Requirements for appointment of a substitute counsel

BGH I ZR 98/11Bgh / I. Zivilkammer19.10.2011Dismissed

Zusammenfassung

The Federal Court of Justice denied the defendant’s request for appointment of a substitute counsel under Section 78b ZPO because he had not shown, with sufficient detail and proof, that despite reasonable efforts he could not find a BGH-admitted lawyer willing to act for him after his previous counsel withdrew. The Court then rejected the non-admission complaint as inadmissible because it had not been timely reasoned by a lawyer admitted to the BGH. Costs were imposed on the defendant.

Regest

§ 78b Abs. 1 ZPO; appointment of substitute counsel requires substantiated proof that, despite reasonable efforts, the party was unable to find a lawyer willing to act and that the intended proceedings are neither frivolous nor manifestly hopeless. Mere assertions do not suffice; the party must set out the efforts undertaken and, where possible, the circumstances of the refusal or withdrawal of prior counsel (consid. 1-3). § 544 Abs. 2 ZPO in conjunction with § 78 Abs. 1 Satz 3 ZPO; a non-admission complaint is inadmissible if it is not reasoned in due time by a lawyer admitted to the Federal Court of Justice (consid. 4).

Gesamter Gesetzestext

BGH — I ZR 98/11, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-10-19

Aktenzeichen: I ZR 98/11

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 78b ZPO, § 544 Abs 2 ZPO

Vorinstanz: vorgehend OLG Düsseldorf, 12. April 2011, Az: I-20 U 103/10, Urteilvorgehend LG Düsseldorf, 9. Juni 2010, Az: 2a O 268/09

Spruchkörper: 1. Zivilsenat

Titelzeile

Notanwalt: Voraussetzungen für die Beiordnung

Tenor

Der Antrag des Beklagten, ihm zur Wahrnehmung seiner Rechte gemäß § 78b ZPO einen beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt beizuordnen, wird abgelehnt.

Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des 20. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 12. April 2011 wird auf Kosten des Beklagten verworfen.

Streitwert: 50.000 €.

Gründe

1 I. Die Voraussetzungen für die Beiordnung eines Notanwalts gemäß § 78b Abs. 1 ZPO sind nicht erfüllt.

2 Nach der genannten Vorschrift kann einer Partei ein Rechtsanwalt beigeordnet werden, wenn sie einen zu ihrer Vertretung bereiten Rechtsanwalt nicht findet und die Rechtsverfolgung nicht mutwillig oder aussichtslos erscheint. Voraussetzung hierfür ist zunächst, dass die Partei trotz zumutbarer Anstrengungen einen zu ihrer Vertretung bereiten Rechtsanwalt nicht gefunden sowie ihre diesbezüglichen Bemühungen dem Gericht substantiiert dargelegt und nachgewiesen hat (BGH, Beschluss vom 22. August 2011 IV ZR 77/11, juris Rn. 5, mwN). Derartige Nachweise fehlen hier.

3 Der Beklagte hatte zunächst die Rechtsanwältin beim Bundesgerichtshof Dr. A. mit der Erhebung der Nichtzulassungsbeschwerde beauftragt. Diese hat mittlerweile das Mandat niedergelegt. Die Gründe für die Mandatsniederlegung hat der Beklagte nicht mitgeteilt. Er hat zudem nicht im Einzelnen dargelegt, dass er trotz zumutbarer Anstrengungen keinen zur Übernahme des Mandats bereiten Anwalt gefunden hat. Seine Erklärungen im Schreiben vom 19. August 2011 genügen hierfür nicht, worauf der Beklagte bereits mit Schreiben vom 23. August 2011 hingewiesen worden ist.

4 II. Die Nichtzulassungsbeschwerde ist auf Kosten des Beklagten als unzulässig zu verwerfen (§ 97 Abs. 1 ZPO), weil sie nicht innerhalb der Frist des § 544 Abs. 2 ZPO durch einen beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt (§ 78 Abs. 1 Satz 3 ZPO) begründet worden ist.

Bornkamm Pokrant Büscher

Koch Löffler

Schlagwörter

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