Landlord’s duty to inspect coal stoves regularly

BGH VIII ZR 310/10Bgh / Civil Chamber 801.06.2011Withdrawn

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court of Justice dealt with a landlord-liability dispute over soot entering tenants’ flat from coal stoves. It stated that no ground existed to admit the revision because the question of a landlord’s duty to inspect stove connections regularly was not of fundamental importance. On the merits, it reiterated that properly installed stoves need not be inspected without cause; only reported or otherwise apparent defects must be remedied promptly by a specialist. It also found no basis for imputing fault to the chimney sweep. The case note states that the revision proceedings were ultimately concluded by withdrawal.

Omnilex-Regeste

§ 552a ZPO; landlord’s duty to inspect heating/stove installations; no admission of revision where no fundamental question exists and the issue is settled by existing case law. A landlord is not, absent special circumstances, obliged to carry out periodic inspections of properly installed stoves or their wall connections in the tenant’s flat. The duty under the lease and traffic-safety obligations is generally limited to prompt remediation of irregularities or defects reported by the tenant or otherwise becoming apparent. For liability, fault and causation must be substantiated; a mere temporal proximity to chimney-sweeping work does not suffice to attribute a soot escape to the chimney sweep or to the landlord (cf. consid. 1-3).

Gesamter Gesetzestext

BGH — VIII ZR 310/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-06-01

Aktenzeichen: VIII ZR 310/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 276 BGB, § 278 BGB, § 535 BGB

Vorinstanz: vorgehend LG Berlin, 9. November 2010, Az: 65 S 435/09vorgehend AG Charlottenburg, 28. August 2009, Az: 235 C 250/08

Spruchkörper: 8. Zivilsenat

Titelzeile

Wohnraummiete: Pflicht des Vermieters zur regelmäßigen Funktionskontrolle von Kohleöfen; Haftung für Fehlverhalten des Schornsteinfegers

Tenor

Der Senat beabsichtigt, die Revision gemäß § 552a ZPO durch einstimmigen Beschluss zurückzuweisen.

Gründe

1 1. Ein Grund für die Zulassung der Revision liegt nicht vor. Die Frage, ob der Vermieter verpflichtet ist, in der Mietwohnung befindliche Kohleöfen bzw. deren Wandanschlüsse ohne besonderen Anlass regelmäßig auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüfen zu lassen, ist nicht grundsätzlicher Natur; ein Meinungsstreit über diese Frage ist weder in der Literatur noch in der Rechtsprechung der Instanzgerichte ersichtlich. Überdies lässt sich die Frage ohne Weiteres anhand der Rechtsprechung des Senats zur sogenannten Elektrorevision (Senatsurteil vom 15. Oktober 2008 - VIII ZR 321/07, NJW 2009, 143 Rn. 17 ff.) beantworten, wie es die Vorinstanzen auch (zutreffend) getan haben.

2 Auf die weitere vom Berufungsgericht erörterte Frage, ob der Schornsteinfeger bei der Kaminkehrung als Erfüllungsgehilfe des Vermieters gegenüber dem Mieter handelt, kommt es nicht an. Wie bereits das Amtsgericht im Einzelnen ausgeführt hat, bestehen schon keine Anhaltspunkte dafür, dass der Austritt von Ruß in der Wohnung der Kläger vom Streithelfer des Beklagten zu vertreten ist (§ 276 BGB). Die Lockerung der Wandanschlüsse der Öfen in der Wohnung der Kläger, die eine Woche nach dem Kehrvorgang festgestellt worden ist, lässt keine Rückschlüsse darauf zu, dass dem Streithelfer bei dem Kehrvorgang ein pflichtwidriges oder unsachgemäßes Verhalten zur Last fällt, auf das der von den Klägern geltend gemachte Schaden zurückgeführt werden kann; insbesondere liegt in dem angeblich "recht kräftigen" Kehren des Streithelfers des Beklagten kein Sorgfaltsverstoß.

3 2. Die Revision hat auch keine Aussicht auf Erfolg. Den Klägern steht gegen den Beklagten kein Schadensersatzanspruch wegen des Austritts von Ruß in ihrer Mietwohnung im September 2005 zu. Das Berufungsgericht hat richtig entschieden, dass der Vermieter im Rahmen seiner Instandhaltung- und Verkehrssicherungspflicht nicht gehalten ist, ordnungsgemäß installierte Öfen in der Wohnung des Mieters ohne besonderen Anlass einer regelmäßigen Kontrolle, etwa im Hinblick auf die Funktionsfähigkeit und Dichtigkeit der Wandanschlüsse, zu unterziehen. Ähnlich wie bei der Elektroinstallation in der Wohnung des Mieters reicht es - soweit nicht im Einzelfall besondere Umstände vorliegen - aus, wenn auftretende Unregelmäßigkeiten oder vom Mieter angezeigte Mängel unverzüglich von einem Fachmann abgestellt werden. Derartige Auffälligkeiten hat es hier aber vor dem Austritt von Rußpartikeln im September 2005 nach den Feststellungen des Berufungsgerichts nicht gegeben.

4 3. Es besteht Gelegenheit zur Stellungnahme binnen drei Wochen ab Zustellung dieses Beschlusses.

Ball Dr. Milger Dr. Achilles

Dr. Schneider Dr. Fetzer

Hinweis:

Das Revisionsverfahren ist durch Revisionsrücknahme erledigt worden.

Schlagwörter

landlord liabilitytenant protectionstove inspectiontraffic safety dutycausationvicarious liabilitychimney sweepsoot damage

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether leave to appeal should be granted under Section 552a ZPO.

Extrahierter Entscheid

No ground for granting leave to appeal existed; the question raised was not of fundamental significance and could be answered on existing case law.

Extrahierte Begründung

The court saw no divergence in literature or lower-court case law and considered the issue answerable by analogy to its electricity-installation case law.

Kernrechtsfrage

Whether the landlord had a duty to have properly installed coal stoves and wall connections in the rented flat checked regularly without specific cause.

Extrahierter Entscheid

No. Absent special circumstances, the landlord need not subject properly installed stoves to regular inspections; it is enough to remedy reported or otherwise apparent irregularities promptly through a specialist.

Extrahierte Begründung

The court applied the same approach as for electrical installations and found no prior irregularities before the soot event.

Kernrechtsfrage

Whether the chimney sweep’s conduct during sweeping established fault attributable to the landlord.

Extrahierter Entscheid

No. There were no indications that the soot escape was caused by a breach of duty by the chimney sweep; even a described vigorous sweeping did not amount to negligence on the facts found.

Extrahierte Begründung

The later loosened wall connections did not justify inferring improper conduct during the sweeping; causation and fault were not shown under Section 276 BGB.

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