Insolvency administrator fee reduction for prior provisional activity

BGH IX ZB 200/08Bgh / Civil Chamber 916.09.2010Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court of Justice dismissed as inadmissible the further participant’s complaint against the Regional Court of Constance’s fee ruling. It held that the lower court’s reduction of the final insolvency administrator’s remuneration because of earlier work as provisional insolvency administrator was consistent with settled case law and did not disclose a hearing violation. The court further found no reviewable departure from § 5 InsVV, because no fee claim under that provision had been asserted. The appellate court’s overall assessment of surcharges, including the influence of an external adviser, was a factual weighing not showing any incorrect legal standard.

Omnilex-Regeste

§ 574 Abs. 2 ZPO; § 5 InsVV; insolvency administrator remuneration and cassation review of surcharge/discount assessment. Work performed as provisional insolvency administrator regularly justifies a reduction of the remuneration of the final insolvency administrator if the later activity is thereby facilitated (consid. 3). The assessment of surcharges and discounts on the statutory remuneration lies primarily with the trial court and can only be attacked by complaint if it is shown that an incorrect legal standard was applied (consid. 5). No reviewable departure exists where the appellate court merely performs an overall appropriateness evaluation in line with established case law.

Gesamter Gesetzestext

BGH — IX ZB 200/08, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-09-16

Aktenzeichen: IX ZB 200/08

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 5 InsVV

Vorinstanz: vorgehend LG Konstanz, 1. August 2008, Az: 62 T 89/07 A, Beschlussvorgehend AG Konstanz, 12. April 2007, Az: 40 IN 287/03

Spruchkörper: 9. Zivilsenat

Titelzeile

Insolvenzverwaltervergütung: Vergütungsmindernde Berücksichtigung einer Tätigkeit als vorläufiger Insolvenzverwalter

Tenor

Die Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der 6. Zivilkammer des Landgerichts Konstanz vom 1. August 2008 wird auf Kosten des weiteren Beteiligten als unzulässig verworfen.

Der Wert des Rechtsbeschwerdeverfahrens wird auf 9.547 € festgesetzt.

Gründe

1 Die Rechtsbeschwerde ist statthaft (§§ 7, 6, 64 Abs. 3 Satz 1 InsO, § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ZPO), aber unzulässig. Weder hat die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung noch erfordert die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Rechtsbeschwerdegerichts (§ 574 Abs. 2 ZPO).

2 1. Soweit das Beschwerdegericht die Vergütung des Beschwerdeführers als vorläufiger Insolvenzverwalter vergütungsmindernd berücksichtigt hat, ist ein Eingreifen des Rechtsbeschwerdegerichts nicht veranlasst.

3 Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung rechtfertigt die Tätigkeit eines vorläufigen Insolvenzverwalters regelmäßig einen Abschlag auf die Vergütung des endgültigen Insolvenzverwalters (BGH, Beschl. v. 11. Mai 2006 - IX ZB 249/04, ZIP 2006, 1204, 1206 Rn. 22 ff; v. 18. Juni 2009 - IX ZB 97/08, ZInsO 2009, 1607 Rn. 7; v. 8. Juli 2010 - IX ZB 222/09 Rn. 3). Hier ergibt sich aus dem eigenen Vortrag des Beschwerdeführers, mit dem er seinen Antrag auf Vergütung seiner Tätigkeit als vorläufiger Insolvenzverwalter begründet hat, dass seine spätere Tätigkeit als endgültiger Insolvenzverwalter dadurch erleichtert worden ist. Darin, dass das Beschwerdegericht diesen Vortrag verwertet hat, liegt keine Gehörsverletzung.

4 2. Von der Rechtsprechung des Senats abweichende Rechtssätze zur Anwendung des § 5 InsVV (vgl. BGH, Beschl. v. 11. November 2004 - IX ZB 48/04, ZInsO 2004, 1348 ff; v. 3. März 2005 - IX ZB 261/03, ZVI 2005, 143) hat das Beschwerdegericht nicht aufgestellt. Mit dieser Vorschrift hat es sich überhaupt nicht befasst. Hierzu bestand im Hinblick auf den Vergütungsantrag, mit dem ein entsprechendes Honorar gar nicht geltend gemacht worden ist, auch keine Veranlassung.

5 Soweit das Beschwerdegericht bei der Bemessung der Zuschläge, die das Insolvenzgericht dem Verwalter für die Betriebsfortführung, Verhandlungen im Rahmen der Betriebsveräußerung, gesellschafts- oder konzernrechtliche Verflechtungen, die Bearbeitung arbeitsrechtlicher Fragen oder die Bearbeitung von Aus- und Absonderungsrechten gewährt hat, die Beschäftigung eines externen Beraters berücksichtigt hat, stellen sich keine Fragen von rechtsgrundsätzlicher Bedeutung. Im Übrigen obliegt die Beurteilung, ob und in welcher Höhe Zu- oder Abschläge auf den Regelsatz der Vergütung des vorläufigen oder endgültigen Insolvenzverwalters vorzunehmen sind, dem Tatrichter. Sie kann mit der Rechtsbeschwerde nur angegriffen werden, wenn die Gefahr besteht, dass ein falscher Maßstab angewendet worden ist (z.B. BGH, Beschl. v. 28. September 2006 - IX ZB 230/05, ZInsO 2006, 1160, 1161 Rn. 14; v. 14. Februar 2008 - IX ZB 181/04, ZIP 2008, 618, 619 Rn. 3; v. 13. November 2008 - IX ZB 141/07, ZInsO 2009, 55, 56 Rn. 8; v. 10. Dezember 2009 - IX ZB 98/08 Rn. 4). Eine solche Gefahr hat die Rechtsbeschwerde nicht darzulegen vermocht. Das Beschwerdegericht hat unter Berücksichtigung der vom Senat aufgestellten Grundsätze in einer aufs Ganze bezogenen Angemessenheitsbetrachtung den Gesamtzuschlag unter Einbeziehung der Mitwirkung des extern beauftragten Rechtsanwalts festgelegt. Dies ist im Rechtsbeschwerdeverfahren nicht zu beanstanden.

Ganter Raebel Kayser

Pape Grupp

Schlagwörter

insolvency administrationremunerationprovisional insolvency administratorfee reductionsurchargesjudicial discretioninadmissibilitycassation review

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the remuneration reduction for prior provisional insolvency administrator work justifies cassation review

Extrahierter Entscheid

No. The lower court’s consideration of the provisional administrator activity did not raise a reviewable issue.

Extrahierte Begründung

According to established case law, work as provisional insolvency administrator normally warrants a discount on the fee of the final insolvency administrator; the appellant’s own submissions showed that the later work had been facilitated, and no hearing violation occurred.

Kernrechtsfrage

Whether the lower court applied § 5 InsVV contrary to precedent

Extrahierter Entscheid

No. The lower court did not develop deviating legal propositions under § 5 InsVV and had no reason to address that provision because no corresponding fee was claimed.

Extrahierte Begründung

The decision did not concern an asserted fee under § 5 InsVV, so there was no basis for a legal-issue review on that point.

Kernrechtsfrage

Whether the surcharge assessment, including consideration of an external advisor, warranted review

Extrahierter Entscheid

No. The weighing of surcharges and discounts is primarily a matter for the trial judge and no incorrect legal standard was shown.

Extrahierte Begründung

The appellate court made an overall appropriateness assessment in line with Supreme Court guidance; the appellant failed to show a danger that an incorrect standard was applied.

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