Construction contract interpretation and extra remuneration claim

BGH VII ZR 77/10Bgh / Civil Chamber 720.12.2010Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

In a construction-contract dispute, the Federal Court dismissed the plaintiff’s complaint against the refusal to admit revision. It held that the disputed performance had to be determined by interpreting the contract; if the service claimed as extra remuneration was already owed under the original agreement, no additional payment claim exists. The court also noted that any damages theory was irrelevant because no such claim had been asserted. The plaintiff was ordered to bear the costs of the complaint proceedings.

Omnilex-Regeste

§§ 133, 157 BGB; § 2 Nr. 6 VOB/B; a claim for additional remuneration in a construction contract fails where the disputed work, determined by interpretation of the contract, is already included in the original contractual scope. The decisive question is the objectively ascertainable content of the parties’ agreement; subjective assumptions about an alleged “extra” performance cannot override the contract text and context. A prior non-admission order or a contrary isolated view in the literature does not establish a need for clarification where the Senate’s settled case law is consistent (consid. 2). A court need not examine or indicate a damages claim that has not been asserted (consid. 3).

Gesamter Gesetzestext

BGH — VII ZR 77/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-12-20

Aktenzeichen: VII ZR 77/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 133 BGB, § 157 BGB, § 2 Nr 6 VOB B

Vorinstanz: vorgehend OLG Koblenz, 12. April 2010, Az: 12 U 171/09, Urteilvorgehend LG Mainz, 15. Januar 2009, Az: 2 O 143/07

Spruchkörper: 7. Zivilsenat

Titelzeile

Bauvertrag: Auslegung des Vertrages hinsichtlich einer beanspruchten Mehrvergütung

Tenor

Die Beschwerde der Klägerin gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 12. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Koblenz vom 12. April 2010 wird zurückgewiesen.

Gründe

1 Die Sache ist nicht deshalb klärungsbedürftig, weil in der Literatur unter Hinweis auf eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Koblenz (BauR 2001, 1442) eine der Beschwerde günstige Auffassung vertreten wird. So wird für den Fall, dass das Gericht die vom Auftraggeber vertretene Auslegung eines Bauvertrages "nur deshalb" bestätige, weil der Auftragnehmer bei "durchschnittlich sorgfältiger Prüfung" den Fehler des Auftraggebers hätte finden können, das Bausoll also deshalb gemäß Auslegung zu bestimmen sei, der betroffene Bieter aber fahrlässig im Rahmen seiner Prüfung die Unklarheit nicht erkannt habe, folgendes vertreten: Hätte dieser Bieter in der Ausschreibungsphase die Unklarheit erkannt, so hätte er nicht mehr tun können, als den Auftraggeber darauf hinzuweisen, wozu er auch verpflichtet wäre. Hätte dann der Auftraggeber sein Verständnis des unklaren Bausolls im Sinne der "Mehrforderung" klar gestellt, so hätten Bieter auf diese Mehranforderung mit entsprechender Mehrvergütungskalkulation reagiert. Der Auftraggeber müsse folglich so, aber auch nur so gestellt werden, als ob der Bieter ihn auf die Unklarheit hingewiesen hätte. Das führe dazu, dass der Auftraggeber unter dem Aspekt der "Sowiesokosten" die Vergütung für die "Mehrleistung" zahlen müsse, die für das jetzt klargestellte Bausoll gegenüber der Bausollannahme des Bieters entstehe; der Bieter müsse dagegen den Mehraufwand tragen, der dem Auftraggeber deshalb entstehe, weil der Hinweis verspätet erfolgt sei und jetzt Zusatzaufwendungen entstünden" (Kapellmann/Messerschmidt-Kapellmann, VOB/B, 3. Aufl., § 2 Rn. 127 m.w.N.).

2 Diese Auffassung ist mit der Rechtsprechung des Senats nicht vereinbar. Danach wird die geschuldete Leistung durch Auslegung des Vertrages ermittelt. Ergibt die Auslegung, dass die Leistung, für die eine Mehrvergütung verlangt wird, bereits Gegenstand der ursprünglichen vertraglichen Vereinbarung war, ist der Mehrvergütungsanspruch unbegründet (BGH, Urteil vom 22. April 1993 - VII ZR 118/92, BauR 1993, 595 = ZfBR 1993, 219; Urteil vom 23. Juni 1994 - VII ZR 163/93, BauR 1994, 625 = ZfBR 1994, 222). Etwas anderes kann nicht daraus hergeleitet werden, dass der Senat die Revision gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz nicht angenommen hat. Denn die entsprechende Begründung des Oberlandesgerichts war lediglich eine Hilfsbegründung, auf die es für die Annahmeentscheidung des Senats nicht ankam.

3 Der Senat muss nicht entscheiden, inwieweit ein Schadensersatzanspruch (vgl. dazu BGH, Urteil vom 11. November 1993 - VII ZR 47/93, BGHZ 124, 64) der Klägerin in Betracht kommt. Denn ein Schadensersatzanspruch ist nicht geltend gemacht worden. Ein Gericht ist entgegen der Auffassung der Beschwerde nicht verpflichtet, darauf hinzuweisen, dass ein von dem Kläger nicht geltend gemachter Schadensersatzanspruch in Betracht kommt.

4 Von einer weiteren Begründung wird abgesehen, weil sie nicht geeignet wäre, zur Klärung der Voraussetzungen beizutragen, unter denen eine Revision zuzulassen ist (§ 544 Abs. 4 Satz 2, 2. Halbsatz ZPO).

5 Die Klägerin trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97 Abs. 1 ZPO).

6 Gegenstandswert: 115.988 Euro

Kniffka Kuffer Safari Chabestari

Halfmeier Leupertz

Schlagwörter

construction contractcontract interpretationadditional remunerationVOB/Bdamages claimleave to appealcosts

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the contract, properly interpreted, already included the disputed work and therefore excluded additional remuneration.

Extrahierter Entscheid

The work claimed as extra payment was already part of the original contractual agreement, so the claim for additional remuneration was unfounded.

Extrahierte Begründung

The owed performance is determined by contract interpretation. If interpretation shows that the claimed service was already owed under the original contract, no extra-fee claim exists. Contrary literature and an older non-admission order did not change this.

Kernrechtsfrage

Whether a possible damages claim had to be examined or pointed out by the court.

Extrahierter Entscheid

No; no damages claim had been asserted, and the court had no duty to advise the plaintiff about a claim not pursued.

Extrahierte Begründung

The court expressly did not need to decide whether damages might have been available, because such a claim was not made.

Kernrechtsfrage

Whether leave to appeal should be granted in the refusal-of-leave complaint.

Extrahierter Entscheid

Leave to appeal was not granted because the case did not raise a need for clarification relevant to the standards for allowing revision.

Extrahierte Begründung

Further reasoning was unnecessary under § 544(4) sentence 2 second half-sentence ZPO.

Setzen Sie Ihre Recherche in ChatGPT oder Claude fort

Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.