Cessionary enforcement clause: no proof of entry into security agreement

BGH VII ZB 81/10Bgh / Civil Chamber 728.07.2011Modified

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The applicant sought enforcement clauses for three notarized deeds after assignment of secured claims. The notary and the Regional Court refused because the applicant had not proved entry into the original security agreements in the form required by Section 727 ZPO. During the Federal Court appeal, however, the debtor submitted a confession and authorized the notary to amend the clauses, whereupon the notary issued them. The Federal Court therefore declared the matter moot and decided only on costs: no court costs for the remedy proceedings, and the debtor had to bear the applicant's necessary expenses.

Omnilex-Regeste

§ 727 ZPO; enforcement clause for the assignee; no examination of the assignee’s entry into the security agreement. In clause-issuing proceedings, the notary is not required to verify whether the assignee has entered into the security agreement concluded between debtor and assignor. Nor may a contractual enforcement condition within the meaning of § 726(1) ZPO be assumed solely on the basis of an interest-based interpretation where the wording of the notarial deed does not contain such a condition (consid. 6). If the requested clause is issued during the appellate proceedings, the case becomes substantively moot; only the costs are to be decided under the rules of equitable cost allocation.

Gesamter Gesetzestext

BGH — VII ZB 81/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-07-28

Aktenzeichen: VII ZB 81/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 727 ZPO

Vorinstanz: vorgehend LG Frankenthal, 28. Oktober 2010, Az: 1 T 205/10, Beschluss

Spruchkörper: 7. Zivilsenat

Titelzeile

Klauselumschreibung auf den Zessionar: Nachweis des Eintritts des Zessionars in den Sicherungsvertrag

Tenor

Der Beschluss des Landgerichts Frankenthal (Pfalz) vom 28. Oktober 2010 wird wie folgt abgeändert:

Gerichtskosten für die Rechtsmittelverfahren werden nicht erhoben. Die zur Durchführung der Rechtsmittelverfahren notwendigen Aufwendungen der Antragstellerin werden der Schuldnerin auferlegt.

Der Gegenstandswert für das gesamte Verfahren wird auf 186.621,54 € festgesetzt, § 131 Abs. 4, § 30 Abs. 1, § 31 Abs. 1 Satz 2 KostO.

Gründe

I.

1 Die Antragstellerin hat als Rechtsnachfolgerin bei dem Notar die Erteilung von Vollstreckungsklauseln für drei notarielle Urkunden beantragt, in denen sich die Schuldnerin wegen der Ansprüche aus einer Grundschuld und persönlichen Haftungserklärung der sofortigen Zwangsvollstreckung unterworfen hat. Der Notar hat die Klauselerteilung unter Hinweis auf die Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 30. März 2010 (BGH, Versäumnisurteil vom 30. März 2010 - XI ZR 200/09, BGHZ 185, 133) mangels Nachweises des Eintritts der Antragstellerin in die ursprünglichen Sicherungsverträge in der Form des § 727 ZPO abgelehnt. Dagegen hat die Antragstellerin Beschwerde eingelegt. Im Beschwerdeverfahren hat sich die Schuldnerin trotz Aufforderung durch das Landgericht nicht geäußert. Das Landgericht hat die Beschwerde zurückgewiesen. Mit der zugelassenen Rechtsbeschwerde hat die Antragstellerin die Aufhebung der angefochtenen Entscheidung und die Klauselerteilung begehrt.

2 Nachdem die Schuldnerin im Laufe des Rechtsbeschwerdeverfahrens vor dem Notar eine Geständniserklärung abgegeben und ihn ermächtigt hat, die Vollstreckungsklauseln umzuschreiben, hat der Notar dem Antrag der Antragstellerin entsprochen. Daraufhin hat die Antragstellerin das Verfahren für erledigt erklärt und beantragt, der Schuldnerin die Kosten aufzuerlegen.

II.

3 Durch die vom Notar im Laufe des Rechtsbeschwerdeverfahrens vorgenommene Klauselerteilung ist eine sachliche Erledigung des Verfahrens eingetreten. Gemäß § 83 Abs. 2, § 81 Abs. 1 Satz 1 FamFG ist nur noch über die Kosten des Verfahrens zu entscheiden.

