom Bundesverfassungsgericht gebilligten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs können mit der Anhörungsrüge nur neue und eigenständige Verletzungshandlungen des Art. 103 Abs. 1 GG durch das Rechtsmittelgericht gerügt werden (vgl. BGH, Beschluss vom 27. November 2007 - VI ZR 38/07, NJW 2008, 923 Rn. 5; BVerfG, Beschluss vom 5. Mai 2008 - 1 BvR 562/08, NJW 2008, 2635 f.).
3 Der Senat hat im Einzelnen ausgeführt, warum der Vortrag der Antragstellerin, mit dem sie einen Gehörsverstoß wegen unterbliebener Vernehmung bestimmter Zeugen gerügt hat, nicht den förmlichen Erfordernissen an die Begründung der Rechtsbeschwerde nach § 85 Abs. 4 Nr. 3 MarkenG entspricht. In der Anhörungsrüge macht die Antragstellerin insoweit nur ihre abweichende Rechtsauffassung geltend.
4 Soweit die Anhörungsrüge meint, der Senat habe weiteren Vortrag der Antragstellerin zur Bösgläubigkeit der Anmeldung der Wort-/Bildmarke "Gelbe Seiten" nicht berücksichtigt, fehlt es bereits an der erforderlichen Darlegung, um welchen konkreten Vortrag es sich dabei handeln soll. Im Übrigen hat der Senat den entsprechenden Vortrag der Antragstellerin umfassend berücksichtigt und in den Gründen seines Beschlusses in dem gebotenen Umfang behandelt.
Bornkamm Pokrant Büscher
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