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BGH 2 StR 158/11 ΓÇó § 64 StGB: treatment duration may exceed prison term
BGH 2 StR 158/11Bgh / II. Strafkammer09.06.2011Dismissed
The Federal Court rejected the defendant's criminal appeal as unfounded. It held that the trial court had erred in stating that a treatment measure under § 64 StGB could not last longer than the prison sentence, since the provisions on placement and its duration do not contain such a limitation. The refusal of the measure nevertheless stood because the regional court also relied on the absence of a sufficiently concrete prospect of treatment success. The court approved consideration of the duration of the addiction, prior failed therapies, and inadequate language skills when assessing prospects of success. The defendant had to pay the costs of the appeal.
§ 64 StGB; §§ 67 Abs. 4, 67d StGB; placement in a treatment facility is not barred because the expected duration of treatment exceeds the term of imprisonment imposed. The duration of the measure is governed by the statutory limits of § 67d StGB and the crediting rules of § 67 Abs. 4 StGB; beyond the general prohibition of excess, no rule requires the measure to be shorter than the custodial sentence. A refusal of the measure remains sustainable if the sentencing court independently and permissibly denies a sufficiently concrete prospect of treatment success. In assessing prognosis, the court may rely on the duration of dependency, previous unsuccessful therapies, and other circumstances relevant to treatment feasibility (consid. 1).
Entscheidungsdatum: 2011-06-09
Aktenzeichen: 2 StR 158/11
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 64 StGB, § 67 Abs 4 StGB, § 67d StGB
Vorinstanz: vorgehend LG Frankfurt, 12. Januar 2011, Az: 5/04 KLs - 3530 Js 221411/10 (29/10), Urteil
Spruchkörper: 2. Strafsenat
Unterbringung in einer Entziehungsanstalt: Unterbringungsdauer und Dauer der erkannten Freiheitsstrafe
Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Frankfurt am Main vom 12. Januar 2011 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat.
Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.
Ergänzend weist der Senat auf folgendes hin:
Soweit das Landgericht zur Begründung seiner Ablehnung einer Unterbringung des Angeklagten in einer Entziehungsanstalt gemäß § 64 StGB auch angeführt hat, dass eine Suchtbehandlung, die hier voraussichtlich etwa zwei Jahre dauern würde, im Rahmen der Vollstreckung der Gesamtfreiheitsstrafe (von einem Jahr und vier Monaten) "nicht zu leisten" sei, ist diese Erwägung zwar rechtsfehlerhaft. Denn eine derartige - über das stets zu beachtende Übermaßverbot hinausgehende - Einschränkung, dass die Dauer der Maßregel die Dauer der erkannten Freiheitsstrafe nicht übersteigen dürfe, lässt sich den Vorschriften über die Anordnung der Maßregel gemäß § 64 StGB, die Dauer der Unterbringung gemäß § 67d StGB und über die Anrechnung des Maßregelvollzugs gemäß § 67 Abs. 4 StGB nicht entnehmen (vgl. auch Fischer, StGB 58. Aufl., § 67 Rn. 22). Die Nichtanordnung der Maßregel beruht jedoch nicht auf diesem Rechtsfehler, da den Urteilsgründen zu entnehmen ist, dass die Strafkammer zur Begründung weiterhin auf das Fehlen einer hinreichend konkreten Aussicht auf einen Behandlungserfolg abgestellt hat. Bei der Prüfung einer Erfolgsaussicht der Maßregel durfte die Strafkammer die Dauer der Betäubungsmittelabhängigkeit des Angeklagten, die Erfolglosigkeit seiner bisher absolvierten Therapieversuche sowie seine unzureichenden Sprachkenntnisse berücksichtigen.
Fischer Appl Berger
Krehl Ott