4 Gerichtskosten für die Rechtsmittelverfahren werden gemäß § 131 Abs. 3, Abs. 7 KostO nicht erhoben.

5 Es entspricht billigem Ermessen, die zur Durchführung der Rechtsmittelverfahren notwendigen Aufwendungen der Antragstellerin der Schuldnerin aufzuerlegen, § 81 Abs. 1 Satz 1 FamFG.

6 Der Senat hat nach Erlass des angefochtenen Beschlusses inzwischen in einem vergleichbaren Fall entschieden (BGH, Beschluss vom 29. Juni 2011 - VII ZB 89/10, zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen), dass im Klauselerteilungsverfahren gemäß § 727 ZPO ein Eintritt des Zessionars in die zwischen Schuldner und Zedenten geschlossene Sicherungsvereinbarung nicht zu prüfen ist. Der Senat hat ebenfalls in seinem Beschluss vom 29. Juni 2011 entschieden, dass für den Notar die Annahme einer Vollstreckungsbedingung im Sinne des § 726 Abs. 1 ZPO nicht in Betracht kommt, wenn diese - wie hier - im Wortlaut der notariellen Urkunde nicht angelegt ist und allein auf einer Interessenabwägung beruht. Wegen der weiteren Begründung wird auf den Beschluss des Senats vom 29. Juni 2011 (VII ZB 89/10, zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen) verwiesen.

7 Der Notar hätte daher der Antragstellerin die begehrten Vollstreckungsklauseln erteilen müssen. Unter Berücksichtigung der allgemeinen Grundsätze der Kostenlast im Zwangsvollstreckungsverfahren ist es gerechtfertigt, den Schuldnern insoweit die Kosten aufzuerlegen; Umstände, die eine andere Kostenentscheidung rechtfertigen könnten, sind weder vorgetragen noch sonst ersichtlich.

III.

8 Der Gegenstandswert des Verfahrens richtet sich nach dem wirtschaftlichen Interesse der Antragstellerin und ist daher mit dem Wert des zu vollstreckenden Anspruchs festzusetzen (vgl. Zöller/Herget, ZPO, 28. Aufl., § 3 Rn. 16 "Vollstreckungsklausel"). Dieses Interesse entspricht einem Betrag in Höhe von 186.621,54 € (365.000 DM), da die Antragstellerin mit Schreiben vom 16. Februar 2010 bei dem Notar die Klauselerteilung hinsichtlich der Grundschuldbestellungen vom 27. Mai 1994 (250.000 DM), vom 23. Februar 1996 (15.000 DM) und vom 4. Mai 1998 (100.000 DM) beantragt hat.

Kniffka Bauner Eick

Halfmeier Leupertz

Schlagwörter

enforcement clausecessionsecurity agreementmootnesscost allocationnotarydebt enforcement

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the proceeding became moot after the notary issued the requested enforcement clauses

Extrahierter Entscheid

Yes. The later issuance of the clauses during the appeal caused substantive mootness; only costs remained to be decided.

Extrahierte Begründung

The notary's subsequent clause issuance satisfied the applicant's request, so the court no longer had to decide the merits.

Kernrechtsfrage

How to allocate costs after the proceeding became moot

Extrahierter Entscheid

Court costs for the legal remedies were not charged, and the debtor had to reimburse the applicant's necessary out-of-pocket expenses.

Extrahierte Begründung

Under equitable discretion and the rules on costs in enforcement-clause proceedings, the debtor bore the costs because the clauses should have been issued.

Kernrechtsfrage

Whether the applicant had to prove the cessionary's entry into the original security agreement under Section 727 ZPO

Extrahierter Entscheid

No such proof was required in the clause-issuing procedure.

Extrahierte Begründung

Following the Senate's later comparable decision, the court held that entry into the security agreement is not examined under Section 727 ZPO; a contractual enforcement condition under Section 726(1) ZPO was likewise not present here.

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