Control guardianship: exception to judge reservation remains under new procedure

BGH XII ZB 505/10Bgh / Civil Chamber 1223.02.2011Annulled

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court of Justice held that the amended procedural law did not remove the exception permitting a court clerk to order a control guardianship. The Regional Court had wrongly assumed that the establishment of a control guardianship was now reserved to a judge alone. The decision of the Regional Court was therefore set aside and the matter remitted for a new decision, including costs.

Omnilex-Regeste

§ 15 Abs. 1 Satz 2 RPflG; exception to the judge reservation in the establishment of a control guardianship under the revised procedural law. The legal position remains unchanged by the new wording: where the statute preserves the exception, a Rechtspfleger may continue to act despite the general judge reservation. A lower court errs if it infers exclusive judicial competence from the omission of the former provision alone; the decisive point is the continuing reach of the express statutory exception (consid. 2).

Gesamter Gesetzestext

BGH — XII ZB 505/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-02-23

Aktenzeichen: XII ZB 505/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 14 Abs 1 Nr 4 RPflG vom 17.03.2007, § 15 Abs 1 S 2 RPflG vom 30.07.2009

Vorinstanz: vorgehend LG Saarbrücken, 10. September 2010, Az: 5 T 313/10, Beschlussvorgehend AG St. Ingbert, 25. Juni 2010, Az: 16 XVII (W) 21/10

Spruchkörper: 12. Zivilsenat

Titelzeile

Betreuung: Ausnahme vom Richtervorbehalt bei Einrichtung einer Kontrollbetreuung nach neuem Verfahrensrecht

Tenor

Auf die Rechtsbeschwerde der Betreuungsbehörde wird der Beschluss der 5. Zivilkammer des Landgerichts Saarbrücken vom 10. September 2010 aufgehoben.

Die Sache wird zur erneuten Behandlung und Entscheidung - auch über die Kosten des Rechtsbeschwerdeverfahrens - an das Landgericht Saarbrücken zurückverwiesen.

Gründe

I.

1 Auf Antrag der Beteiligten zu 4 hat das Amtsgericht durch die Rechtspflegerin im Hinblick auf eine vom Betroffenen erteilte Vorsorgevollmacht eine Betreuung zur Überwachung der vermögensrechtlichen Angelegenheiten des Betroffenen angeordnet und den Beteiligten zu 3 zum Kontrollbetreuer bestellt. Dagegen hat der Betroffene Beschwerde eingelegt. Das Landgericht hat den Beschluss des Amtsgerichts aufgehoben und die Sache an das Amtsgericht - Abteilungsrichter - zurückverwiesen. Nach Auffassung des Landgerichts war die Rechtspflegerin nach der seit 1. September 2010 geltenden Gesetzeslage funktionell nicht zuständig. Die Einrichtung einer Kontrollbetreuung sei nunmehr dem Richter vorbehalten. Dagegen hat die Betreuungsbehörde Rechtsbeschwerde eingelegt.

II.

2 Die nach § 70 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 FamFG statthafte und auch sonst zulässige Rechtsbeschwerde ist begründet. Das Landgericht war der Auffassung, dass die Ausnahme von dem Richtervorbehalt nach § 14 Abs. 1 Nr. 4 RpflG aF im neuen Verfahrensrecht (§ 15 RpflG) nicht mehr enthalten sei. Dabei hat es - wie die Betreuungsbehörde zutreffend geltend macht - § 15 Abs. 1 Satz 2 RpflG übersehen, woraus hervorgeht, dass sich an der Rechtslage insofern nichts geändert hat.

Hahne Weber-Monecke Dose

Klinkhammer Schilling

Schlagwörter

control guardianshipjudge reservationcourt clerk competenceguardianship lawfunctional jurisdictionremand

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether a court clerk was functionally competent to order a control guardianship under the amended RPflG

Extrahierter Entscheid

Yes. The exception to the judge reservation still applies under § 15(1) sentence 2 RPflG, so the lower court erred in assuming exclusive judicial competence.

Extrahierte Begründung

The Regional Court overlooked § 15(1) sentence 2 RPflG. That provision shows that the legal situation regarding the exception from the judge reservation for control guardianship did not change with the new procedural law.

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