Costs after mootness in non-admission complaint proceedings

BGH XII ZR 183/08Bgh / Civil Chamber 1209.06.2010Other

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The plaintiff declared the dispute moot after filing a non-admission complaint. The defendant did not object. The Federal Court held that costs in such a situation are to be decided under § 91a ZPO on the basis of the likely outcome of the complaint and possible revision. Because the complaint would not have succeeded for lack of a ground for admission, the plaintiff was ordered to bear the full costs of the proceedings, including the costs of the lower courts.

Omnilex-Regeste

§ 91a ZPO in non-admission complaint proceedings after mootness; costs are allocated by equitable discretion based on the probable outcome of the complaint and, if relevant, the revision. A declaration of mootness may be made in appellate proceedings, including during a complaint against non-admission. If, at the time of the mootness-triggering event, the complaint would have had no prospect of success because none of the grounds under § 543(2) ZPO was present, the costs are to be imposed on the complainant. The court may dispense with a more detailed statement of reasons under § 544(4) sentence 2 half-sentence 2 ZPO.

Gesamter Gesetzestext

BGH — XII ZR 183/08, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-06-09

Aktenzeichen: XII ZR 183/08

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 91a ZPO

Vorinstanz: vorgehend OLG Stuttgart, 3. November 2008, Az: 5 U 66/08vorgehend LG Ulm, 16. April 2008, Az: 3 O 225/07

Spruchkörper: 12. Zivilsenat

Titelzeile

Kostenentscheidung nach Hauptsacheerledigung im Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren

Tenor

  1. Der Kläger trägt die Kosten des Rechtsstreits.

  2. Der Streitwert wird wie folgt festgesetzt:

ursprünglich:95.000 €
ab 22. Juli 2007:441.602,75 €
ab 15. Oktober 2009:bis 65.000 €

Gründe

1 Der Kläger hat nach Begründung seiner Nichtzulassungsbeschwerde den Rechtsstreit in der Hauptsache für erledigt erklärt. Die Beklagte wurde auf die Folgen des § 91 a Abs. 1 Satz 2 ZPO hingewiesen und hat der Erledigungserklärung nicht widersprochen.

2 Die Erledigung der Hauptsache kann in der Rechtsmittelinstanz, auch noch während des Verfahrens über eine Nichtzulassungsbeschwerde, erklärt werden. Da durch die übereinstimmenden Erklärungen der Parteien der Rechtsstreit insgesamt erledigt ist, ist über alle bisher entstandenen Kosten des Rechtsstreits, einschließlich der Kosten der Vorinstanzen, gemäß der auch im Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde geltenden Vorschrift des § 91 a ZPO nach billigem Ermessen unter Berücksichtigung des bisherigen Sach- und Streitstandes durch Beschluss zu entscheiden. Dabei ist der mutmaßliche Ausgang des Beschwerde- und gegebenenfalls des Revisionsverfahrens zu berücksichtigen (BGH Beschluss vom 1. März 2007 - I ZR 249/02 - NJW-RR 2007, 694, 695).

3 Danach sind die Kosten in vollem Umfang dem Kläger aufzuerlegen. Eine für den Kläger günstige Entscheidung über die Kosten des Rechtsstreits könnte nur getroffen werden, wenn nach dem Sach- und Streitstand bei Eintritt des erledigenden Ereignisses die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision Erfolg gehabt und die Durchführung der Revision zu einer Abweisung der Klage geführt hätte (BGH Beschluss vom 1. März 2007 - I ZR 249/02 - NJW-RR 2007, 694, 695). Dies ist hier nicht der Fall. Die Nichtzulassungsbeschwerde hätte keinen Erfolg gehabt, weil ein Zulassungsgrund nicht gegeben war.

4 Die Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der Revision wäre zurückgewiesen worden, weil die Rechtssache weder grundsätzliche Bedeutung hatte noch die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts erfordert hätte

(§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO). Von einer näheren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbs. 2 ZPO abgesehen.

Hahne Wagenitz Vézina

Dose Klinkhammer

Schlagwörter

cost allocationmootnessnon-admission complaintequitable discretiongrounds for admissionappellate costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

How should costs be allocated after the main proceedings become moot during a non-admission complaint procedure under § 91a ZPO?

Extrahierter Entscheid

The plaintiff must bear the full costs of the litigation, including the costs of the lower courts.

Extrahierte Begründung

In appellate proceedings, including non-admission complaint proceedings, a mootness declaration can terminate the case. The cost decision must then be made under § 91a ZPO by equitable discretion, taking account of the likely outcome of the complaint and any subsequent appeal. Here, the complaint would have failed because no ground for admission existed; therefore a cost allocation favorable to the plaintiff was not justified.

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